Die Blüten sind nur am Morgen für wenige Stunden geöffnet und am Mittag bereits welk, die 5 gelben Kronblätter sind sternförmig ausgebreitet.
Der inoffizielle Zweit-Name "Morgenstern" bezieht sich aber selbstverständlich nicht auf die morgendliche Blütezeit, sondern auf die äusserst bewehrten Früchte. Barfuss laufen ist hier nicht angesagt: Die Spitzen auf den Früchten durchbohren nicht nur (dünne, abgelaufene) Flipflops, sondern auch einen Fahrradschlauch (letzteres weiss M.A. Fischer in den Korrekturen zur EfÖLS in Neilreichia 6: 297–325 (2011) zu berichten).
Wer auf eine 600er-Prüfung der SBG büffelt und ein Beispiel für eine Pflanzenart mit paarig gefiederten Blattspreiten sucht, die ohne Endranke, Dorn et al. auskommt: Das ist sie.
In der Schweiz ist die Art sehr selten an warmen, ruderal geprägten Standorten zu finden; im Mittelmeergebiet an praktisch jedem Strassenrand.
Welcher Morgenstern ist gesucht?
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Und dieses “irdische” Jochblattgewächs durchbohrt ohne Schwierigkeiten auch Schuhsohlen, wie ich aus Erfahrung am Mannheimer Hafen berichten kann. Auf dem Foto aus der Flora Germanica erahnt man es:
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RispondiOh ja… anbei ein Foto meiner Sandalen während einer Wanderung im österreichischen Seewinkel…
Mit dem Jochblatt sind mir die Schuppen herunter gepurzelt. In diese Dornen möchte ich nicht treten.
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RispondiDas mit dem Blühzeitpunkt kann ich bestätigen: um 10 Uhr blühte es im Wallis noch, später war es ganz unauffällig!
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RispondiWoow, grazie mille fürs Teilen eurer Erfahrungen und Fotos! Die Früchte haben es definitiv in sich... und meine abgelaufenen Flipflops waren für den Erd-Burzeldorn (Tribulus terrestris) offensichtlich keine angemessene Herausforderung.
Die Art wächst hier praktisch überall – und schlägt sich äusserst tapfer. Die Triebe können nicht nur auf dem Boden kriechen, sondern auch zwischen der Vegetation etwas hochwachsen oder einfach über eine Mauer runterhängen. Die Triebe werden zumindest im Mittelmeergebiet deutlich länger als die u.a. in der Flora Helvetica angegebenen 60 cm; gut 100 cm lang war der längste gemessene Spross eines Erd-Burzeldorns.
Unten ein paar ergänzende Fotos zur Wuchsform und zu den bewehrten Früchten.
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RispondiUm herauszufinden, ob die gelben Blüten an mehreren Vormittagen geöffnet sind oder ob sie an einem einzigen Morgen alles auf eine Karte setzen, hab ich einen Spross mit einem herumliegenden gelben Kabelstück markiert und an mehreren Tagen zu unterschiedlichen Zeiten angeguckt.
Das Resultat ist simpel: Jede Blüte ist nur an einem einzigen Vormittag von ca. 8.30 bis kurz nach 11 Uhr geöffnet. Anschliessend welken die gelben Kronblätter, die grünen Kelchblätter machen etwas länger einen fitten Eindruck. Die Früchte reifen im Eilzugstempo, sind zuerst grün, zur Reifezeit braun und zerfallen in 5 Teilfrüchte.
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RispondiDamit ist auch klar, dass Tribulus genau genommen kein Morgenstern ist, denn dieser ist nur vor dem Sonnenaufgang zu sehen;-))
Aber im Ernst: es gibt dort im Wallis neben Tribulus noch einen weiteren gelben Vormittagsblüher: Helianthemum salicifolium! Kommt man zu spät, sieht man ihn kaum mehr, da diese zierliche Cistacea nach dem Abfallen der Blütenblättchen sehr unscheinbar ist. Somit sind die Blüten nur wenige Stunden am Vormittag zu sehen, und wahrscheinlich blüht sie an bewölkten oder regnerischen Tagen überhaupt nicht.
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