Tote Kaulquappen?

wolfgang bischoff 16.06.2026

Als ich diese Gebilde heute im Breitmattusee unterhalb der Moosalp (VS) sah, meinte ich im allerersten Moment es seien tote Kaulquappen (siehe erste Abbildung). Kurz darauf stellte ich fest, dass das etwas pflanzliches sein muss und ich fand auch solche Gebilde mit jungen Trieben (Abb. 2). Wer kommt auf die Art? 

Breitmattusee, 16.06.2026 (wolfgang bischoff)
Breitmattusee, 16.06.2026 (wolfgang bischoff)

7 Réponses

Hallo Wolfgang

Evtl. Triglochin? Aber die Gebilde passen da nicht..

Grüsse, Lukas

Lukas hat's richtig erraten - es sind (die Reste) der Zwiebeln, die Triglochin palustris zur Überwinterung bildet! Hätt ich nicht rausgefunden, wenn ich nicht vor Ort all die Triebe von Triglochin gesehen hätt! 

Siehe weitere Bilder und Auszug aus “Hegi” weiter unten in den Antworten.  

Bei Unterwasserzwiebeln drängt sich die “Zwiebel”-Binse auf, also Juncus bulbosus?  Sterben die Pflanzen komplett ab und lassen nur die Zwiebeln am Grund zurück?

Juncus bulbosus würde fast passen, wenn da die Verbreitung auch noch stimmen würde. Aber was sonst könnte es sein?

Dann kommt natürlich ein Lauch in Frage. Der Schnittlauch ist da wohl am ehesten der richtige. Er wächst bis subalpin-alpin, an Bachufern und in Flachmooren. Die Verbreitungskarte stimmt. 

Allium würde ich wegen der Blattöhrchen ausschließen:  Auf dem unteren Bild ist offenbar der Austrieb einer Zwiebel zu sehen, und der sieht schwer nach Juncacea aus.

Dominik

Untenstehend weitere Bilder mit des Rätsels Lösung. 

Weiter entwickelte Triebe von Triglochin palustris; 16.06.2026 (wolfgang bischoff)
Blühende Triebe (und Rest eines letztjährigen Triebs mit geöffneten Kapseln) von T. palustris, 16.06.2026 (wolfgang bischoff)
Abbildung aus "Hegi" Band I. 2. Auflage. 1981. (wolfgang bischoff)
Info aus "Hegi" Band I. 2. Auflage. 1981. (wolfgang bischoff)