Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten untergetaucht, 1-geschlechtig (Pflanzen einhäusig) → wasserbestäubt.
    • Selten blühend, sich meist vegetativ vermehrend.
  • Früchte

    • Frucht (Nuss) an der Basis meist mit 2 abwärts gerichteten Stacheln.
    • Griffel an der reifen Frucht so lang oder länger als die Frucht.

    Griffel deutlich länger als die Frucht. Gampelen (BE), 27.7.2024 (Muriel Bendel)

    Früchte am Grund mit 2 langen, rückwärts gerichteten Stacheln. Gampelen (BE), 27.7.2024 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd, vollständig untergetaucht, können keine Landformen ausbilden.
    • Sprosse meist ca. 100 cm lang, selten bis > 300 cm erreichend.
    • Überwintert meist mit Turionen (Überwinterungsknospen) aus dicht stehenden Quirlen mit relativ kurzen, breiten, dunkelgrünen Blättern.

    Biel (BE), 24.9.2024 (Muriel Bendel)

    13.6.2016 (francoisealsaker)

    Letztjähriger, dunkelgrüner Trieb mit neuem Seitentrieb. Bad Säckingen (DE), 25.4.2026 (Muriel Bendel)

    La Neuveville (BE), 27.7.2022 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Blätter zu 6–8 in Quirlen, meist starr, dunkelgrün, 1–2(–3)-fach gabelig verzweigt → Blätter mit 2–4(–5) Zipfeln.
    • Blattabschnitte deutlich stachelig gezähnt.

    Neuer Seitentrieb. Biel (BE), 24.9.2024 (Muriel Bendel)

    Blätter 1–2-fach gabelig verzweigt. Biel (BE), 24.9.2024 (Muriel Bendel)

    Junge Blätter im Frühling deutlich schmaler und heller als die überwinternden, dunkelgrünen Blätter. Bad Säckingen (DE), 25.4.2026 (Muriel Bendel)

Lebensraum

In stehenden oder langsam fliessenden, meist flachgründigen, nährstoffreichen Gewässern; Teiche, Seeufer, Gräben.

Verbreitung

Weltweit verbreitet.

Verbreitungskarte auf POWO.

Name

Der Gattungsname Hornblatt/Ceratophyllum bezieht sich auf die gabelig geteilten Blätter, welche etwas an kleine Hörner erinnern (Griechisch keras für «Horn» und phyllon für «Blatt»).

Weiterführende Literatur

Casper, S.J. & Krausch, H.-D. 1981: Süsswasserflora von Mitteleuropa. Pteridophyta und Anthophyta, 2. Teil. Band 24. 

Schou, J.H. et al. 2023: Aquatic Plants of Northern and Central Europe including Britain and Ireland. Princeton University Press

Mögliche Verwechslung

Beim Zarten Hornblatt (Ceratophyllum submersum)

  • sind die Blätter hellgrün, weich, (2–)3–4-fach gabelig verzweigt → mit 5–8 Zipfeln,
  • die Blattabschnitte sind undeutlich stachelig gezähnt.
  • die Frucht besitzt am Grund keine Stacheln,
  • der Griffel ist deutlich kürzer als die reife Frucht oder sogar fehlend.

Die Nixenkraut-Arten (Najas) sehen mit ihren starren, gezähnten Blättern auf den ersten Blick ähnlich aus

  • zeichnen sich aber durch unverzweigte, grober gezähnte Blätter aus.

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 4. Mai 2026

Forum

Diskussionen der Community

Herzliche Einladung zur Expediton!

Vom Rhein-Ufer zu den Urgesteinskuppen des Südschwarzwalds
Gemeinsam mit der Zürcherischen Botanischen Gesellschaft.

Der Begriff "Expedition" bezeichnet eine Exkursion in ein Gebiet, das auch der Exkursionsleitung noch nicht bekannt ist. Das gemeinsame Abenteuer soll die Vernetzung unter Botanikinteressierten fördern und Spass machen. Die Expedition ist offen für alle, gratis und jede Person ist am Expeditionstag auf eigene Verantwortung unterwegs. Diesmal wird der Schwarzwald bei Bad Säckingen erkundet. Geologisch besteht der Schwarzwald aus granitischem und somit kalkfreiem Grundgebirge, was im Kontrast angrenzenden kalkhaltigen Mittelland und Jura steht. Ein Ziel der Expedition ist, diesen Kontrast auch floristisch ausfindig zu machen.

Datum: Samstag, 25. April 2026

Anreise (z. B.): 09:10 ab Zürich HB, 09:59 an Stein-Säckingen, Bahnhof

Treffpunkt: 10:00 auf dem Platz vor dem Bahnhof Stein-Säckingen

Route: Die Expedition startet mit der Unterquerung der Autobahn, die uns ans Schweizer Rheinufer führt. Rheinaufwärts spazierend halten wir Ausschau nach den letzten Frühblühern ev. vorhandener fragmentarischer Auenvegetation. Über die historische Holzbrücke queren wir die Landesgrenze und erreichen die Altstadt von Bad Säckingen, wo wir in der Kopfsteinpflasterung nach botanischen Entdeckungen suchen. Nördlich der Wohngebiete tauchen wir in den geschlossenen Wald ein. Hier schnuppern wir echte Schwarzwaldluft und untersuchen die floristischen Unterschiede zu unseren gewohnten Mittellandwäldern. Entlang des Gewerbebachs und vorbei an einem Wildgehege führt uns der Weg stetig bergauf. Unser Ziel ist der Röthenkopf (510 m ü. M.). In den dort anstehenden Gneisfelsen suchen wir nach Nordischem Streifenfarn, bewundern spezialisierte Silikatfels-Moose und halten Ausschau nach dem auf Google Earth verzeichneten, malerischen Föhren-Eichenwäldchen. Der Rückweg erfolgt z.B. über den Bergsee und die Dreiweiher.

Je nach Gruppendynamik und Gewächs am Wegrand werden wir schneller oder langsamer unterwegs sein. Picknick an einem schönen Plätzchen. Rückreise individuell.

Anmeldung: https://nuudel.digitalcourage.de/BnGIPGNpBJCNFQ8c

Ich freue mich drauf! Vielen Dank auch für die sehr hilfreiche Beratung zur Findung des Expeditionsziels in dieser Forum-Diskussion.

Herzliche Grüsse

Dani

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