Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten in einer vielblütigen und dichten Rispe
    • 5 Kelchblätter lanzettlich, lange zugespitzt, ganzrandig, mit vereinzelten schwarzen Drüsen
    • 5 Kronblätter gelb, ohne oder mit wenigen schwarzen Drüsen; elliptisch, oft leicht asymmetrisch, unförmig; ganzrandig oder an einer Seite etwas gekerbt, etwa doppelt so lange wie der Kelch
    • Staubblätter mässig viele, 30–40(–60)
    • Fruchtknoten ohne Drüsen; die 3 Griffel etwas länger als Fruchtknoten

    Krauchthal (BE), 27.7.2023 (Muriel Bendel)

    Forst-Langenbühl (BE), 18.8.2023 (Muriel Bendel)

    Knospend; Reutigen (BE), 12.7.2021 (Muriel Bendel)

    Kelchblätter lanzettlich, lange zugespitzt; Krauchthal (BE), 27.7.2023 (Muriel Bendel)

    Vendllincourt (JU), 29.8.2024 (Muriel Bendel)

    Kronblätter oft etwas asymmetrisch; oft an einem Rand etwas gekerbt; Gampelen (BE), 28.7.2024 (Muriel Bendel)

    Relativ wenige (<40) Staubblätter; Gampelen (BE), 28.7.2024 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Kapsel spitz; etwa doppelt so lange wie der Kelch

    Forst-Langenbühl (BE), 18.8.2023 (Muriel Bendel)

    Forst-Langenbühl (BE), 18.8.2023 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd
    • 20–80 cm hoch
    • Stängel aufrecht, ästig, kahl, unten verholzt
    • Stängel bis oben deutlich geflügelt 4-kantig
    • Stängel auf den Kanten mit schwarzen Drüsen

    Krauchthal (BE), 27.7.2023 (Muriel Bendel)

    Bern (BE), 13.7.2025 (Marc Henzi)

    Stängel 4-flügelig; Krauchthal (BE), 27.7.2023 (Muriel Bendel)

    Forst-Langenbühl (BE), 18.8.2023 (Muriel Bendel)

    Bern (BE), 13.7.2025 (Marc Henzi)

  • Blätter

    • Blätter gegenständig; sitzend, halb stängelumfassend
    • Spreite oval; vorne stumpf (–spitzlich)
    • Blattrand schwarzdrüsig punktiert; flach
    • Spreite fein und dicht durchscheinend punktiert; vereinzelte schwarze Drüsenpunkte

    Blätter gegenständg; Krauchthal (BE), 27.7.2023 (Muriel Bendel)

    Blätter halb stängelumfassend; Bern (BE), 14.7.2025 (Marc Henzi)

    Spreite dicht fein durchscheinend punktiert; Krauchthal (BE), 27.7.2023 (Muriel Bendel)

    Spreite mit vereinzelten dunklen Drüsenpunkten; Gampelen (BE), 28.7.2024 (Muriel Bendel)

    Blattrand schwarzdrüsig punktiert, flach; Krauchthal (BE), 27.7.2023 (Muriel Bendel)

Lebensraum

  • Nasse bis wechselfeuchte Böden aller Art: Gräben, Ufer, Flachmoore, Hochstaudenfluren, …

Verbreitung

  • Schweiz: kollin (–montan) schweizweit verbreitet, vor allem Mittelland und Jura
  • Gesamtverbreitung: Europa, Vorderasien, z.T. Nordafrika: Verbreitungskarte auf POWO.

Mögliche Verwechslung

  • Die Merkmalskombination von 1) lange zugespitzten Kelchblättern, 2) Stängel bis oben mit 4 deutlich geflügelten Leisten und 3) Blattspreite mit dichten, feinen durchscheinenden Drüsen (Lupe!) macht die Art eindeutig. Dazu kommen die halb stängelumfassenden Blätter.
  • Das Gefleckte Johanniskraut (Hypericum maculatum) hat zwar auch Stängel mit 4 Kanten, meist sind aber nur 2 teilweise mehr oder weniger geflügelt. Vor allem ist die Form der breiten, mehr oder weniger stumpfen Kelchblätter völlig anders! Die Blätter sind meist nicht oder nur spärlich durchscheinend punktiert.
  • Des Etangs' Johanniskraut (Hypericum ×desetangsii) ist zwar unten 4-kantig, gegen oben aber oft nur 2-kantig. Höchstens die beiden Hauptleisten sind allfällig etwas geflügelt. Zusätzlich: Die Kelchblätter sind zwar ähnlich lanzettlich, aber oft mit aufgesetzter Spitze und vorn etwas gezähnelt. Die Blätter variieren, teilweise sind sie völlig durchscheinende Drüsen. 
  • Hybriden (vermutlich selten!)

Autor*in: Marc Henzi
Stand: 22. Januar 2026

Forum

Diskussionen der Community

Hypericum sp.

Ich sehe da Hypericum tetrapterum (Zahl der Staubblätter, Länge der Kronblätter) - nur die namensgebende Flügelung der Stängelkanten scheint  mir wenig ausgeprägt. Geht der Fund trotzdem als H. tetrapterum durch?
Unteres Wynental, Krautsaum am Wegrand, Jungwald, 530 m ü. M.

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