Diese Zweige zeigten bilderbuchmässig auf, wie der Übergang von normalen Laubblättern zu meist 3-teiligen Dornen ausschauen kann. Stechende, pingelige Pflanzen-Morphologie, direkt am Wegrand.
Um welche sommergrüne Art handelt es sich?
Wo: Heute an der Alten Aare bei Lyss (BE).
7 Risposte
Die Früchte des Strauches sind im Osten sehr beliebt und gelten teilweise sogar als Grundnahrungsmittel.
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RispondiYep, die Früchte schmecken lecker oder vielleicht besser: erfrischend. Viel Speck am Knochen haben die reifen, sauren Früchte aber nicht – neben den meist 2 Samen pro Beere hats nicht mehr viel Platz fürs Fruchtfleisch.
Für die Grössenordnung der Früchte/Samen das Foto unten.
Ich tippe da mal auf Berberis vulgaris.
Die habe ich dort auch schon gesehen (:
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RispondiSali mitenand, an Berberis vulgaris habe ich auch gedacht, die Zweiglein könnten stimmen. Aber die Blätter stimmen gar nicht, Blätter verkehrt eiförmig, derb, fein und spitz gezähnt. Das ist es nicht, ich habe keine Idee. Gruss
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RispondiGenau :-) Die hübschen, mehrteiligen Dornen und die stacheligen, eher an Laubblätter erinnernden Gebilde gehören zur Gemeinen Berberitze (Berberis vulgaris).
Meist finde ich nur 3-teilige Dornen, am Ende der Zweige manchmal auch einfache – seltener weisen die Zweige v.a. im unteren Teil auch 5- oder 7-teilige Dornen auf.
So schön wie bei diesen Pflanzen hab ich den Übergang von sehr stacheligen Laubblättern (am Grund der Triebe) zu 3-teiligen Dornen an der Triebspitze noch nie «live» gesehen. Er illustriert perfekt, wie die Blattdornen zustande kommen.
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RispondiApropos Blatt(dorn)morphologie nach Bilderbuch:
Bei A. P. de Candolle (1827: Organographie vegetale) findet sich auf «Planche 9, Fig. 1+2» die Illustration eines Sämlings der Gemeinen Berberitze (Berberis vulgaris) und eines langen Zweiges mit von unten nach oben allmählich zu Dornen reduzierten Laubblättern:
https://archive.org/details/organographieveg00cand/page/n325/mode/2up
Diese alte Tafel war wohl die Vorlage für die Illustration, welche in der «Illustrierten Flora von Mitteleuropa» (Hegi, 1919; Band IV, Teil 1, Seite 7; Fig. 719, a-e) bei Berberis vulgaris auszugsweise wiedergegeben (und mit der Quellenangabe «nach A. P. de Candolle», ohne Jahreszahl zitiert) wurde.
https://dfg-viewer.de/show
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RispondiDanke für die Bilder, ich freue mich auch immer wenn ich diese “Übergangsblätter” sehe. Dass es diese vor allem in der Jugend und bei rasch wachsenden Neutrieben gibt, lässt sich vielleicht mit einer damit verbundenen Eigenschaft der Berberitze ergründen.
Da alle primären Blätter der Langtriebe zu Dornen umgewandelt sind, gibt es keine Blätter, die assimilieren können. Lösung: Sofort werden Kurztriebe gebildet, mit normalen günen Blättern. Das ist der Grund weshalb die Blätter der Berberitzen immer zu mehreren in Büscheln stehen und nicht einzeln (wie es sich für Langtriebe gehört).
Vielleicht helfen ja die Übergangsblätter Kraft für den ersten Kurztrieb zu sammeln.
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