Auf den ersten Blick waren es normale junge Walnussbäume mit am Grund verbreiterten Blattstielen. Auf den zweiten Blick hatten sie aber zu viele und am Grund deutlich asymmetrische Fiedern – und die Fiedern waren nicht ganzrandig (oder bei jungen Pflanzen gelegentlich grob und unregelmässig gesägt), sondern regelmässig fein gesägt, manchmal eher gekerbt. Die Blattstiele sind dicht drüsig, die Unterseiten der Fiedern heller und v.a. auf den Nerven kurz behaart, auch mit einzelnen Drüsen. Der Duft von zerriebenen Blättern ist zwar "würzig", aber nicht typisch Walnuss-artig. Früchte hab ich leider keine gesehen.
Der zweite Verdacht (Kaukasische Flügelnuss, Pterocarya fraxinifolia) war ebenfalls falsch: bei dieser Art sind die Fiedern zwar gesägt und am Grund asymmetrisch, aber kahl und schmaler.
Die Schwarznuss (Juglans nigra) schliesse ich aus, weil alle Blätter unpaarig gefiedert waren und nicht wie bei der Schwarznuss typisch paarig gefiedert, auch dürfte die Schwarznuss keine Drüsen besitzen.
In dieser Publikation
Marazzi, B. et al. 2021: Juglans ailantifolia – A new alien walnut tree species naturalized in Switzerland and Italy. Bollettino della Società ticinese di scienze naturali.109: 57–68
https://m4.ti.ch/fileadmin/DT/temi/mcsn/Botanica/documentazione/Marazzi_Rosselli_Galasso_Eggenberg_BollettinoSTSN2021.pdf
findet sich ein Schlüssel zur Gattung Juglans:
Mit den deutlich asymmetrischen Fiedern sollte ich bei Juglans nigra landen - aber da stimmt der Rest nicht.
Kurz: Ich hab mich verschlüsselt.
Und nur einen leisen Verdacht auf Juglans cinerea.
Wer kennt sich bei Juglans aus und könnte weiterhelfen?
Fundort: Wälder zwischen Villeneuve und Noville (VD).
Naturverjüngung mit zahlreichen Jungpflanzen.
Herzlichen Dank für alle Tipps und Hinweise :-)
Lieber Gruss, Muriel
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