Farn in einem Höhleneingang

martin.truessel@neko.ch
martin.truessel@neko.ch 05.05.2026

Gesehen auf 1700 m ü.M. Übergang Zentralschweiz/Berner Oberland (Brienzerhorn-Region, schattig, feucht, kalkig, in felsigem Gelände. Die Aufnahme erfolgte Mitte August. Sory habe ich aber keine gesehen, könnte es sein, dass der Standort dafür im Halbdunkeln der Höhle zu dunkel ist für die Sporenbildung?
Auf dem Foto sieht's so aus, als wäre das Exemplar einfach gefiedert. Oder täusche ich mich da?
Wenn es Polystichum cf. setiferum wäre, dann müssten es Fliedern 1. Ordnung sein. Doch wo wäre dann der Stiel? 

Ich würde die Bestimmung samt Quellenangabe in die Höhlendokumentation einfliessen lassen.

13.08.2017 (martin.truessel@neko.ch)
13.08.2017 (martin.truessel@neko.ch)
13.08.2017 (martin.truessel@neko.ch)

10 Risposte

Die Wedel sind sehr schwach entwickelt.  Daß sie jetzt einfach gefiedert sind, heißt nicht, daß sie das auch bleiben, wenn sie mal ausgewachsen sind.  Dabei kann es natürlich sein, daß sie an dem dunklen Standort immer so bleiben.  Nun kenne ich mich mit jungen Polystichum nicht aus und kann nicht sagen, ob die kahlen Mittelrippen eine Bestimmung in Richtung P. lonchitis zulassen.

Vielleicht kennt Michael Kessler (hier Mitglied) sich damit aus und kann sagen, ob das Exemplar schon für eine Bestimmung ausreicht.

Dominik

Dieser Farn ist mir für eine sichere Bestimmung zu klein bzw. jung. Sicher ist es ein Schildfarn (Polystichum) was sich an der "Nase" an den Fiedern zeigt. Es kann aber gut sein, dass wie Dominik schreibt, die folgenden Wedel im nächsten Jahr doppelt gefiedert sind.

Auch für Sori ist die Pflanze noch zu jung.

Vom Standort her würde ich P. setiferum und P. braunii ausschliessen.

Bleiben P. aculatum oder P. lonchitis. Weiter wage ich mich nicht vor.

Da ich mich gerade mit Moosen beschäftige. Kann jemand das Moos im Hintergrund von Bild 1 bestimmen? Ich tippe auf Fissidens taxifolius habe aber ein sehr eingeschränktes Mooswissen. 

Moritz

Und ja, wenn sich noch eine Determinierung bezüglich der Moose im Bildhintergrund ergibt, bin ich ebenso dankbar.
Ich könnte bei Interesse auch Moosproben an Höhleneingängen einsammeln, wenn ich jetzt dann nach der Schmelze des letzten Schnees wieder bei den Höhlen in Obwalden und angrenzende Gebiete bin (www.neko.ch). Ich bin da zurückhaltend, weil ich weiss, wieviel Arbeit damit unter dem Binok ansteht - ohne Gewähr, dass spannende Arten zum Vorschein kommen.

Da ich in den letzten Jahren  verschiedene Farne ab Sporen gezüchtet habe, habe ich P. lonchitis und P. aculeateum vergleichen können. Und für mich wäre dieser Fund ein Pol. lonchitis. Die Fiederchen sind sehr deutlich gezähnt, was ich bei sehr jungen P. lonchitis immer wieder beobachte (verschiedene Pflanzen), während es bei diejenigen von P. aculeatum nicht der Fall ist. Ich lade einige Fotos hoch zum Vergleich. Auch von der Lage und dem felsigen Untergrund würde ich auf Pol. lochitis setzen.   

Auf den Aufnahmen sind beide Arten ungefähr im gleichen Entwicklungsstadium. 

29.03.2025 Polystichum lonchitis (francoisealsaker)
29.03.2025 Polystichum lonchitis (francoisealsaker)
25.09.2021 Polystichum aculeatum (francoisealsaker)

In einem späteren Stadium in der Natur zeigen auch die Fieder von Pol. aculeatum deutliche Zähne, nur sind sie   mehr abgerundet.  

08.10.2020 Polystichum aculeatum (francoisealsaker)

Danke für deine Beurteilung aufgrund deiner Praxiserfahrungen. Ich werde noch cf. vor lonchitis hinzufügen, um korrekt zu bleiben. Es ist und bleibt spannend mit den Farnen.

Ja, das finde ich auch am besten mit dem cf. 

Toll wäre später schauen zu können, was sich dort im Frühherbst zeigt….  

Zur Bestimmung des Mooses links oben im ersten Bild siehe hier den letzten Beitrag:

https://pflanzenbestimmung.flora-germanica.de/viewtopic.php?t=4417

Ja, auch ohne die ganmzen Beiträge gesehen zu haben und die tollen Fotos von Francoise, habe ich spontan auf P. lonchitis getippt. Genau so kenne ich die Jungpflanzen von der Art.