Vom Rhein-Ufer zu den Urgesteinskuppen des Südschwarzwalds
Gemeinsam mit der Zürcherischen Botanischen Gesellschaft.
Der Begriff "Expedition" bezeichnet eine Exkursion in ein Gebiet, das auch der Exkursionsleitung noch nicht bekannt ist. Das gemeinsame Abenteuer soll die Vernetzung unter Botanikinteressierten fördern und Spass machen. Die Expedition ist offen für alle, gratis und jede Person ist am Expeditionstag auf eigene Verantwortung unterwegs. Diesmal wird der Schwarzwald bei Bad Säckingen erkundet. Geologisch besteht der Schwarzwald aus granitischem und somit kalkfreiem Grundgebirge, was im Kontrast angrenzenden kalkhaltigen Mittelland und Jura steht. Ein Ziel der Expedition ist, diesen Kontrast auch floristisch ausfindig zu machen.
Datum: Samstag, 25. April 2026
Anreise (z. B.): 09:10 ab Zürich HB, 09:59 an Stein-Säckingen, Bahnhof
Treffpunkt: 10:00 auf dem Platz vor dem Bahnhof Stein-Säckingen
Route: Die Expedition startet mit der Unterquerung der Autobahn, die uns ans Schweizer Rheinufer führt. Rheinaufwärts spazierend halten wir Ausschau nach den letzten Frühblühern ev. vorhandener fragmentarischer Auenvegetation. Über die historische Holzbrücke queren wir die Landesgrenze und erreichen die Altstadt von Bad Säckingen, wo wir in der Kopfsteinpflasterung nach botanischen Entdeckungen suchen. Nördlich der Wohngebiete tauchen wir in den geschlossenen Wald ein. Hier schnuppern wir echte Schwarzwaldluft und untersuchen die floristischen Unterschiede zu unseren gewohnten Mittellandwäldern. Entlang des Gewerbebachs und vorbei an einem Wildgehege führt uns der Weg stetig bergauf. Unser Ziel ist der Röthenkopf (510 m ü. M.). In den dort anstehenden Gneisfelsen suchen wir nach Nordischem Streifenfarn, bewundern spezialisierte Silikatfels-Moose und halten Ausschau nach dem auf Google Earth verzeichneten, malerischen Föhren-Eichenwäldchen. Der Rückweg erfolgt z.B. über den Bergsee und die Dreiweiher.
Je nach Gruppendynamik und Gewächs am Wegrand werden wir schneller oder langsamer unterwegs sein. Picknick an einem schönen Plätzchen. Rückreise individuell.
Anmeldung: https://nuudel.digitalcourage.de/BnGIPGNpBJCNFQ8c
Ich freue mich drauf! Vielen Dank auch für die sehr hilfreiche Beratung zur Findung des Expeditionsziels in dieser Forum-Diskussion.
Herzliche Grüsse
Dani
15 Antworten
Herzlichen Dank allen Beteiligten für die tollen Expedition von Stein (AG) / Bad Säckingen hoch auf den Röthekopf!
Perfektes Frühlingswetter, spannende Arten, reger Austausch (meist auf Deutsch, manchmal auf Englisch und Französisch) über Bestimmungsmerkmale, Geologie, Rostpilze & Co., KI-Bestimmungstools, Bildungsangebote... die Zeit war im Nu um und wir zurück auf der Schweizer Seite des Rheins.
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AntwortenZittergras-Segge (Carex brizoides) mit rund 2 cm langen Blütenständen; jetzt im Frühling mit noch aufrechten Stängeln.
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AntwortenDie ganz gewöhnliche Zaun-Wicke (Vicia sepium), hier in Weiss (passend auch die extrafloralen Nektarien grün-in-grün).
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AntwortenAufstieg zum Röthekopf – auf den Kuppen unterhalb der Trauben-Eichen (Quercus petraea) wächst u.a. der Flügel-Ginster (Genista sagittalis) und die Berg-Platterbse (Lathyrus linifolius).
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AntwortenPicknick im lichten Eichenwald – Kaffee oder Tee als Stärkung – und auf dem Röthekopf mit Blick auf die Juraketten eine Portion Geologie, merci Dani! :-))
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AntwortenDie grossen Explosionsblüten des Besenginsters (Cytisus scoparius) mussten wir natürlich testen.
Die Art besiedelt saure Böden und kennen wir in der Schweiz v.a. im Tessin.
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AntwortenBlattrosetten des Roten Fingerhuts (Digitalis purpurea) auf dem Abstieg vom Röthekopf.
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AntwortenIm Klein- und Grossformat: Angepflanzte, bereits grosse Gewöhnliche Douglasie (Pseudotsuga menziesii) mit Verjüngung direkt am Stammfuss.
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AntwortenSuchbild mit Dani. In den Felsen wächst das Wimpern-Granitmoos (Hedwigia ciliata) mit Glasspitze und Blättern ohne Blattrippe.
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AntwortenJunge Triebe und Blätter dicht behaart, Blätter unpaarig gefiedert, Pflanze mit Milchsaft = Essigbaum (Rhus typhina).
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AntwortenRaues Hornblatt (Ceratophyllum demersum) mit jungen, hellgrünen, erstaunlich weichen Seitentrieben; die überwinternden Pflanzen wie erwartet dunkelgrün, starr und gezähnt.
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AntwortenThanks a lot for the organization of this excursion! It was a real pleasure to meet you all. Here are a few pictures I took during the day. Yes, the very same pictures that slowed me down :)
Mille merci, Nicolas, pour les super photos et pour avoir partagé ton expérience pendant l’excursion!
Und ,hat die Exkursion die Erwartungen erfüllt?
(Das “Spartium junceum” ist aber einfach Besenginster, Cytisus scoparius. Spartinum gibt es in Baden-Württemberg nur als Zierpflanze und sehr selten temporär verwildert. In der Verbreitungskarte stehen nur vier Fundpunkte.)
Dominik
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AntwortenJa, für mich absolut erfüllt! Blüemele auf kalkfreien, trockenen Högern hat meinen kalkbelasteten Jura-Horizont definitiv erweitert.