Die Abgrenzung von Alisma lanceolatum zu Alisma plantago-aquatica ist nicht ganz einfach. Die Differenzierung wird erschwert, weil die beiden Arten oft in gemischten Populationen unmittelbar nebeneinanderstehen. Wegen der grossen Variabilität von Alisma plantago-aquatica, insbesondere bei jungen und wassernahen Blättern, ist eine rein vegetative Festlegung nicht zuverlässig.(1)
In den Floren werden zahlreiche weitere Unterscheidungsmerkmale genannt, wirklich brauchbar und zuverlässig sind aber allein die Griffelmerkmale.
1) Blätter
Damit eine Pflanze als Kandidatin für Alisma lanceolatum geprüft werden kann, müssen ihre Blätter mindestens dreimal so lang wie breit und am Grund in den Stil verschmälert sein.
Aber:
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2) Diverse Merkmale
Diese Merkmale können ergänzend angeschaut werden, genügen aber zur sicheren Abgrenzung sicher nicht:
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Antworten3) Griffel
Dieses Merkmal hilft nun wirklich: Bei Alisma lanceolatum ist «die Narbe 1/2 bis 1/3 mal so lang wie der Griffel und grob papillös», bei Alisma plantago-aquatica hingegen ist «die Narbe 1/8 - 1/5 mal so lang wie der Griffel und fein papillös». (4).
Der gesamte Griffel bei Alisma plantago-aquatica ist fädiger und länger (tendenziell länger als der Fruchtknoten), bei Alisma lanceolatum hingegen etwas stärker und ungefähr so lang wie der Fruchtknoten.
Um das bei Alisma lanceolatum «ohne Lupe» zu sehen, wie die Exkursionsflora vorschlägt, muss man schon sehr gute Augen haben... Auch der zusätzliche Hinweis der Österreicher Bildflora, wonach bei Alisma plantago-aquatica der Griffel gerade sei, bei Alisma lanceolatum hingegen am Grunde gebogen, ist mit Vorsicht zu geniessen, wie die anschliessenden Bilder zeigen.
4) Hybriden
Vereinzelt stösst man auf Individuen, die sich nicht eindeutig einer Art zuordnen lassen. Theoretisch kann es sich dabei um Hybriden handeln (5). Einiges scheint da noch nicht sicher geklärt (6). Eher wahrscheinlich ist aber, dass es sich dabei um Individuen am äussersten Rand der grossen elterlichen Variabilität handelt.
Praktisch bedeutet dies, dass man vereinzelt Individuen nicht mit letzter Sicherheit bestimmen kann.
5) Literatur:
https://flora.nhm-wien.ac.at/Seiten-Arten/Alisma-lanceolatum.htm (17.7.23)
https://flora.nhm-wien.ac.at/Seiten-Arten/Alisma-plantago-aquatica.htm (17.7.23)
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AntwortenEine tolle Zusammenstellung, vielen Dank! Ich schaue zuerst auf die Blätter, ob ein Verdacht auf A. lanceolatum besteht. Danach prüfe ich ebenfalls immer Griffelform und Papillen. Ich halte dies für die sichersten Merkmale.
Anbei noch Fotos der dritten Alisma-Art, nämlich gramineum. In der Schweiz kommt sie nur sehr lokal vor und kann hauptsächlich im Zürichsee gefunden werden, teils auch im Rhein. Im Zürichsee sehe ich sie jedoch nicht selten beim Schnorcheln (z.B. Rapperswil, Küsnacht, Tiefenbrunnen, aber auch Stadt Zürich). Hier kommt eigentlich nur die untergetauchte Form mit bandförmigen Blättern vor. Der Griffel ist sehr kurz und auffallend nach aussen gekrümmt. An trockengefallenen Donauufern östlich Wien konnte ich diesen September auch wieder einmal die Landform finden (siehe Fotos).