Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten gestielt; Blütenstiele am Grund ohne Tragblätter.
    • Kelchblätter 4, elliptisch, auf der Aussenseite oft mit einzelnen Borstenhaaren.
    • Kronblätter 4, 6–8 mm lang, ca. doppelt so lang wie die Kelchblätter; schwefelgelb, beim Abblühen oft rötlich bis violett werdend.
    • Staubblätter 6.
    • Am Grund der Blütenblätter mit stiftförmigen, < 1 mm langen, grünen Nektarien.
    • Fruchtknoten oberständig.

    (Lorenz Scherler)

    (Lorenz Scherler)

    Kelchblätter mit zerstreuten Borstenhaaren. La Neuveville (BE), 29.5.2025 (Muriel Bendel)

    Kelchblätter elliptisch und spärlich behaart (Lorenz Scherler)

    Ins (BE), 5.10.2023 (Muriel Bendel)

    Abblühende Kronblätter oft rötlich. La Neuveville (BE), 29.5.2025 (Muriel Bendel)

    Abblühend. La Neuveville (BE), 29.5.2025 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Schoten aufrecht bis schräg abstehend, 2–4 cm lang, am Grund ohne oder nur mit sehr kurzem verschmälerten «Fuss» (ca. 0.5 mm langes Karpophor); an der Spitze mit einem kurzen Schnabel.
    • Samen in jedem Fach (mehr oder weniger deutlich) zweireihig.
    • Fruchtklappen mit 1 feinen Mittelnerv → v.a. bei den reifen Schoten leicht hervorstehend und deshalb gut zu sehen.

    (Lorenz Scherler)

    Schote nur mit sehr kurzem verengten Füsschen (Lorenz Scherler)

    Reifende, an der Spitze kurz geschnäbelte Schote. La Neuveville (BE), 18.9.2025 (Muriel Bendel)

    Ins (BE), 5.10.2023 (Muriel Bendel)

    Reifende Schote. La Neuveville (BE), 29.5.2025 (Muriel Bendel)

    Fruchtklappe mit 1 feinen Mittelnerv. La Neuveville (BE), 29.5.2025 (Muriel Bendel)

    Schote am Grund ohne «Fuss» (Karpophor). Ins (BE), 5.10.2023 (Muriel Bendel)

    Unterer Teil der Schote. La Neuveville (BE), 18.9.2025 (Muriel Bendel)

    Reife, leere Schote, Scheidewand silbrig. La Neuveville (BE), 18.9.2025 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ein- bis zweijährig.
    • Stängel (10–)20–40(–50) cm hoch, nicht verholzt; oft kurz behaart, Haare rückwärts abstehend.
    • Stängel höchstens im unteren Drittel verzweigt und beblättert.

    Standort an Trockenmauer im Rebberg zeigt typische Wuchsform. (Lorenz Scherler)

    La Neuveville (BE), 29.5.2025 (Muriel Bendel)

    La Neuveville (BE), 18.9.2025 (Muriel Bendel)

    (Lorenz Scherler)

    Bern, 5.3.2018 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Blätter hauptsächlich grundständig und kurz gestielt.
    • Blätter wenig tief fiederteilig oder buchtig gezähnt.
    • Abschnitte nach vorn gerichtet, bis 3-mal so lang wie breit.

    Blätter hauptsächlich grundständig oder im untersten Stängeldrittel angeordnet. (Lorenz Scherler)

    La Neuveville (BE), 29.5.2025 (Muriel Bendel)

    Blattoberseite. (Lorenz Scherler)

    Blattunterseite. (Lorenz Scherler)

    Grundständige Blätter. La Neuveville (BE), 29.5.2025 (Muriel Bendel)

    Stängelblatt. La Neuveville (BE), 18.9.2025 (Muriel Bendel)

Lebensraum

Trockenwarme Äcker, Weinberge, Schuttplätze, Weinberge, Trockenmauern der kollinen und montanen Stufe

Verbreitung

Europäisch-mediterran-australisch.
Verbreitungskarte auf POWO.

Wächst in der Schweiz besonders in den Weinbaugebieten der Westschweiz und im Wallis, in den östlichen Landesteilen ist die Art meist eingeschleppt.

Etymologie

  • Griechisch diplos (doppelt) und taxis (Aufstellung, Reihe) nehmen Bezug auf die 2-reihige Samenanordnung in den Schotenfächern. 
  • Lateinisch murus = Mauer

Quellen

Hegi, G., 1919: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, IV. Band 1. Teil Dicotyledones, J.F. Lehmanns

Hess, H.E., Landolt, E., Hirzel, R., 1977: Flora der Schweiz. Band 2, Nymphaeacea  bis Primulaceae, Springer Basel, 2. Auflage

Eggenberg, S. et al. 2018: Flora Helvetica, Exkursionsführer. Haupt, 1. Auflage

Mögliche Verwechslung

Der Schmalblättrige Doppelsame (Diplotaxis tenuifolia) besiedelt die gleichen Lebensräume, hat einen ähnlichen Habitus und ebenfalls gelbe Kronblätter. Die Art ist jedoch ausdauernd und hat daher unten verholzende Stängel, die Blätter sind tendenziell tiefer eingeschnitten, die Kelchblätter meist kahl und die Schoten sind am Grund kurz (ca. 1 bis max. 4 mm) gestielt (d.h. sie besitzen einen «Fuss» resp. ein Karpophor).

Autor*in: Lorenz Scherler, Muriel Bendel
Stand: 17. Januar 2026

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