Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blütenstand: grosse, gewölbte bis flach gewölbte Doppeldolde, mit rund 30 (15–40) Doldenstrahlen
    • Hüllblätter zahlreich, linealisch-lanzettlich bis linealisch; mit breitem, trockenhäutigem Rand, dieser am Rand fein behaart; zur Fruchtzeit meist noch vorhanden und zurückgeschlagen.
    • Döldchen reichblütig, mit zahlreichen linealischen Hüllchenblättern, diese später ebenfalls zurückgeschlagen
    • Kronblätter: weiss, vorne ausgerandet, mit einem kleinen zurückgeschlagenen Läppchen an der Spitze

    Gros Mont (Charmey/FR), 24.6.2026 (Marc Henzi)

    Gros Mont (Charmey/FR), 24.6.2026 (Marc Henzi)

    Gros Mont (Charmey/FR), 24.6.2026 (Marc Henzi)

    Gros Mont (Charmey/FR), 24.6.2026 (Marc Henzi)

    Hüllblätter mit breitem, trockenhäutigem Rand, zurückgeschlagen; Gros Mont (Charmey/FR), 24.6.2026 (Marc Henzi)

    Hüllchenblätter zurückgeschlagen; Gros Mont (Charmey/FR), 24.6.2026 (Marc Henzi)

    Château-d'Oex (VD), 6.9.2019 (wolfgang bischoff)

  • Früchte

    • Früchte oval, zusammengedrückt, seitlich breit geflügelt

    Lac de Taney (VS), 31.8.2023 (Marc Henzi)

    Lac de Taney (VS), 31.8.2023 (Marc Henzi)

    Château-d'Oex (VD), 6.9.2019 (wolfgang bischoff)

    Château-d'Oex (VD), 6.9.2019 (wolfgang bischoff)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd, etwa 60–120 cm hoch; (ausser ganz kurzen Haaren im Blütenstand) kahl
    • Stängel am Grund grün, einfach oder oben wenig verzweigt, markig, gerillt

    Stängel am Grund grün, gerillt; Gros Mont (Charmey/FR), 24.6.2026 (Marc Henzi)

  • Blätter

    • Untere und grundständige Blätter lang gestielt, im Umriss schmal bis breit-dreieckig
    • Spreite 3- bis 4-fach gefiedert
    • Letzte Blattabschnitte schmal linealisch bis lanzettlich, stachelspitzig
    • Obere Stängelblätter weniger gegliedert, direkt auf der Blattscheide sitzend

    Spreite 3- bis 4-fach gefiedert; Gros Mont (Charmey/FR), 24.6.2026 (Marc Henzi)

    Letzte Abschnitte linealisch, stachelspitzig; Gros Mont (Charmey/FR), 24.6.2026 (Marc Henzi)

    Château-d'Oex (VD), 6.9.2019 (wolfgang bischoff)

Lebensraum

  • Felsige, buschige Hänge in sonniger Lage
  • Vorwiegend auf Kalk

Unterarten / Kleinarten

  • Die Art wird meist aufgeteilt in Unterarten oder Kleinarten: Peucedanum austriacum subsp. austriacum (= Peucedanum austriacum) und Peucedanum austriacum subsp. rablense (= Peucedanum rablense)
  • Peucedanum austriacum subsp. austriacum

    • Die Blattzipfel bei Peucedanum austriacum subsp. austriacum sind deutlich gröber: 1-2 mm breit und höchstens 5x so lang wie breit. In der Schweiz eher westlich: VD, FR, BE, Unterwallis.

    Gros Mont (Charmey/FR), 24.6.2026 (Marc Henzi)

    Gros Mont (Charmey/FR), 24.6.2026 (Marc Henzi)

  • Peucedanum austriacum subsp. rablense

    • Die Blattzipfel bei Peucedanum austriacum subsp. rablense sind deutlich feiner: 0,7-1,5 mm breit und die längsten 10–20 x so lang wie breit. In der Schweiz eher östlich: TI und Bündner Südtäler

    Plassa (Bergamasker Alpen/IT), 5.7.2023 (Marc Henzi)

    Plassa (Bergamasker Alpen/IT), 5.7.2023 (Marc Henzi)

Verbreitung

  • Schweiz: Westliche Alpennordflanke und Wallis (subsp. austriacum), sowie vereinzelt Tessin und Bünder Südtäler (subsp. rablense)
  • Gesamtareal: Mittel- und Südosteuropa; In Deutschland und Tschechien/Slowakei gilt die Art als eingeführt.
    Verbreitungskarten POWO: Peucedanum austriacum und Peucedanum rablense

Mögliche Verwechslung

Venezianischer Haarstrang (Peucedanum venetum):

  • Blätter wesentlich gröber (untere nur 2–fach gefiedert, Zipfel 3–4 mm breit)
  • Stängel hohl
  • Dolde meist nicht über 15 Döldchen
  • Hüllblätter abstehend

Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre):

  • Stängel am Grund auffällig rotbraun
  • Völlig andere Standorte: feucht bis nass

Autor*in: Marc Henzi
Stand: 8. September 2026

Forum

Diskussionen der Community

Peucedanum austriacum

Heute im Berner Oberland Peucedanum austriacum gesichtet.

Sehr auffallend - auch an den vegetativen Exemplaren - finde ich die weissen, hervortretenden Nerven (Leisten?) an Blattstielen und Stängeln. Nur bei schwachen Blättern fehlt dieses Merkmal. Ist das typisch für die Art? Oder gibts noch andere Apiaceae mit diesem Merkmal?

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