Im Frühling 2025 (Ende April) habe ich die Regionen um Graz und Klagenfurt besucht und mich dort nach einigen interessanten Frühblühern umgesehen!
Am ersten Tag stieg ich spontan am Bahnhof Alling-Tobisegg südlich von Graz aus, wo es schöne Erlen-Bruchwälder zu sehen gibt. Hier findet sich immer z.B. wieder die Knollenmiere (Pseudostellaria europaea).
26 Réponses
Tag 2 führte mich an den Fuss der Koralpe SO von Graz und zwar in die Lassnitzer Klause bei Deutschlandsberg!
Cardamine trifolia ist eine Art, die man in Ostösterreich sehr regelmässig antrifft in den Wäldern!
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RépondreCardamine waldsteinii, eine zierliche Zahnwurz-Art, findet man hier ebenfalls, der Grossteil des Verbreitungsgebiets liegt dann aber in Slowenien.
Nach stundenlangen Umherklettern in der Lassnitzer Klause stiess ich dann auf ein Vorkommen des Glimmer-Steinbrechs (Saxifraga paradoxa), einem Endemiten des Gebiets der Koralpe. Dort wächst die Art meist in luftfeuchten Höhlungen und zeigt somit eine ähnliche Ökologie wie S. arachnoidea. Klar das Highlight des Tages!
Die osteuropäische Myosotis sparsiflora wächst an feuchten Waldstellen. Ihre Fruchtstiele sind auffallend verlängert und die unteren zurückgekrümmt. Die unteren Blüten besitzen Tragblätter und die Samen tragen ein grosses Anhängsel.
Pulmonaria stiriaca ist ein Subendemit der Ostalpen. Sie ist ähnlich wie officinalis, jedoch sind die Blätter an der Basis deutlich in den Stiel verschmälert.
Am dritten Tag zog es mich auf den Schöckl, den Grazer Hausberg.
Hier kann man Poa stiriaca finden, eine nahe Verwandte unserer nemoralis. P. stiriaca hat jedoch borstliche Grundblätter sowie ein längeres Blatthäutchen.
Das Scheibenschötchen (Peltaria alliacea) blühte leider noch nicht. Vegetativ ist es kaum von Fourraea alpina zu unterscheiden…
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RépondreDie ostalpine Verbascum alpinum ähnelt unserer nigrum, ist aber unterseits der Blätter dicht weisswollig und wächst eher montanen Lagen.
Orobanche salviae auf dem Klebrigen Salbei.
Hier konnte ich endlich auch mal die illyrisch verbreitete Vicia oroboides entdecken!
Am vierten Tag gings per Bus weiter nach Klagenfurt. Nach einem Stadtspaziergang bis zum Wörthersee zog es mich in die angrenzenden Wälder. Tephroseris crispa kannte ich bislang noch nicht.
An feuchten Waldstellen mehrfach wieder Myosotis sparsiflora.
Ebenso Pseudostellaria europaea.
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RépondreAm Tag 5 wanderte ich südlich von Klagenfurt auf dem Loiblpass in Richtung der slowenischen Grenze. Eine solche botanische Vielfalt habe ich noch selten in meinem Leben erfahren….
Hier ist die südostalpine Anemone trifolia viel häufiger als das gewöhnliche Bueschwindröschen.
Der Nesselkönig (Lamium orvala) beeindruckt durch seine Grösse.
Das Loiblpassgebiet ist eine der wenigen Regionen in Österreich, wo Hacquetia epipactis, die Schaftdolde, vorkommt.
Die illyrische Homogyne sylvestris.
Aremonia agrimonoides.
Daphne cneorum und Salix glabra (bei uns nur Region Denti Della Vecchia im Tessin).
Laserpitium peucedanoides ist ostalpin verbreitet und ähnelt einer kleinen siler.
Paederota lutea, das Gelbe Mänderle und Rhodothamnus chamaecistus, die Zwergalpenrose.
An meinem letzten Ferientag war ich im Bodental, dem Nachbarstal vom Loiblpass, unterwegs. Hier gab es schöne Bestände von Cardamine enneaphyllos, einer Verwandten von unserer kitaibelii, welche jedoch viel mehr als nur 3 Teilblätter aufweist.
Viola collina kennen wir ja bestens aus der Schweiz.
Soldanella minima ähnelt unserer pusilla, unterscheidet sich aber durch mehr und längere Drüsenhaare am Stängel sowie die Blätter.
Tolle Beobachtungen und schöne Bilder! Danke fürs Teilen!
Hattest du die Exkursionsflora für Österreich, Lichtenstein und Südtiol dabei? Oder den Rothmaler?
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RépondreDanke Simon! Bestimmt habe ich mit der Exkursionsflora für Österreich, da die meisten dieser Arten in Deutschland nicht vorkommen und also nicht im Rothmaler behandelt werden!