Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blütenstand: grosse, leicht gewölbte Doppeldolde mit bis zu 50 Döldchen
    • Hülle fehlend, vereinzelt 1-blättrig
    • Döldchen vielblütig, Blütenstiele dünn
    • Wenige, fädige Hüllchenblätter
    • Kronblätter weiss, vor dem Aufblühen manchmal rosa; klein, vorne ausgerandet und mit einem kleinen zurückgeschlagenen Läppchen, Randblüten nicht auffallend vergrössert

    Dolde mit zahlreichen Döldchen; Zermatt (VS), 24.7.2024 (Marc Henzi)

    Dolde wenig gewölbt; Mattmark (VS), 12.7.2026 (Marc Henzi)

    Kronblätter vorne wenig ausgerandet; Mattmark (VS), 12.7.2026 (Marc Henzi)

    Hülle fehlend; Zermatt (VS), 24.7.2024 (Marc Henzi)

    Wenige, fädige Hüllchenblätter; Mattmark (VS), 21.7.2026 (Marc Henzi)

    Mattmark (VS), 21.7.2026 (Marc Henzi)

    Noch geschlossene Blütenstände. Mattmark (VS), 9.7.2025 (Muriel Bendel)

    Kronblätter zuerst oft leicht rosa überlaufen, später rein weiss. Mattmark (VS), 9.7.2025 (Muriel Bendel)

    Gasterntal (BE), 22.7.2013 (francoisealsaker)

  • Früchte

    • Früchte breit geflügelt, fast rund, zusammengedrückt, mit schmalen Längsrippen; kahl

    Reifende Früchte. Hinteres Lauterbrunntal (BE), 15.7.2023 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd, 30–100 cm hoch
    • Ganze Pflanze zerrieben würzig duftend
    • Stängel (fast) kahl, gerillt, beblättert
    • Mit unterirdischen Ausläufern, deshalb oft in Gruppen wachsend; wissenschaftliche Illustration des Wurzelsystems und der Ausläufer auf
      https://images.wur.nl/digital/collection/coll13/id/819/rec/4 

    Mattmark (VS), 12.7.2026 (Marc Henzi)

    Sunnbüel, Kandersteg (BE), 19.7.2017 (francoisealsaker)

    Stängel kahl, gerillt; Mattmark (VS), 12.7.2026 (Marc Henzi)

    Ausgegrabene Pflanze mit unterirdischem Ausläufer. Gasterntal (BE), 22.7.2013 (francoisealsaker)

    Kandersteg (BE), 22.7.2021 (francoisealsaker)

    Mattmark (VS), 9.7.2025 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Blätter können gross werden (–30 cm)
    • Spreite derb, oberseits kahl, flächig
    • Spreite fast doppelt 3-teilig: Abschnitte 1. Ordnung gestielt, Abschnitte 2. Ordnung nur am Grund wenig verwachsen
    • Abschnitte 2. Ordnung  lanzettlich bis (breit-)elliptisch, unregelmässig asymmetrisch, Mittellappen oft vorne leicht 3-lappig; Seitenlappen 2-lappig
    • Rand gezähnt, Zähne mit Stachelspitze
    • Untere Blätter lang gestielt, obere Blattspreiten direkt auf dem scheidig verbreiterten Blattstiel sitzend
    • Oberste Blattspreiten 3-lappig

    Zermatt (VS), 24.7.2024 (Marc Henzi)

    Mattmark (VS), 12.7.2024 (Marc Henzi)

    oberste Blätter sitzend auf Scheide; Mattmark (VS), 12.7.2024 (Marc Henzi)

    Grundständige Blätter. Stockhorn (BE), 13.6.2024 (Muriel Bendel)

Lebensraum

  • Hochstaudenfluren, Gebirgswiesen, Läger, Schutthalden, Ufer
  • subalpin–alpin

Verbreitung

  • Schweiz: Alpen, Alpennähe
  • Ursprünglich mittleres, kontinentales Europa; verbreitet weiter im Osten, Skandinavien, USA: Verbreitungskarte auf POWO.

Mögliche Verwechslung

Riesen-Haarstrang (Peucedanum verticillare):

  • Untere Blätter 2–3-fach gefiedert
  • Stängel dick, rotbraun
  • Blütenstand rispig verzweigt mit vielen Dolden

Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium):

  • Blattspreite sehr vielgestaltig, meist tief gelappt, aber kaum doppelt 3-lappig
  • Randblüten einseitig vergrössert
  • Frucht oval
  • Stängel borstig behaart (nicht kahl)
  • Blätter borstig behaart (mindestens der Blattstiel und die Nerven auf der Unterseite der Fiedern)

Autor*in: Marc Henzi
Stand: 8. September 2026