Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blütenstände 20–40(–50) cm über die Wasseroberfläche ragend.
    • Blütenstandsachse und Blütenstiele sehr kurz und dicht drüsenhaarig.
    • Blüten zu 3–7 in den Blattachseln angeordnet. 
    • Blüten verschiedengrifflig (heterostyl/distyl): Die Pflanzen haben entweder lange Staubblätter und einen kurzen Griffel – oder kurze Staubblätter und einen langen Griffel.
    • Kelchblätter 5, grün, auf der Aussenseite mit sehr kurzen Drüsenhaaren bedeckt, schmal lanzettlich, nur am Grund miteinander verwachsen.
    • Kronblätter 5, in der unteren Hälfte zu einer schmalen Röhre verwachsen; Kronzipfel ausgebreitet, hellrosa bis weiss, Schlund gelb, vorne stumpf bis leicht ausgerandet.

    Blütenknospen. Gampelen (BE), 7.5.2022 (wolfgang bischoff)

    Lörmoos (BE), 18.5.2019 (wolfgang bischoff)

    Blüte selten 6-teilig. Lörmoos (BE), 18.5.2019 (wolfgang bischoff)

    Blütenstände über die Wasseroberfläche ragend. Lörmoos (BE), 18.5.2019 (wolfgang bischoff)

    Lörmoos (BE), 8.5.2020 (francoisealsaker)

    Langgrifflige Blüten. Gampelen (BE), 7.5.2022 (wolfgang bischoff)

    Langgrifflige Blüten. Gampelen (BE), 7.5.2022 (wolfgang bischoff)

    Kurzgrifflige Blüten. Lörmoos (BE), 30.5.2016 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Fruchtstiele nickend.
    • Kapseln eiförmig, zur Reifezeit kürzer als der Kelch.

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd.
    • Stängel untergetaucht, meist im Wasser schwebend und mit langen Wurzeln im Schlamm verankert.
    • Bei stark schwankendem Wasserspiegel können die Pflanzen nicht nur Flachwasserformen, sondern auch Tiefwasserformen und Landformen ausbilden.
    • Landformen bleiben steril (d.h. sie bilden keine Blüten) und ihre Blätter sind deutlich kleiner als bei den untergetauchten Trieben. 

    Aarberg (BE), 24.5.2022 (wolfgang bischoff)

    Gippingen (AG), 24.5.2025 (wolfgang bischoff)

    Gippingen (AG), 24.5.2025 (wolfgang bischoff)

    Lörmoos (BE), 18.5.2019 (wolfgang bischoff)

    Mit der Gelben Teichrose (Nuphar lutea). Cressier (NE), 24.6.2024 (Muriel Bendel)

    Mit Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae). Meienriedloch (BE), 4.8.2022 (wolfgang bischoff)

    Lörmoos (BE), 30.5.2016 (Muriel Bendel)

    Meienriedloch (BE), 4.8.2022 (wolfgang bischoff)

    Als Landform auf nassem Boden wachsend. Gampelen (BE), 24.5.2022 (wolfgang bischoff)

  • Blätter

    • Blätter wechselständig (spiralig), manchmal aber in unregelmässigen Quirlen angeordnet.
    • Blattspreite kammförmig gefiedert; Fiedern lineal, selten am Grund gegabelt.

    Mit Wasserstern (Callitriche). Cressier (NE), 24.6.2024 (Muriel Bendel)

    Blätter dicht unter der Wasseroberfläche. Lörmoos (BE), 21.6.2016 (francoisealsaker)

    Lörmoos (BE), 30.5.2016 (Muriel Bendel)

    Lörmoos (BE), 30.5.2016 (Muriel Bendel)

    In einem trocken gefallenen Graben wachsend. Lörmoos (BE), 27.7.2025 (Muriel Bendel)

    Gampelen (BE), 24.5.2022 (wolfgang bischoff)

    Landform, auf nassem Boden wachsend. Lörmoos (BE), 25.6.2017 (francoisealsaker)

    Lörmoos (BE), 27.7.2025 (Muriel Bendel)

    Blätter wechselständig. Lörmoos (BE), 27.7.2025 (Muriel Bendel)

    Blattspreite kammförmig gefiedert (Landform). Lörmoos (BE), 27.7.2025 (Muriel Bendel)

    Im Wasser untergetaucht überwinternd. Cressier (NE), 20.1.2025 (Muriel Bendel)

Überwintern

Nach der Fruchtreife sterben die fruchtenden Triebe ab. Die Seitensprosse sinken ab, verlieren ihre Blätter (nur die noch wenig entwickelten Blätter an der Triebspitze bleiben erhalten), bilden Wurzeln und überwintern untergetaucht als sog. «Winterknospen» im Wasser. Bei tiefem Wasserstand können Seitensprosse auch direkt im Schlamm überwintern (Illustrierte Flora von Mitteleuropa, 1927, Band V, Teil 3, S. 1832 ff.).

Lebensraum

In stehenden oder sehr langsam fliessenden Gewässern; Gräben, Altarme, Tümpel, Verlandungszonen.

Verbreitung

Europäisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Genetik & Schutz

Aktionsplan Wasserfeder (Hottonia palustris L.), Artenschutzmassnahmen für gefährdete Farn- und Blütenpflanzen im Kanton Zürich. Juni 2023
pdf auf zh.ch

Keller, B.: Genetik und Schutz der Wasserfeder (Hottonia palustris) - eine in der Schweiz sehr selten gewordene Art. Präsentation, 27.1.2023
pdf auf infoflora.ch

Keller, B. et al. 2023. Genetische Untersuchungen an der Wasserfeder (Hottonia palustris) in den Kantonen AG, BE, ZH und TG 2022, Kurzbericht (unveröffentlicht), 15 S.

Weiterführende Literatur

Hegi, G. 1927: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band V, Teil 3, S. 1832 fff
dfg-viewer.de (ab S. 1832)

Hurck, S. 2022: Hottonia palustris – Wasserfeder (Primulaceae), Wasserpflanze des Jahres 2021. Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 13: 206–213
zobodat.at

Mögliche Verwechslung

Vegetativ sieht die Wasserfeder (Hottonia palustris) den Tausendblatt(Myriophyllum)-Arten etwas ähnlich – diese haben aber immer quirlständige, nicht wechselständige Blätter und sind vollständig kahl (ohne Drüsenhaare).

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 25. Februar 2026

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Tausendblätter (Myriophyllum)

So direkt nebeneinander sehen die Pflanzen selbstverständlich unterschiedlich aus – aber draussen hab ich diesen Vergleich kaum bis nie und ich habe mir bereits mehrfach die Zähne ausgebissen bei der korrekten Bestimmung dieser Arten resp. v.a. bei der Unterscheidung zwischen dem Brasilianischen Tausendblatt (Myriophyllum aquaticum) und dem Quirlblütigen Tausendblatt (Myriophyllum verticillatum). Und diese Unterscheidung ist wichtig und nicht einfach nur botanische Haarspalterei; grosse Bestände und/oder stattliche Individuen des invasiven Brasilianischen Tausendblatts (Myriophyllum aquaticum) sind schnell zu erkennen – aber einzelne, noch kleinere Pflanzen können dem als "potenziell gefährdet" eingestuften Quirl-Tausendblatt (Myriophyllum verticillatum) ähnlich sehen.

Was sind eure Erfahrungen bei der Bestimmung resp. Unterscheidung von (vegetativen) Tausendblatt-Pflanzen?
Habt ihr weitere, v.a. feldtaugliche Merkmale, ggf. auch Fotos fürs Wiki? 

Aktuell finden sich im Wiki Porträts zu diesen drei Arten:

Im Moment noch ein Fragezeichen ist für mich das neophytische, aus Nordamerika stammende und auch im Anhang 2.1 der FrSV aufgeführte Verschiedenblättrige Tausendblatt (Myriophyllum heterophyllum)... mit gezähnten Tragblättern im Blütenstand ist es sicher als solches erkennbar, auch wenn ich tatsächlich nur 4 (statt 8) Staubblätter zählen sollte – aber falls es (noch) keine Blüten ausbildet? Die Anzahl Abschnitte (resp. linealische Fiedern) ist eine schwammige Angabe; und eine Verbreitungskarte ist meines Erachtens nie ein Bestimmungs- oder Ausschlusskriterium. 

Auch noch nie gesehen hab ich das Armblütige Tausendblatt (Myriophyllum alterniflorum); blühend vermutlich gut vom Quirlblütigen Tausendblatt (Myriophyllum verticillatum) zu unterscheiden... aber vegetativ?

Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen, Ergänzungen, Korrekturen :-)
Lieber Gruss, Muriel

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