• Forum
  • Quelle plante à fleur ?

Viola cf suavis oberhalb Gampel

Jonas Brännhage
Jonas Brännhage 10.03.2026

Viola suavis ist oft nicht einfach zu bestimmen. Teils trifft man auf typische Exemplare, ist der Fall natürlich klar. Aber was tun, wenn ein Merkmal nicht passt (hier sitzen die Vorblätter zu hoch am Stängel - diese sollen laut Literatur deutlich unter der Mitte des Blütenstiels sitzen)? Ansonsten würde alles eigentlich gut passen…. Einen Blütenduft konnte ich nicht wahrnehmen, es war jedoch etwas windig und relativ früh am Tag.
Gefunden vergangenes Wochenende oberhalb von Gampel im Kanton Wallis in einem trockenen Flaumeichen-Föhrenwald.

08.03.2026 (Jonas Brännhage)
08.03.2026 (Jonas Brännhage)
08.03.2026 (Jonas Brännhage)
08.03.2026 (Jonas Brännhage)
08.03.2026 (Jonas Brännhage)
08.03.2026 (Jonas Brännhage)
08.03.2026 (Jonas Brännhage)
08.03.2026 (Jonas Brännhage)
08.03.2026 (Jonas Brännhage)
08.03.2026 (Jonas Brännhage)
08.03.2026 (Jonas Brännhage)
08.03.2026 (Jonas Brännhage)
08.03.2026 (Jonas Brännhage)

9 Réponses

Moin Jonas,

mir ist die suavis-Bestimmung noch nie selbst gelungen.  Wenn ich aber den Rothmaler durchklimpere spricht dieser als erstes von kahlen Fruchtknoten, während diese bei scabra, odorata, alba behaart sein sollen.  Leider hast Du nur Staubblätter herauspräpariert und abgelichtet.

Ein “durchgehendes weißes Band” auf der Unterseite der Kronblätter kann man mangels eines entsprechenden Fotos auch nicht sehen.

Die Nektarien sind laut Flora-De diese spronförmigen Anhängsel al den beiden unteren Staubblättern auf dem Foto.  Bei suavis sollen diese “+- parallelrandig” sein.  Aus dem vergleichenden Foto von infoflora.ch werde ich nicht schlau:

https://imgproxy.infoflora.ch/Pi-arFfgxZVcqkrC5G-_6w/rs:fit:1000:800:1/g:ce/aHR0cHM6Ly9pbWFnZS5pbmZvZmxvcmEuY2gvZmlsZXMvc3BlY2llcy8yMDIzLzAyLzIzL1Zpb2xhLmpwZw.jpg 

Mit den ganzen Behaarungsmerkmalen zu Blättern und Nebenblättern komme ich sowieso nie klar.  Bei mir bleiben erhebliche Zweifel, was die abgebildeten Pflanzen nun sind.

Dominik

Spannend! Ja, die Schweizer V. suavis finde ich auch schwer zu fassen. Sorry, ich bin keine Hilfe, sondern nur ein Fragender: Nächtsverwandt ist V. pyrenaica. Wie schliesst du die aus, abgesehen von den Ausläufern (die gemäss Literatur eher dick sein sollen und sich drum meiner Meinung nach kaum von verlängerten Sprossachsen unterscheiden, wie sie bei den meisten Rosettenveilchen ab und zu vorkommen)?

Chunnsch au an ZBG-Viola-Bestimmungsabend am 1.4.? Ich werd da immerhin berichten WARUM manche Veilchen so kompliziert sind! :) (nein es sind nicht die Hybriden! Oder eigentlich doch, jedoch nicht so wie man auf den ersten Blick meint ;-)

PS: Aso der schöne freigelegte Ausläufer ist schon sehr deutlich! In Kombo mit dem weissen Blütenschlund (für mich klar sichtbar) ist das eigentlich ein Killermerkmal für V. suavis! Ich finde es passt gut! :)

Danke für eure Antworten, ich liebe einen solchen Austausch :-)

Tatsächlich habe ich sehr zu meinem Ärger gewisse Bestimmungsmerkmale wie den Fruchtknoten (dieser wäre in diesem Stadium aber natürlich noch sehr klein gewesen) nicht fotografiert. Und meine Fotos der Kelchblätter (ob behaart oder kahl) sind leider allesamt verschwommen….
Bei dem Merkmal des weissen Bands bin ich mir unsicher, wie allgemeingültig dieses Merkmal für suavis wirklich ist. Auf jeden Fall habe ich dies schon in Ostösterreich bei typischen V. suavis geprüft und konnte dieses nicht erkennen…..

Die Nektarien von V. odorata sollen hauptsächlich dicker sein als bei suavis (>1mm) und oft violett gescheckt (wenn ich das noch richtig im Kopf habe). Diese würden also nicht schlecht zu suavis passen (wenn man nur diese beiden Arten beachtet).

Viola pyrenaica würde habituell tatsächlich ziemlich perfekt passen (genau so kenne ich diese Art), aber eben dieser Ausläufer stört mich….. Flora Gallica schreibt auch, dass die beiden Arten teils schwierig unterscheidbar sein können…

Am ehesten würde ich für eine bzgl. Vorblattposition (diese täte besser zu pyrenaica passen) etwas untypische V. suavis plädieren, aber eben….. Ich melde es trotz allem mal als V. suavis!

Klar komme ich an den Violakurs vom 1. April, ist schon fett eingetragen in der Agenda!!

Habe übrigens noch kurz FloID ausprobiert, da kommt aber (meines Erachtens) nichts schlaues heraus….

Viola collina 9.38%

Viola hirta 7.72%

Viola reichenbachiana 6.59%

Viola odorata 4.58%

Viola suavis 2.06%

Viola mirabilis 2.01%

………….

Viola pyrenaica 1.06%

Stefan Lefnaer hat mal wieder hervorragende Fotos zum Thema:

https://flora.lefnaer.com/cgi-bin/photosearch.pl?action=SPECIES;name=Viola%20odorata

https://flora.lefnaer.com/cgi-bin/photosearch.pl?action=SPECIES;name=Viola%20suavis

Wie man sieht ist “Fruchtknoten kahl” nicht gleichbedeutend mit “Fruchtknoten haarlos”.  :-P

Ja mich hat das Merkmal mit dem kahlen Fruchtknoten in der aktuellen Auflage des Rothmalers doch verwundert… auch die Flora Gallica meint dazu „capsule pubescente ou plus rarement glabre“!

In der Anmerkung unter suavis stehen im Rothmaler ziemlich uverständliche Ergänzungen. Ich lese das so, daß eigentlich Viola cyanea verschlüsselt ist, die aber in D immer als V. suavis kartiert wird.  Das ist nicht besonders hilfreich.

Ich habe noch den tschechischen Veilchenexperten Jiří Danihelka angefragt wegen seiner Meinung. Nach seiner Ansicht sind die Vorblätter am Stängel doch arg hochsitzend für suavis und die Kelchblattanhängsel etwas stark vom Stängel abstehend….. also womöglich doch nicht V. suavis!

Ich habe den Fund deshalb nur als cf gemeldet! Was auch immer es ist (ev. V. pyrenaica mit Ausläufern?!)….