Perfekt mit öV erreichbar (Haltestelle Zihlbrücke), kurzer Weg Richtung Südwesten zum Neuenburgersee, keine Höhenmeter – und Arten in Griffnähe, die sonst oft in luftiger Höhe blühen:
Auf dem in den Neuenburgersee führenden Abschnitt des Zihlkanals / Canal de la Thielle (NE) gibts u.a. weibliche und männliche Pflanzen der Weissen Mistel (Viscum album) auf Augenhöhe zu bestaunen.
Die Weisse Mistel (Viscum album) wächst hier v.a. auf der Silber-Weide (Salix alba), parasitiert aber auch auf der Sommer-Linde (Tilia platyphyllos), der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) und Schwarz-Erle (Alnus glutinosa).
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Ebenfalls direkt am Kanal, mit mindestens einem halben Fuss im Wasser: Berg-Ulmen (Ulmus glabra) mit kugeligen, dichten Blütenständen und rosa Narben (bei der Feld-Ulme Ulmus minor sind die Narben zur Blütezeit meist weiss oder hell rosa).
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AntwortenEbenfalls rosa Narben besitzt die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa):
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AntwortenEine gute Ergänzung zum Zihlkanal: Vom Château de Valangin (NE) oberhalb von Neuenburg (mit Hirschheil Seseli libanotis rund ums Schloss) durch die Gorges du Seyon mit zurzeit blühenden Gewöhnlichen Eiben (Taxus baccata) bis Vauseyon oder Neuenburg.
Bis spätestens im Herbst gibts aus den "low hanging flowers" dann die "low hanging fruits" ;-)
D.h. zu praktisch jeder Jahreszeit ein lohnender Ausflug resp. zwei unkomplizierte kurze Streifzüge.
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AntwortenApropos Narben-Farbe bei der Berg-Ulme (Ulmus glabra) und Feld-Ulme (Ulmus minor):
Das Merkmal stammt aus der Flora Gallica – Flore de France (Tison & de Foucault 2014) und wird wörtlich im Ulmus-Schlüssel so beschrieben
Das «généralement» lässt zum Glück einen gewissen Spielraum. Bei der Berg-Ulme (Ulmus glabra) scheint das «rouges» bisher zu stimmen (Foto oben) – und bei der Feld-Ulme (Ulmus minor) klappts mit «généralement blancs» auch.
Unten ein paar ergänzende Fotos von aufblühenden Feld-Ulmen (Ulmus minor). Jedenfalls würd ich sie so benennen... ich bewege mich hier etwas auf dünnem Eis, weil die beiden Arten offenbar hybridisieren können…
Bin froh um eure Ulmus-Ergänzungen und ggf. auch um eure Korrekturen!
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AntwortenSpricht für die Feld-Ulme (Ulmus minor): Korkleisten und weisse Narben.
Vielen Dank, Muriel, für die sehr genaue und schöne Dokumentation! Bei der weibl. Blüte von Viscum album ist mir noch nicht alles klar. Was sieht man hier eigentlich?
Klar, ganz oben befinden sich die vier gelben Perigonzipfel, in deren Mitte die Narbe sichtbar ist. Ich nehme mal an, dass der grünliche Zylinder darunter der unterständige Fruchtknoten ist, der die Samenanlagen enthält und dass links und rechts schuppenartige grüne Hochblätter zu sehen sind. Die grosse gelbe Schuppe in der Mitte kann ich hingegen nicht identifizieren. Im Wiki-Porträt von Viscum album bringst du ja weitere gute Fotos davon, auch aus einem anderen Blickwinkel. Es macht den Anschein, dass das Teil rundum verwachsen ist. Seitlich stossen da auch weitere Blüten daraus hervor.
Kann es sein, dass dies die Blütenachse ist, in welche die weibl. Blüten eingesenkt sind? Hegi erwähnt (Ill. Flora von Mitteleuropa Bd. III, S. 146), dass die Blütenachse an der Fruchtbildung auch beteiligt sei, weshalb es sich bei der Frucht um eine Scheinbeere und keine Beere handle. Dann würde sich dieser gelbe Mittelteil später zusammen mit dem Fruchtknoten zur weissen Frucht aufblähen (?)
Aber gehe ich recht mit meinen Überlegungen (ich bezweifle es), oder gibt es hierzu bessere Erkenntnisse zur Fruktifikation?
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AntwortenJa, ich nehme an, dass sich aus dem dunkelgrünen, zylindrischen Gebilde unterhalb der Narbe und der Perigonblätter die Frucht entwickeln wird. Ich werde den Pflanzen mal wieder einen Besuch abstatten und hier Fotos ergänzen. Pressieren tuts nicht, die Früchte nehmen sich etliche Monate Zeit, bis sie gegen Ende Jahr reif sein werden. Bei den gelblichen Strukturen denke ich mal etwas undifferenziert an "Hochblätter", die mit der Fruchtentwicklung nichts zu tun haben.
Bei der "Schein-Beere" gibts offensichtlich verschiedene Ansichten:
Im "Strasburger, Lehrbuch der Pflanzenwissenschaften, 37. Auflage, 2014) steht konkret
"... die Periantblätter sind mit den Staubblättern bzw. Fruchtknoten und Samenanlagen verwachsen: (P4 A4) bzw. (P4 G(2))".
Bei den Blütenformeln kennzeichnen die Klammern, was mit was verwachsen ist.
P = Perigon, A = Androeceum/Staubblätter, G = Gynoeceum/Fruchtknoten.
Nach dieser Interpretation wird der Fruchtknoten mit den Perigonblättern verwachsen - und schon haben die Perigonblätter bei der Fruchtbildung die Hände mit im Spiel und aus Sein wird zumindest ein bisschen Schein.
Ob es nun tatsächlich die Perigonblätter sind oder doch der Fruchtknoten unterständig und deshalb vom Achsengewebe umfasst wird weiss ich nicht...
Eine sehr detaillierte Auslegeordnung mit zahlreichen, farbenfrohen Mistel-Querschnitten (auch durch die Schein-Beere, "pseudo berry", mit Endo-, Meso- und Exokarp) bietet diese Publikation:
de Almeida, V.P. et al. 2023: Investigations on the morpho-anatomy and histochemistry of the European mistletoe: Viscum album L. subsp. album. Scientific Reports 13, 4604
https://doi.org/10.1038/s41598-023-29799-z
https://www.nature.com/articles/s41598-023-29799-z (open access)
Die Eiben, die sich in Baden-Württemberg überall ausbreiten sind übrigens durchweg die Hybride Taxus x media, bis auf die natürlichen Vorkommen auf der Schwäbischen Alb. Wie es in der Schweiz aussieht, entzieht sich meiner Kenntnis, aber mindestens in Siedlingen dürfte sie Situation ähnlich sein. Ohne die beiden Taxa wirklich unterscheiden zu können, meine ich, daß die Nadelform zur Hybriden paßt. Vergleiche den Schlüssen in Flora-De:
https://blumeninschwaben.de/Hauptgruppen/taxus.htm
Dominik
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AntwortenLiebe Muriel
Oh, das wäre spannend, falls du die weitere Entwicklung dieser weiblichen Blüte von Viscum album zur Frucht dokumentieren könntest! Die Entstehung und Reifung der Beere folgt ja einem ungewöhnlich langsamen Rhythmus, der insgesamt an die neun Monate in Anspruch nimmt, bis sie dann den Vögeln als willkommene Winternahrung dient.
In der Literatur findet sich ja immer wieder diese Angabe, dass das Ergebnis des Reifeprozesses keine echte Beere, sondern eine „Scheinbeere“ sei, mit der Begründung, dass sie nicht allein aus dem Fruchtknoten hervorgehe, denn das weiche Gewebe, das den Samen umhüllt, entstehe auch unter Einbeziehung der Blütenachse. Ich kann mir nicht recht vorstellen, wie da aus Sein Schein wird;-)
Auch der Same ist besonders, da es kein reiner Same ist, sondern bereits ein “Embryo”, der Chlorophyll enthält und sofort nach dem Kontakt mit Licht zu keimen beginnt, sobald er auf einem Wirtsast landet.
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