Morphologie

Generative Merkmale

Vegetative Merkmale

Lebensraum

Verbreitung

  • Mediterrane Pflanze. Nach Norden dringt der Dingel bis Belgien, Deutschland und Tschechien, nach Osten bis in den Kaukasusraum und den Iran vor.
  • Verbreitungskarte auf Kew: Plants of the World Online.

Wissenswertes

  • Obwohl der Dingel meist etwas Chlorophyll enthält und Photosynthese betreibt, reicht diese nicht aus. Der Dingel ist daher zur Ernährung auf die Versorgung durch seine Wurzelpilze angewiesen, hauptsächlich Ektomykorrhizapilze aus der Gattung Russula (Täublinge). Damit gehört er zu den mykoheterotrophen Pflanzen.
  • In der Literatur wird der Dingel sowohl als autogam als auch als allogam beschrieben. Bei der Selbstbestäubung fallen die Pollenmassen aus den geöffneten Staubbeuteln auf die darunterliegende klebrige Narbe. Da die Blüten im Sporn Nektar absondern, ist aber auch Insektenbstäubung möglich.
  • Die Pflanzen können in ungünstigen (trockenen) Jahren auch unterirdisch blühen (Kleistogamie).
  • In der Schweiz liegen die Verbreitungsschwerpunkte des Dingels im Wallis, im Jura, im Tessin und im Rheintal bei Chur, ist aber überall nur selten anzutreffen. Er gilt in der Schweiz als "potentiell gefährdet" (NT).

Systematik & Taxonomie

Die Gattung Limodorum gilt traditionell als monotypisch, d.h. dass sie nur 1 Art enthält. Heute werden vereinzelt auch andere Arten oder Formen diskutiert (vgl. Limodorum trabutianum im westl. Mittelmeergebiet), jedoch bleibt die Gattung in Mitteleuropa durch diese eine Art geprägt.

Mögliche Verwechslung

Unverkennbar.

Weiterführende Literatur

  • Hegi, G. 1907: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band II  Lehmanns Verlag, S. 382–383
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 1. Springer Verlag, S. 597–598
  • Kreutz, C.A.J. 2024: Orchids of Europe, North Africa und the Middle East, S. 175
  • Reinhard H.R. et al. 1991: Die Orchideen der Schweiz und angrenzender Gebiete, Fotorotar Verlag, S. 128–129
  • Ausführliche Informationen zum Dingel (Limodorum abortivum) auf ageo.ch
  • Girlanda, M. et al. 2006: Inefficient photosynthesis in the Mediterranean orchid Limodorum abortivum is mirrored by specific association to ectomycorrhizal Russulaceae. In: Molecular Ecology. Band 15, Nr. 2, S. 491–504

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 31. Januar 2026

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Diskussionen der Community

Waldvögelein ohne Chlorophyll

Diese Cephalanthera longifolia in Vollblüte aber ohne Chlorophyll brachte mich ins Sinnieren: Der liebe Mykorrhizapilz scheint also ziemlich bedingungslos auch Kohlenhydrate zu liefern. Quasi ein offenes Evolutionstürchen, welches der ebenfalls in Vollblüte stehende Dingel bereits durchschritten hat.

Doch besonders fit sieht das arme Pflänzchen nicht aus. Die natürliche Selektion wir das Türchen also wohl gnadenlos wieder zuknallen! ;)

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