Epilobium obtusa: Bis jetzt habe ich jeweils Epilobien mit leicht kantigem Stiel und Ausläufern immer als E. obscura indetifiziert. Jetzt bin ich plötzlich nicht mehr sicher wegen E. ciliata. Weiss jemand, ob diese neophytische Art auch Ausläufer macht?
5 Risposte
Was ist E. obtusa, ein Tippfehler?
Von den Flachlandarten ist E. oscurum die einzige mir sehr langen, fadendünnen Ausläufern. Das Vorhandensein irgendwelcher Ausläufer reicht nicht. Solche findet man in verschiedenen Ausprägungen bei E. alsinifolium, anagallidifolium, dodonaei, duriaei, fleischeri, hirsutum, hypericifolium (falls man die von montanum trennen will), lanceolatum, montanum, nutans, obscurum, palustre, parviflorum und manchmal roseum, sowie bei Hybriden. Keine ausläufer haben E. alpestre*, angustifolium*, brachycarpum (einjährig), ciliatum (keine der drei mittlerweile wieder einkassierten Unterarten), collinum, lamyi und tetragonum.
*: Im Herbst mit Stockknospen.
Dominik
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RispondiP.S.: Das sichere Mittel, um E. ciliatum zu erkennen, sind die Samen. Diese weisen auch schon in ganz jungem Zustand Papillen in Reihen auf ihrer Oberfläche und wirken daher längsgestreift. Das hat sonst keine der Verwechslungsarten.
Uiui, ein böser Tipfehler ist mir da unterlaufen, resp. sogar zwei. Danke Dominik für Nachfragen. Meine Frage war, ob von den Flachlandarten mit den keulenförmigen Narben nur E. obscurum Ausläufer bildet. Oder ob auch E. ciliatum solche macht. Diese Art hatte ich bis jetzt nie auf dem Radar. Darum die Nachfragen. Vielen Dank für deine Antwort.
Danke für den Zusatzhinweis mit den Papillen. Nur bei 30-facher Vergrösserung sehe ich kleine Papillen, aber nicht in Reihen, leider schaffe ich es nicht, ein Foto durchs Binok zu machen.
Papillen auf den Samen haben alle Arten in den deutschsprachigen Schlüsseln. Deren Größe, Form und Verteilung gibt zum Teil Auskunft über die zugehörige Art. Außerdem sind bei einigen Arten die Samen oben abgerundet, z. B. bei roseum oder obscurum, während sie bei anderen in einen kuren Hals verjüngt sind (ca. 0,05 bis 0,5 mm), auf dem dann der Pappus sitzt, z. B. bei ciliatum (sehr kurz, nur bis 0,05 mm).
Vom Wuchsort unterscheiden sich ciliatum und obscurum ebenfalls: E. obscurum fühlt sich an sehr nassen Orten wohl, etwa auf Steinen in Bächen, während ciliatum meist an Gehölzrändern zu finden ist. aber auch in feuchten Gräben.