Eterostilia

(Kurz- und Langgrifflige Blüte der Wald-Schlüsselblume (Primula elatior). 4.2022; Nadline)

Definition

  • =

    = Verschiedengriffeligkeit, d.h. bei gewissen Arten bilden die Pflanzen zwei (distyl) oder drei (tristyl) unterschiedliche Blütentypen aus. 

    Bei distylen Arten gibt es Pflanzen mit kurzgriffligen oder langgriffligen Blüten; bei tristylen Arten sind Pflanzenindividuen mit kurzgriffligen, mittelgriffligen oder langgriffligen Blüten zu finden. 

    Ausführlicher Artikel zum Thema auf Wikipedia.org

Beispiele

Weiterführende Literatur

  • ...

    Keller, B. et al. (2014): Heterostyly promotes disassortative pollination and reduces sexual interference in Darwin's primroses: evidence from experimental studies. Functional Ecology, 28 (6): 1413–1425
    doi.org

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Diskussionen der Community

Androsace

Zugegeben, ich hätte mich wohl einfach gewundert, dass A. alpina auch an trockenen Standorten wachsen kann. ;-)

Doch wusste ich bereits im Voraus, was ich auf meiner Pfingstwanderung antreffen könnte. Und in der nahe gelegenen Berghütte wurde ich zusätzlich und ungefragt auf die nur sehr lokal vorkommende Art hingewiesen.

Welche Art ist es, und wo führte mich meine Pfingstwanderung vorbei?

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Österreichischer Lein (Linum austriacum)?

Am Bielersee (Jurasüdhang) gibt es zahlreiche Standorte mit wunderschönem Lein (Linum), der sich aber regelmässig einer erfolgreichen Bestimmung entzieht. 

Die Merkmale sind:

  • Pflanzen ausdauernd, 30–45(–50) cm hoch
  • Blütenknospen nickend.
  • Kelchblätter (schmal) eiförmig, ganzrandig (ohne Drüsen, Wimpern o.ä.), Rand weiss, häutig; vorne stumpf oder mit einem kleinen aufgesetzten Spitzchen.
  • Fruchtstiele abwärts gekrümmt, Reifende Früchte nickend.

Mit diesen Merkmalen lande ich mit dem Bestimmungsschlüssel zur Flora Helvetica (App Version 2.7) in einer Sackgasse mit 2 Arten, wobei die Merkmale für keine der beiden Arten wirklich passen.

  • Entweder Linum alpinum: 10–30 cm hoch (naja). Knospen nickend (passt). Kronblätter im vorderen Teil sich nicht überdeckend (ja). Fruchtstiele aufrecht oder leicht geneigt (nope).
  • Oder Linum austriacum: 30–90 cm hoch (besser). Knospen aufrecht (nein). Kronblätter sich auch vorne überdeckend (nein). Fruchtstiele bogig hängend (ja).

Wenn ich die Bestimmungsliteratur wechsle sieht es klarer aus:

Mit der Exkursionsflora für Österreich (2008)geht es schnurstraks zu Linum austriacum. 

  • Frage 8: Fruchtstiele abwärts gekrümmt (Stängel vielblütig, (20–)30–60 cm hoch) -> Linum austriacum
  • 8': Fruchtstiele aufrecht-abstehend -> Linum alpinum & Linum perenne s.strictiss

Bei Linum austriacum ist nichts von aufrechten Knospen oder sich vorne überdeckenden Kronblättern zu lesen – und auf den Fotos auf flora.lefnaer.com ist beispielsweise hier bestens zu sehen, dass die Knospen von Linum austriacum sehr wohl nicken. 

Auch die Flora Gallica unterscheidet Linum alpinum und Linum austriacum aufgrund des Fruchtstiels (pédicelle fructifère); dieser ist dressée = aufrecht oder réfractée = zurückgebogen.

Flora Gallica, S. 824:

  • 9 Fleurs homostylées -> Linum leonii
  • 9’ Fleurs hétérostylées : styles << à >> étamines (souvent sur une même inflorescence, les fleurs à styles courts étant généralement majoritaires) -> Linum alpinum (pédicelles fructifères majoritairement dressées) und Linum austriacum (pédicelles fructifères majoritairement réfractés)

Der langen Rede kurzer Sinn:
Um Linum austriacum von Linum alpinum zu unterscheiden, braucht es die Fruchtstiele.
Das Merkmal der aufrechten resp. nickenden Knospen ist falsch.
Grösse der Pflanzen, Lebensraum, Verbreitungskarte sind nett, aber keine Kriterien.

Voilà. Wie seht ihr das, bin ich auf dem Holzweg, irgendwo im Lein-Gewirr verloren gegangen?
Was sind eure Erfahrungen beim Bestimmen dieser Gattung?

Bin gespannt! Lieber Gruss, Muriel


Die ersten Pflanzen aus La Neuveville (BE):

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Primula veris Subspezies und Heterostyl

Hallo zusammen

Ich habe zwei Fragen: 

  • Ist das Primula veris subsp. columnae, weil Kelch gleichlang wie Kronröhre? Jedoch ist Blattunterseite nicht grauweiss behaart.
  • Wisst ihr warum die länge des Kelchs oder die Kronröhre vermeintlich variiert. Sobald die Staubbeutel aufgrund der Heterostylie im Schlund sind, scheinen die Kelchblätter kürzer als die Kronröhre zu sein und wenn der Stempel länger ist scheinen die Kelchblätter gleichlang zu sein wie die Kronröhre. 

Bild 1-3: Staubbeutel direkt im Schlund und Stempel kurz

Bild 4-6: Staubbeutel tiefer im Schlund und Stempel lang

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Türkisfarbene Pollenkörner beim Blut-Weiderich (Lythrum salicaria)

Ein weiterer Fall für die Lupe (und einfach für schön): 

Die Blüten des Blut-Weiderichs (Lythrum salicaria) sind verschiedengrifflig – und sie haben nicht "nur" zwei unterschiedliche Griffel- resp. Staubblattlängen, sondern sogar drei. 

Die Blüten einer Pflanze besitzen also:

  • einen kurzen Griffel und mittlere + lange Staubblätter (= Blüte kurzgrifflig), oder
  • einen mittleren Griffel und kurze + lange Staubblätter (= Blüte mittelgrifflig), oder
  • einen langen Griffel und kurze + mittlere Staubblätter (= Blüte langgrifflig).

Damit nicht genug: 

Bei den kurz- und mittelgriffligen Blüten besitzen die langen Staubblätter dunkle Staubbeutel mit auffallenden türkisfarbenen, grossen Pollenkörnern; die kürzeren Staubblätter zeichnen sich durch gelbe Staubbeutel mit gelben, kleineren Pollenkörnern aus. 

Vor allem die grossen türkisfarbenen Pollenkörner sehen unter der Lupe einfach fantastisch aus – irgendwie ein bisschen surreal und nach Photoshop. 

Weitere Infos im Wiki, inkl. Literatur zur Pollenfarbe.

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Verschiedengriffligkeit beim Fieberklee

Auf den ersten Blick sehen die Blüten des Fieberklees (Menyanthes trifoliata) alle gleich aus – bei näherem Hinschauen gibt es aber kleine, feine Unterschiede: Die einen Pflanzen bilden langgrifflige Blüten, die anderen kurzgrifflige. Nach dem gleichen Prinzip der sog. "Verschiedengriffligkeit" (Heterostylie – hier Distylie, da 2 Griffellängen) sind auch die Blüten der Schlüsselblumen (Primula), von Lungenkräutern (Pulmonaria) oder der Wasserfeder (Hottonia palustris) aufgebaut. Ziel der ganzen Übung: Fremdbestäubung :-)

Infos zum Fieberklee im Wiki.

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