Vorweg: Ich habe nie auf die Unterarten geachtet. Den FH-Schlüssel anwendend sehe ich eine Pflanze mit wenigen, großen Blüten pro Knäuel. Bei der “Durchsichtigkeit der Kelchschuppen” scheitere ich schon daran, daß unklar ist, welche der sehr verschiedenen Hochblätter damit eigentlich gemeint sind. Ich hätte bei subsp. carthusianorum rausgeschlüsselt.
Der Dianthus-Schlüssel zur Flora Helvetica unterscheidet "Hüllblätter" und "Kelchschuppen". Die Hüllblätter wären also die äusseren Hochblätter, welche das Knäuel/Köpfchen einfassen, die Kelchschuppen die inneren, dem Kelch anliegenden.
Andere Dianthus-Schlüssel, andere Begriffe... die Exkursionsflora für AT bringt die "Aussenkelchblätter" (präzisiert manchmal mit "Innere AußenKB") und gelegentlich noch die "Hochblätter" ins Spiel. Und dem Rothmaler (Grundband, 2021) reicht der Begriff "Hochblätter".
Ich würde bei der Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) auf Artstufe bleiben.
Aus 2 Gründen:
Die Unterarten sind wackelig, ich zitiere die Exkursionsflora für AT bei Dianthus carthusianorum, Anmerkung 2 (EfÖLS, 2008, S. 345): "Die im Folgenden behandelten UArten sind höchst problematisch, weil nicht ausreichend erforscht; zB ist auch unklar, ob sich die Größenangaben in der Literatur auf weibliche, männliche od. zwittrige Blü beziehen. Varietätsrang wäre wahrsch. angebracht."
Wenn ich trotzdem annehme, dass die Unterarten save-and-sound sind und dann den Schlüssel der FH (2. Auflage, 2022) anwende, passen die Merkmale nicht wirklich für subsp. vaginatus (vielblütig, im Mittel ca. 12. Blüten) resp. ich kann die Merkmale aufgrund der Fotos nicht beurteilen (Länge der Platte und des Kelchs; Kelchschuppen trockenhäutig versus nur trocken).
Im Schlüssel zur FH (2022) gibts 2 Unterarten, auf infoflora 3... und die Fotos bei subsp. vaginatus passen meines Erachtens nur mässig zum Text (12blütig seh ich bei keinem Köpfchen). Das macht die Sache nicht einfacher.
Deshalb: hands off und bei der Art bleiben. Ist m.E. ehrlicher und korrekter.
@Muriel: Das mit "Hüllblätter" vs. “Kelchschuppen” ist leider nicht so einfach, wie das in den Schlüsseln dargestellt wird.
Der Blütenstand ist keine Dolde, bei der alle Blüten am selben Punkt entspringen, sondern vielfach verzweigt, mit sehr kurzen Ästen. An jeder Verzweigung sitzen aber wieder neue Hochblätter. Von unten nach obern unterscheiden sich diese Hüllblätter in Form, Größe und Beschaffenheit. Insbesondere findet man die carthusianorymtypischen Grannen nicht an allen Hochblättern. Das sorgt immer mal für Zweifel, ob man carthusianorum oder giganteus vor sich hat.
Dazu hatte ich vor ein paar Wochen im Flora-Germanica-Forum ein Bild von D. giganteus gezeigt (bei D. carthusianorum sieht es ähnlich aus):
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Vorweg: Ich habe nie auf die Unterarten geachtet. Den FH-Schlüssel anwendend sehe ich eine Pflanze mit wenigen, großen Blüten pro Knäuel. Bei der “Durchsichtigkeit der Kelchschuppen” scheitere ich schon daran, daß unklar ist, welche der sehr verschiedenen Hochblätter damit eigentlich gemeint sind. Ich hätte bei subsp. carthusianorum rausgeschlüsselt.
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RépondreDer Dianthus-Schlüssel zur Flora Helvetica unterscheidet "Hüllblätter" und "Kelchschuppen". Die Hüllblätter wären also die äusseren Hochblätter, welche das Knäuel/Köpfchen einfassen, die Kelchschuppen die inneren, dem Kelch anliegenden.
Andere Dianthus-Schlüssel, andere Begriffe... die Exkursionsflora für AT bringt die "Aussenkelchblätter" (präzisiert manchmal mit "Innere AußenKB") und gelegentlich noch die "Hochblätter" ins Spiel.
Und dem Rothmaler (Grundband, 2021) reicht der Begriff "Hochblätter".
Ich würde bei der Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) auf Artstufe bleiben.
Aus 2 Gründen:
"Die im Folgenden behandelten UArten sind höchst problematisch, weil nicht ausreichend erforscht; zB ist auch unklar, ob sich die Größenangaben in der Literatur auf weibliche, männliche od. zwittrige Blü beziehen. Varietätsrang wäre wahrsch. angebracht."
Im Schlüssel zur FH (2022) gibts 2 Unterarten, auf infoflora 3... und die Fotos bei subsp. vaginatus passen meines Erachtens nur mässig zum Text (12blütig seh ich bei keinem Köpfchen). Das macht die Sache nicht einfacher.
Deshalb: hands off und bei der Art bleiben. Ist m.E. ehrlicher und korrekter.
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RépondreVielen Dank Muriel
LG Urs-Peter
@Muriel: Das mit "Hüllblätter" vs. “Kelchschuppen” ist leider nicht so einfach, wie das in den Schlüsseln dargestellt wird.
Der Blütenstand ist keine Dolde, bei der alle Blüten am selben Punkt entspringen, sondern vielfach verzweigt, mit sehr kurzen Ästen. An jeder Verzweigung sitzen aber wieder neue Hochblätter. Von unten nach obern unterscheiden sich diese Hüllblätter in Form, Größe und Beschaffenheit. Insbesondere findet man die carthusianorymtypischen Grannen nicht an allen Hochblättern. Das sorgt immer mal für Zweifel, ob man carthusianorum oder giganteus vor sich hat.
Dazu hatte ich vor ein paar Wochen im Flora-Germanica-Forum ein Bild von D. giganteus gezeigt (bei D. carthusianorum sieht es ähnlich aus):
https://pflanzenbestimmung.flora-germanica.de/viewtopic.php?p=21084#p21084
Man sieht dort, daß die unteren drei Hochblattebenen trocken sind, die obersten aber nicht.
Dominik
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