Morphologie

Generative Merkmale

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Kompakt und kräftig wirkende, krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 10–40 cm.
    • Stängel stielrund bis schwach kantig, fast bis zur Spitze beblättert, am Grunde mit kurzen Scheidenblättern.
    • Ausdauernder Geophyt mit zwei eirunden Knollen als Überdauerungsorgan.

    Erst einzelne Blüte geöffnet. Fully (VS), 20.5.2021 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 20.5.2021 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 20.5.2021 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 20.5.2021 (Blumenwanderer)

    Am Trockenstandort im Unterwallis. Fully (VS), 20.5.2021 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 20.5.2021 (Blumenwanderer)

    Erst teilweise erblüht. Fully (VS), 4.5.2024 (Blumenwanderer)

    Am Standort im Oberwallis. Naters (VS), 13.6.2024 (Blumenwanderer)

  • Blätter

    • Blätter lanzettlich, bis 10 cm lang, 5–10mal so lang wie breit, rinnig gefaltet, die unteren aufrecht, die oberen klein, stängelumfassend.
    • 4–10 Laubblätter am Grunde rosettig gehäuft, die oberen in scheidige Stängelblätter übergehend.

    Etwas versteckt zwischen anderen Blütenpflanzen. Naters (VS), 13.6.2024 (Blumenwanderer)

    Unscheinbar am Standort im Oberwallis. Naters (VS), 13.6.2024 (Blumenwanderer)

    Kleine und grosse Pflanze am Trockenstandort im Oberwallis. Naters (VS), 13.6.2024 (Blumenwanderer)

    Naters (VS), 13.6.2024 (Blumenwanderer)

    Naters (VS), 13.6.2024 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 20.5.2021 (Blumenwanderer)

Lebensraum

Kollin/montan. Grasige, sonnige Abhänge auf wechselfeuchten, meist kalkhaltigen, lehmigen Böden. Magerwiesen in sommerwarmen Gegenden.

Verbreitung

Wissenswertes

  • Abgesehen von einigen monströsen Blütenbildungen ist Orchis coriophora wenig veränderlich. Eine Aufgliederung in Unterarten ist fragwürdig.
  • Die Blüten weisen einen unangenehmen Geruch nach Blattwanzen auf, welcher potenzielle Bestäuber wie Sandbienen sexuell erregt. Interessanterweise soll die Art im südlichen Areal ihres Verbreitungsgebiets anders riechen, und zwar nach Vanille und Mandeln!
  • Der Same enthält wie derjenige anderer Orchideen-Arten auch keinerlei Nährgewebe für den Keimling. Die Keimung erfolgt daher nur bei Infektion durch einen Mykorrhiza-Wurzelpilz.
  • Da das Wanzen-Knabenkraut als extrem konkurrenzschwach gilt, wird es sehr schnell von anderen Pflanzenarten verdrängt und verschwindet schnell. Die Art ist aus dem gesamten Mittelland verschwunden und gilt in der Schweiz laut roter Liste als stark gefährdet.

Systematik & Taxonomie

Bei einer Revision der Orchideenarten auf der Basis von genetischen Merkmalen durch Bateman et al. (1997) wurde das Wanzen-Knabenkraut gemeinsam mit einigen weiteren Arten in das Genus Anacamptis als Anacamptis coriophora (L.) R.M.Bateman, Pridgeon & M.W.Chase (1997) eingeordnet. 

Mögliche Verwechslung

Unverkennbar durch ihre dunklen, kompakten Blütenstände.

Weiterführende Literatur

  • Hegi, G. 1907: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 2 Lehmanns Verlag, S. 339-340
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 1. Springer Verlag, S. 627-628
  • Reinhard H.R. et al. 1991: Die Orchideen der Schweiz und angrenzender Gebiete, Fotorotar Verlag, S. 199-201
  • Niculescu, M.M. et al. 2023: Evaluation of phenotypic diversity in Anacamptis coriophora (Orchidaceae) populations from South Romania, Notulae Botanicae Horti Agrobotanici Cluj-Napoca 51(2): 13199  Researchgate.net
  • Ausführliche Informationen zum Wanzen-Knabenkraut (Orchis coriophora) auf ageo.ch (=Anacamptis coriophora)

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 12. Januar 2026