Ich hab am Ackerrand mit Hundspetersilie (Aethusa cynapium) gerechnet – aber die Details (allen voran die komischen Kelchzähne und kugeligen, glatten Früchte) wollten nicht passen.
Die Art verspricht im Schlüssel "Pflanze mit auffallendem Wanzengeruch" (Rothmaler, Exkursionsflora AT).
Wer auch immer die Schlüssel getextet hat, die Schreiberlinge scheinen keine Fans der asiatischen oder lateinamerikanischen Küche zu sein.
Was wuchs hier in Müntschemier (BE) am Ackerrand?
12 Risposte
Man weiß nicht, was schlechter schmeckt, die Samen oder die Blätter: Beides wird separat “kulinarisch” verwendet. In mein Essen kommt weder das eine noch das andere. Na ja, es soll Leute geben, die auch Lavendel oder Currykraut mögen … Die Pflanzen in Wiesen und Äckern gehen oft auf Ansaatmischungen zurück.
Dominik
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RispondiIn mein Essen kommt beides, Samen und/oder Blätter, meist nicht nur "a little bit", sondern eine anständige Portion ;-)
Als ich kürzlich ein indisches Tomaten-Kokos-Dal mit roten Linsen ausprobierte, kaufte ich dafür gemäss Rezept auch einen Bund Korianderkraut. Sein Geschmack war zwar für mich etwas gewöhnungsbedürftig, aber an Wanzen fühlte ich mich dabei ehrlich gesagt keineswegs erinnert! Insgesamt passte es roh gut zu diesem Gericht.
Der Name geht offenbar auf das griechische κόρις (für „Wanze“) zurück wie auch bei der Gattung Coreopsis, wo es etwas leichter nachzuvollziehen ist, weil ihre Achänen Linné an Wanzen erinnert haben sollen, wie ich gerade nachgelesen habe. Na ja…..
Einzig bei Orchis coriophora kann auch ich das Wanzenartige durchaus nachvollziehen, denn ihre Blüten weisen einen unangenehmen Geruch nach Blattwanzen auf, welcher aber potenzielle Bestäuber wie Sandbienen sexuell erregt. Interessanterweise soll die Art im südlichen Areal ihres Verbreitungsgebiets anders riechen, und zwar nach Vanille und Mandeln!
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RispondiDann wäre der Wanzengeruch bloß ein Märchen? Es wäre schon ein großer Zufall, wenn die Art nach der Form der Früchte benannt wäre und unabhängig davon auch noch den gleichnamigen Geruch aufwiese.
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RispondiKoriander (Coriandrum sativum) ist Geschmackssacke – aber der "Wanzengeruch" in einem Bestimmungsschlüssel scheint mir sehr abwägig (abgesehen davon dass ich nicht genau weiss, wie Wanzen stinken). Neutral formuliert wäre "auffallend würzig riechend und schmeckend" eine Möglichkeit.
Wobei es mir nicht angebracht erscheint, die Doldenblütler nach ihrem Geruch oder Geschmack zu identifizieren... also lieber tolle Merkmale. Konkret für den Koriander könnten dies sein:
Und ein Hoch auf die indische Küche, by the way, egal ob mit oder ohne Koriander!
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RispondiJa, genau! Bin aber etwas erstaunt, Muriel, dass du nicht weisst, wie Blattwanzen und Baumwanzen (die umgangssprachlichen "Stinkwanzen") riechen...
Für mich gehört das zu den unvergesslichen Kindheitserinnerungen. Wenn ich z.B. In einem Baum war und Kirschen pflückte, konnte es nicht ausbleiben, dass ich früher oder später mit diesen Insekten in Berührung kam und damit auch mit ihrem penetranten, für mich geradezu brechreizerregenden Geruch, den man dann von der Hand oder von wo auch immer lange Zeit nicht mehr los wurde. Heute bin ich vorsichtiger geworden, und vermeide jeglichen Kontakt mit diesen Tierchen, soweit das irgendwie möglich ist. Auf jeden Fall würde mir nicht im Traum in den Sinn kommen, dass Koriander ähnlich riechen oder schmecken könnte. Finde ich auch abwegig!
Aber wer weiss: Vielleicht gibt es ja von den weltweit etwa 40'000 bekannten Wanzen-Arten (Heteroptera) tatsächlich einige, die ein unverwechselbares, feines Koriander-Odeur verströmen:-))
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RispondiFür mich riechen und schmecken die Blätter nach Seife. Ein übler Geruch ist mir noch nie aufgefallen. Möglicherweise ist das wieder eine dieser Legenden, die seit Urzeiten ungeprüft weitergegeben werden. Der Unfug in Büchern über “Naturheilmittel” und “Wildkräuter” ist einfach nicht auszurotten.
Hartnäckig auf der Haut klebende, fettlösliche Geruchsstoffe sollten sich mit Öl beseitigen lassen. Bei Chenopodium vulvaria funktionoiert das jedenfalls, vielleicht auch bei Wanzenstinkstoffen.
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RispondiPersönlich liebe ich Koriander! Finde aber schon, dass der Geruch demjenigen der Blattwanzen extrem ähnlich ist…. Was mich beim Essen aber nicht im Geringsten stört�
Wirklich? Kann das sein, dass das Geruchsempfinden so stark individuell differiert? Ich sehe es ähnlich wie Dominik: Das Korianderkraut hatte etwas Seifiges, leicht Gewöhnungsbedürftiges, aber keineswegs Abstossendes an sich!
Merci für den Lifehack mit dem Öl! Auf Chenopodium vulvaria bin ich noch gar nie gestossen, dessen Geruch ja dann wohl definitiv abstossend ist….
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Rispondi> Wirklich? Kann das sein, dass das Geruchsempfinden so stark individuell differiert?
Ja, das ist so, Geruchsempfinden ist zum guten Teil erblich und auch Übungssache. Persönliche Beispiele: Lavendel stinkt mir. Geranium robertianum roch für mich ursprünglich nur würzig, erst nach ein paar Jahren empfand ich das als Gestank. Anthriscus caucalis riecht für mich nicht anders als Gartenkerbel. Der angebliche “Bocksgeruch” bei Himantoglossum hircinum riecht für mich nach Vanille, bei Malva sclaraea oder Ononis repens empfinde ich es als angenehmen Duft (nicht nach Vanille). Es gibt Katzen, die bei Nepeta cataria komplett durchdrehen, andere läßt es ganz kalt. Meine Kater dagegen reiben sich gelegentlich daran, aber ohne großen Enthusiasmus.
Dominik
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RispondiDanke, sehr spannend! Ich persönlich konnte z.B. nie nachvollziehen, wie man darauf kommen kann, Juniperus sabina auch als “Stink-Wacholder” zu bezeichnen, hat er doch eines der besten Naturparfums im Wallis, das ich kenne. Auch habe ich eine Katze, der der Geruch von Baldrian schnurzpiepegal ist….
Auf jeden Fall zeigt all das ja, dass Geruch oder Geschmack als Bestimmungsmerkmale völlig ungeeignet sind!
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RispondiOft ist Geruch ungeeignet oder zumindest nicht zuverlässig. Es gibt aber Gegenbeispiele. Minzen lassen sich mit ausreichend Übung am Geruch identifizieren. Wenn ich im Training bin rieche ich problemlos aus deren Hybriden die beiden Elternarten heraus, und neulich stand ich vor einer vegetativen, mutmaßlichen Dreierhybride bei der ich zumindest erkannte, daß außer longifolia noch zwei weitere Duftkomponenten vorhanden waren. (Minzgeruch empfinde ich übrigens durchweg als unangenehm, außer bei Mentha pulegium.)
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