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Viola suavis

Jonas Brännhage
Jonas Brännhage 23.03.2026

Hallo zusammen

Anbei eine typische Viola suavis von gestern. Gefunden in der Kulturlandschaft ob Savièse (VS). Es ist ja nicht klar, ob diese Art überhaupt heimisch ist in der Schweiz oder lediglich ein Gartenflüchtling darstellt. Ich habe sie selber schon mehrfach in Kultur gesehen (z.B. bei Erde VS) und dann in angrenzenden Flächen zweifelsfrei verwildert gefunden. Die Fundstelle gestern war ein Parkplatz, wo zusätzlich auch Gartenabfälle entsorgt werden. Ich vermute, dass sie dadurch dorthin gelangt ist…

Ein Argument, dass sie jedoch heimisch sein könnte bei uns, ist, dass die Art im angrenzenden Aostatal (auch ein inneralpines Trockental) ebenfalls vorkommen soll, siehe hier:

http://www.floravda.it/it/schede/scheda/106/?qstring=viola%20suavis

Jedoch sind einige der Aufnahmen dort offensichtlich falsch bestimmt…. Natürliche Vorkommen von Viola suavis kenne ich beispielsweise aus Ostösterreich.

22.03.2026 (Jonas Brännhage)
22.03.2026 (Jonas Brännhage)
22.03.2026 (Jonas Brännhage)
22.03.2026 (Jonas Brännhage)
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22.03.2026 (Jonas Brännhage)

4 Antworten

Lieber Jonas

herzlichen Dank für den schönen Beitrag. Wenn man die suavis mal im Auge hat, kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie man sie je verwechseln konnte. Besonders die Nebenblätter und die Nektarien sind sehr charakteristisch. Ich glaube nicht, dass es sich bei Viola suavis um einen Gartenflüchtling handelt. Die Art hat ein Areal, dass sich vom Ural über das ganze Mittelmeergebiet (europäische Seite) bis nach Spanien ausdehnt. Sie kommt in vier genetisch unterschiedlichen Sippen vor und hat auch den Sprung ins submediterrane und in die Inneralpinen Trockentäler geschaffft. Wir hatten vor zwei Jahren auch flowcytometrische Daten erhoben und sind uns nun sicher, dass wir im Wallis suavis mit Bestimmtheit haben.  Ich kann mir eher vorstellen, dass sich gewisse Leute die Art auch in den Garten geholt haben - sie ist ja so schön und duftet auch fein! Da macht höchstens noch collina Konkurrenz ;) 

Danke Adi für deine Rückmeldung :-) 

Ja, Viola suavis hat echt ein grosses Verbreitungsgebiet, auf englisch heisst sie sogar Russian Violet! Und ich finde auch, dass die Art, wenn typisch ausgebildet, gut bestimmbar ist (Ausläufer vorhanden, Vorblätter am Stiel tief sitzend, Blüten himmelblau mit weissem Zentrum…..). Es gibt aber schon auch einige Zweifelsfälle. Habt ihr auch was publiziert zu den Erhebungen oder ist das womöglich noch geplant?

Gut möglich, dass im Wallis also sowohl natürliche als auch verwilderte Populationen vorkommen! 

Hmmm während des Verfassens dieser Zeilen packt mich schon wieder die Lust auf Veilchenexkursionen… 

ja, vestehe ich total. Wir “Violisten” werden zum Glück (und entsprechender Propaganda) auch immer mehr. Und um den Virus total zu verinnerlichen, klicke mal hier : https://www.inaturalist.org/taxa/1367554-Neoandinium Zum Glück ist da nun Herbst und hier viel schöner. Und noch das grössere Glück ist, dass es bei FlorApp viele Missionen zu Veilchen hat - da kannst Du Dich austoben ;) 

Publikation ist geplant, auch die Verbesserung des Schlüssels in der Exkursionsflora - da ist noch sehr viel Luft gegen oben… 

Achh die Veilchen der Anden…. Das ist doch nicht mehr von dieser Welt!

Ich war vor 2 Jahren im Frühling in Südskandinavien und habe mir die Chance natürlich nicht nehmen lassen, dort noch die beiden Veilchen V. selkirkii und uliginosa nachzusuchen :-)

https://www.openflora.ch/de/forum/fruehlingsflora-skandinaviens-mai-2024-2100.html

Danke für deinen Tipp mit den Veilchenmissionen, das ist mir bislang eben noch gar nicht aufgefallen…!

Dann warte ich gespannt auf eure Publikation zu Viola suavis, bereits ein Artikel im FloraCH wäre super :-)