Reisfelder und andere Kulturen sind immer mal wieder für Überraschungen gut.
Ein wilder Arten-Mix und eine hohe "Unkraut"-Dichte, welche dem Reis zu Leibe rückt(e), gibts oder gabs bei diesem Reisfeld:
Am Rand wuchsen
- Gemeiner Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica)
- Schwarzbraunes Zypergras (Cyperus fuscus)
- Stachelige Flechtbinse (Schoenoplectus mucronatus)
Und für mich 2 neue Arten:
- Ammannia cf. coccinea
In der Schweiz offenbar auch aus anderen Reisfeldern bekannt.- POWO: https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:552672-1
- Acta Plantarum: https://www.actaplantarum.org/galleria_flora/galleria1.php?id=1137
- Portale della Flora d'Italia: https://dryades.units.it/floritaly/index.php?procedure=taxon_page&tipo=all&id=3333
- Flora von Portugal: https://flora-on.pt/#/1Ammannia+coccinea
- Flora Iberica: http://www.floraiberica.es/floraiberica/texto/pdfs/08_092_02%20Ammannia.pdf
- Carretero, J.L. 1982: El género "Ammannia" L. ("Lythraceae") en España. Anales del Jardín Botánico de Madrid, 39 (2): 273-277
https://dialnet.unirioja.es/servlet/articulo?codigo=2984097 - Raus, T. 1997: "Ammannia" ("Lythraceae") in Greece and the Balkans. Lagascalia, 19 (1-2): 851-856
https://dialnet.unirioja.es/servlet/articulo?codigo=224527 - Turki, Z.A. 2007: The genus Ammannia L. (Lythraceae) in Egypt. Fl. Medit. 17: 97-114
https://www.herbmedit.org/flora/17-097.pdf - Vladimirov, V. et al. 2017: Ammannia coccinea Rottb. (Lythraceae): the First Report for the Bulgarian Alien Flora. Acta zool. bulg., Suppl. 9, 2017: 39-42
https://www.researchgate.net/profile/Vladimir-Vladimirov-3/publication/322318216_Ammannia_coccinea_Rottb_Lythraceae_the_First_Report_for_the_Bulgarian_Alien_Flora/links/5a53ef00aca2725638cb54b4/Ammannia-coccinea-Rottb-Lythraceae-the-First-Report-for-the-Bulgarian-Alien-Flora.pdf
- Cyperus cf. difformis
- Infoflora: https://www.infoflora.ch/de/flora/cyperus-difformis.html
- POWO: https://powo.science.kew.org/taxon/urn:lsid:ipni.org:names:304311-1
- Acta Plantarum: https://www.actaplantarum.org/galleria_flora/galleria1.php?id=1343
- Portale della Flora d'Italia: https://dryades.units.it/floritaly/index.php?procedure=taxon_page&tipo=all&id=8079
19 Réponses
Alle Arten schön der Reihe nach:
Gemeiner Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica)
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RépondreSchwarzbraunes Zypergras (Cyperus fuscus)
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RépondreStachelige Flechtbinse (Schoenoplectus mucronatus)
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RépondreAmmannia cf. coccinea
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RépondreCyperus cf. difformis
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RépondreIch bin sehr froh um euren kritischen Blick auf die Funde: Alles korrekt bestimmt? Und wer weiss mehr zu Ammannia und Cyperus cf. difformis?
Freue mich auf Ergänzungen, Hinweise und eure Einschätzungen v.a. zu Ammannia und Cyperus cf. difformis!
Herzliche Grüsse, Muriel
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Répondre> Alles korrekt bestimmt?
Soweit ich das erkennen kann ja: Alisma anhand der Griffellänge und -stellung (offenbar wurde das Reisfeld nachmittags besucht), Cyperus fuscus ist trivial, Schoenoplectiella mucronata entspricht den Pflanzen, die ich kenne (wird auch als Zierpflanze in Teiche gesetzt).
> Und wer weiss mehr zu Ammannia und Cyperus cf. difformis?
Leider gar nichts, Süddeutschland ist zu trocken für Reisfelder.
Dominik
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Répondre> Alisma anhand der Griffellänge und -stellung (offenbar wurde das Reisfeld nachmittags besucht).
Ja, die Fotos von Alisma entstanden zwischen 13.45 und 14.15 Uhr :-)
Wie siehst du den Griffeln von Alisma an, ob die Fotos am Vor- oder Nachmittag gemacht wurden, @Dominik?
Unabhängig von der Tageszeit: Ich finde die Unterscheidung zwischen Alisma plantago-aquatica und Alisma lanceolatum ausgesprochen schwierig, auch mit dem Griffelmerkmal:
- A. plantago-aquatica: Narbe ⅛ bis ⅕ so lang wie der Griffel und fein papillös
- A. lanceolatum: Narbe ⅓ bis ½ so lang wie der Griffel und grob papillös
Grund für meinen Griffel-Narben-Murks bei Alisma: Das Zeugs ist einfach zu klein… und die Abgrenzung zwischen Griffel und Narbe an echten Exemplaren fliessend und nicht so einfach auszumachen wie auf geduldigem Papier.
> Cyperus fuscus ist trivial
Dann oute ich mich hier als Cyperus-fuscus-flavescens-Banausin. Nicht nur, weil ich die beiden nicht allzu oft sehe, sondern weil ich bei Cyperus flavescens mit reifen, dunklen, durchscheinenden Früchten auch schon meinte, Cyperus fuscus vor mir zu haben. Solange mir die Fehler auffallen, gehts ja noch, dann kann ich sie korrigieren… aber vermutlich (eher: sicher) hab ich nicht alle entdeckt.
Ich ergänze 2 Fotos von Cyperus flavescens mit reifen, dunklen, durch die hellen Deckspelzen durchscheinenden Früchten. Nach dem Regen kommen die Früchte noch besser zur Geltung.
> Wie siehst du den Griffeln von Alisma an, ob die Fotos am Vor- oder
> Nachmittag gemacht wurden
Die Griffel sind lang und aufrecht => Alisma plantago-aquatica => Blüht erst ab mittags. (Eselsbrücke: “p”lantago-aquatica blüht “pm”, also nachmittags.)
Bei A. lanceolata sind die Griffel deutlich kürzer und immer noch +- aufrecht. Diese blüht bis mittags und verwelkt dann schnell.
A. graminea hat kurze Griffel, die stark krümmt sind, so daß deren Spitze fast wieder den Fruchtknoten berührt. Ob sie auch vormittags blüht, weiß ich nicht, aber nachmittags hat sie offene Blüten.
Bei lanceolata und plantago-aquatica gibt es um die Mittagszeit eine Überschneidung.
Die Blätter als Bestimmungsmerkmal sind oft nur mäßig tauglich, weil alle drei Arten Blätter haben können, die A. lanceolata ähneln. Ich schaue lieber auf die Griffel.
Dominik
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RépondreAuf die Narben habe ich nie geachtet. Form und Länge der Griffel reichen eigentlich. Thomas hat das auf Flora-De schön dokumentiert:
plantago-aquatica: lang, wie ein Blumenstrauß:
https://blumeninschwaben.de/Einkeimblaettrige/Froschloeffelgewaechse/P1530269_xx.jpg
lanceolata: mittellang, zusammenneigend:
https://blumeninschwaben.de/Einkeimblaettrige/Froschloeffelgewaechse/Alisma_lanceolatum_sl12_3.jpg
gramineum: ganz kurs und stark gekrümmt:
https://blumeninschwaben.de/Einkeimblaettrige/Froschloeffelgewaechse/Alisma_gramineum_Leopoldshafen_C1_3.JPG
Das funktioniert in der Praxis gut. In meiner Gegend gibt es alle drei Arten (p.-a. häufig, g. gelegentlich, l. selten), so daß ich öfters auf die Griffel scheuen muß.
P.S.: Hab' das Thema mal an das Flora-Germanica-Forum weitergeleitet, Vielleicht kennt sich da wer mit Cyperus und Ammannia aus.
Dominik
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RépondreIch denke, Ammannia coccinea kann ich bestätigen. Ich kenne die Art ganz gut aus den südöstlichen USA, da sieht sie genauso aus, siehe angehängtes Bild. Als in Europa verwilderte Alternativen aus der eigentlichen Gattung Ammannia (excl. frühere Nesaea) kommen nur A. baccifera (hätte kleine Wirtel winziger Blüten), A. auriculata (stark bäumchenartig verzweigt, kleinere Blüten) in Betracht, A. latifolia ist in Europa noch nicht verwildert gefunden worden und A. robusta wäre viel größer.
Zum Thema Cyperus muss man sich durch die Publikation von Filip Verloove fräsen, die hier direkt heruntergeladen werden kann: https://www.researchgate.net/publication/269705349_A_conspectus_ofCyperussl_Cyperaceae_in_Europe_incl_Azores_Madeira_and_Canary_Islands_with_emphasis_on_non-native_naturalized_species. Das ist höllisch kompliziert, weil es viele ähnliche Arten gibt.
Leider fragt der Schlüssel von Filip viele kryptische Merkmale ab, die man auf den Photos nicht sieht. Aber nach der Beschreibung und nach der Tatsache, dass C. difformis die “große Schwester” von C. fuscus ist, würde ich sagen, C. difformis klingt schon sehr plausibel. Vielleicht mailt ihr einfach mal Filip an?
Gruß Michael
Herzlichen Dank, @Michael, für die Bestätigung von Ammannia coccinea!
Bin gespannt, ob sich diese Art halten kann nördlich der Alpen (ich hoffe sehr nicht…)… die Samen sind winzig, sehr zahlreich und scheinen auszureifen (Fotos im Wiki).
Dasselbe gilt für Cyperus difformis (Bestätigung von Dominik, mit dem zitierten Schlüssel; Fotos der winzigen Früchte ebenfalls im Wiki).
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RépondreDie hier nicht dokumentierte Hirse am Weg zum Reisfeld ist übrigens Panicum dichotomiflorum.
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RépondreDanke für die Ergänzung!
Ob Panicum dichotomiflorum (mit kahlen Blattscheiden im Unterschied zu den anderen Panicum-Arten) mit dem Saatgut eingeschleppt wurde oder bereits vorher da war, bleibt offen. Die Art findet sich recht oft am Rand von Mais-Äckern, im Tessin auch in Reisfeldern (unten ein Foto eines Reisfeldes bei Locarno mit Commelina communis und etwas versteckt Panicum dichotomiflorum).
Ammannia coccinea und Cyperus difformis gehen hingegen sicher auf Saatgut-Verunreinigung zurück (was mir bei so unterschiedlich grossen Samen resp. Früchten ein Rätsel ist; Reis ist riesig, Ammannia und Cyperus winzig). Arten fallen bekanntlich nicht vom Himmel und Ammannia und Cyperus difformis können im Mittelland unmöglich auf eine Samenbank im Boden zurückgreifen.
Apropos Reisfelder nördlich der Alpen: Neben Ammannia coccinea und Cyperus difformis sind in anderen Reisfeldern noch weitere Arten «aufgetaucht», die allerhöchstwahrscheinlich ebenfalls mit dem Saatgut eingeschleppt wurden:
Sicher noch weitere – gerne ergänzen!
Wer sich mit Echinochloa rumschlagen möchte (nicht jede Echinochloa ist eine E. crus-galli): Hier ein Schlüssel für die knifflige Gattung
https://phytokeys.pensoft.net/article/79499/
Et voici un site sur les rizières de Camargue, aussi avec Ammannia coccinea et Cyperus difformis (mille merci pour le lien, @Françoise)!
http://plantes-rizieres-camargue.cirad.fr/generalites/la_flore_du_milieu_rizicole/introduction
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Répondre*In* einem Reisfeld hätte ich eigentlich eher mit den feuchtigkeitsliebenden Arten Panicum barbipulvinatum oder schinzii gerechnet.
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Lindernia dubia in Reisfeldern ist interessant. Die Arte wandert am Rhein in den letzten Jahren eher von Norden nach Süden. In einem Altrheinarm bei Altrip nahe Mannheim haben wir 2022 während der Rekorddürre einige hundert Quadratmeter davon gesehen.
Dieses Jahr, bei noch rekordverdächtigerem Niedrigwasser, fanden wir dort eine einen Kilometer lange, dichte Matte von mehreren Metern Breite vor. Auch südlich von Karlsruhe ist sie auf der Höhe von Rastatt dieses Jahr gefunden worden.
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RépondreSpannend!
Lindernia dubia war in der CH bisher nur aus dem Tessin bekannt:
https://www.infoflora.ch/de/flora/lindernia-dubia.html
Reisfelder scheinen der neophytischen, aus Nordamerika stammenden Art aber zu behagen - Plantes des rizières de Camargue schreibt dazu
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Lindernia dubia est une dicotylédone aquatique annuelle, très fréquente dans les parcelles et très concurrentielle pour le riz irrigué. Cette espèce d'origine nord-américaine a été introduite en France au xixe siècle.
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On rencontre Lindernia dubia dans un tiers des parcelles de riz. Il peut être présent en peuplement très dense, mais il est le plus souvent visible par petits groupes.
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