Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten gestielt, in einer Traube angeordnet; Blütenstand nach der Blüte verlängert (postflorales Wachstum).
    • Kelchblätter 4, kahl oder sehr spärlich behaart.
    • Kronblätter 4, weiss, (6–)8–16 mm lang, am Grund allmählich oder abrupt verschmälert (genagelt).
    • Staubblätter 6.

    Küssnacht a.R. (SZ), 7.5.2016 (wolfgang bischoff)

    Küssnacht a.R. (SZ), 7.5.2016 (wolfgang bischoff)

    La Combaz, Tévenon (VD), 31.5.2025 (Muriel Bendel)

    Môtiers (NE), 31.5.2025 (Muriel Bendel)

    Lucomagno (TI), 15.6.2016 (wolfgang bischoff)

    Olten, Chutzeflue (SO), 29.5.2023 (Muriel Bendel)

    Môtiers (NE), 31.5.2025 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Schoten sparrig abstehend bis aufrecht, aber nicht dem Stängel angedrückt; kahl.
    • Samen einreihig angeordnet; reife Samen braun, rund, flach, schmal geflügelt, Oberfläche fein rau.

    Reifende gestielte Früchte. Iffigenalp, Lenk (BE), 29.7.2025 (Muriel Bendel)

    Reifende Schoten grün, manchmal dunkelrot überlaufen. Iffigenalp, Lenk (BE), 29.7.2025 (Muriel Bendel)

    Reife, noch geschlossene Schoten. Iffigenalp, Lenk (BE), 29.7.2025 (Muriel Bendel)

    Reife Schoten sich am Grund öffnend. Iffigenalp, Lenk (BE), 29.7.2025 (Muriel Bendel)

    Tubeloch, Biel (BE), 13.6.2025 (Muriel Bendel)

    Samen einreihig angeordnet. Iffigenalp, Lenk (BE), 29.7.2025 (Muriel Bendel)

    Tubeloch, Biel (BE), 13.6.2025 (Muriel Bendel)

    Reife Samen schmal geflügelt, Oberfläche fein rau. Iffigenalp, Lenk (BE), 29.7.2025 (Muriel Bendel)

    Iffigenalp, Lenk (BE), 29.7.2025 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

Systematik

In Mitteleuropa wird die Alpen-Gänsekresse entweder als Art mit der Unterart subsp. alpina und der neophytischen Unterart subsp. caucasica aufgefasst (Fischer et al. 2008; Checkliste 2017) – oder als Aggregat mit den beiden Kleinarten Arabis alpina und Arabis caucasica (Rothmaler Grundband 2021) oder direkt als zwei unterschiedliche Arten (Flora Gallica 2014, Stace 2019, POWO). Unabhängig vom taxonomischen Status ist die Unterscheidung auf Grund von morphologischen Merkmalen oft knifflig. 

Lebensraum

Subsp. alpina: Auf relativ feuchten, steinigen, meist kalkreichen Böden; Felsschutt, Felsspalten, steinige Wegränder

Subsp. caucasica: Zierpflanze, gelegentlich v.a. in Mauern und Felsen verwildert.

Verbreitung

Subsp. alpina: Eurasiatisch-nordamerikanisch-westafrikanisch.
Verbreitungskarte auf POWO (= Arabis alpina).

Subsp. caucasica: Ursprünglich mediterran-westasiatisch.
Verbreitungskarte auf POWO (= Arabis caucasica).

Weiterführende Literatur

Karl, R. et al. 2012: Systematics and evolution of arctic-alpine Arabis alpina (Brassicaceae) and its closest relatives in the eastern Mediterranean. American Journal of Botany 99(4): 778–794
doi:10.3732/ajb.1100447
onlinelibrary.wiley.com

Koch, M.A. et al. 2006: Three times out of Asia Minor: the phylogeography of Arabis alpina L. (Brassicaceae). Molecular Ecology, 15: 825–839
doi: 10.1111/j.1365-294X.2005.02848.x
researchgate.net

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 9. Januar 2026

Forum

Diskussionen der Community

Arabis alpina ?

Bis auf die Art bin ich mir eigentlich sicher, wenn ich nicht massiv in die Irre bestimmt habe (Heimbestimmung, keine Belegexemplare mitgenommen …) . Spannend wäre die Frage, ob es sich um die subsp. caucasica oder um subsp. alpina handelt und ob das auf Grund der hier vorhandenen Bilder geklärt werden kann. Der Standort würde eher für  subsp. caucasica  sprechen, die Grösse der Kronblätter ebenfalls. Leider fehlt ein aussagekräftiges Bild der Fruchtstiele. Kann mir da trotzdem jemand Klarheit schaffen?

Aargau, Wynental, Böschungsverbauung/Gabione, nordostexponiert, 580 m. ü. M.,  Rand Weilerzone

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