Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten zu 1–6 in deutlich gestieltem, doldenartigem Blütenstand.
    • Hüllblätter lanzettlich oder pfriemlich, 3–4 mm lang.
    • Blütenstiele 1–4 cm lang, kahl.
    • Blütenstandsschaft 4–6 cm lang, schlank, kahl.
    • Kelch glockenförmig, 3–5 mm lang, kahl.
    • Krone fünfzählig, mit ca. 4 mm langen, vorn deutlich ausgerandeten, weissen Zipfeln und wenig längerer Kronröhre (=Stieltellerblume).

    Oberwil im Simmental (BE), 16.7.2014 (Blumenwanderer)

    Le Chenit (VD), 17.6.2023 (Blumenwanderer)

    Le Chenit (VD), 17.6.2023 (Blumenwanderer)

    Oberwil im Simmental (BE), 16.7.2014 (Blumenwanderer)

    Chasseral, 25.6.2020 (Paul Hürlimann)

  • Früchte

    Kapsel beinahe kugelig, 3–4,5 mm lang, mit 5–10 Samen.

    Sigriswil (BE), 11.6.2025 (Blumenwanderer)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Ausdauerde, krautige Pflanze, 5–15 cm hoch werdend.
    • “Grundachse verlängert, verzweigt. Zweige bis 4 cm lang, blattlos an der Spitze eine Blattrosette tragend. Aus letzterer Blütenstandsschaft, Erneuerungsspross und gelegentlich weitere verlägerte Sprosse herauswachsend”. (Zit. Hegi, V, 3 p. 1809)
    • Stängel kahl, unter der Rosette (ohne Blätter) aber behaart (Sternhaare).

    Cortébert (BE), 10.6.2011 (Wolfgang Bischoff)

    Sigriswil (BE), 29.6.2008 (Muriel Bendel)

    Sigriswil (BE), 11.6.2025 (Blumenwanderer)

    Polsterartig wachsend. Boltigen (BE), 31.10.2017 (Blumenwanderer)

    Oft auf Kalkfelsen wachsend. Grand Cunay, 17.6.2023 (Paul Hürlimann)

  • Blätter

    • Wenige, locker angeordnete Blattrosetten.
    • Blätter lineal bis lineal-lanzettlich, ganzrandig, 1–2,5 cm lang, oberseits an der Spitze mit wenigen Sternhaaren, sonst kahl.

    Stängel herabhängend, mit Blütenknospen. Sigriswil (BE), 11.6.2025 (Blumenwanderer)

    Sigriswil (BE), 11.6.2025 (Blumenwanderer)

    Sigriswil (BE), 11.6.2025 (Blumenwanderer)

    Sigriswil (BE), 11.6.2025 (Blumenwanderer)

Lebensraum

Verbreitung

Wissenswertes

  • Blütenökologisch gesehen handelt es sich bei den Blüten des Milchweissen Mannsschilds um Stieltellerblumen: Staubblätter und Griffel befinden sich von aussen unsichtbar im Inneren der Kronröhre. Es liegt meist Dichogamie vor, und es erfolgt innerhalb einer Blüte spontane Selbstbestäubung, wobei aufgrund der Selbstkompatibilität diese erfolgreich zum Samenansatz führt.
  • In der Schweiz gilt der Milchweisse Mannsschild als potenziell gefährdet (NT gemäss Rote Liste 2016) und kommt im Jura vor, ebenso im Berner Oberland (z.B. Stockhornkette) und in den Freiburger Alpen.

Mögliche Verwechslung

Der Bewimperte Mannsschild (Androsace chamaejasme) hat

  • am Rand deutlich bewimperte, lanzettliche Blätter.
  • nur kurze Blütenstiele (innerhalb der Dolde) von 2-7 mm Länge.
  • einen lang behaarten Blütenstandsschaft.
  • vorn meist abgerundete Kronblätter. Der Schlund verfärb sich später oft rötlich.
  • Hegi, G. 1927: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band V, 3 Lehmanns Verlag, S. 1809–1810
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 2. Springer Verlag, S. 932

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 28. März 2026