Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten radiärsymmetrisch, bis 5 cm im Durchmesser, einzeln oder zu mehreren in Doldentrauben vereint.
    • Blütenstiel 1–2 cm lang, kahl.
    • Kelchblätter 5, ganzrandig (selten die äusseren mit einzelnen, kleinen Fiedern), postfloral sich aufrichtend, bis zur Fruchtreife bleibend, ausserseits oft flaumig behaart, meist mit in der Behaarung verborgenen Drüsen, länger als die Kronblätter.
    • Kronblätter 5, kräftig rosa bis karminrot.
    • Griffel ein grosses, weisswolliges Köpfchen bildend.
    • Staubblätter zahlreich.

    Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Bietet Wildbienen und Hummeln reichlich Pollen, aber keinen Nektar an. Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Hochblätter gross, die 1 cm langen, drüsenlosen Blütenstiele umhüllend. Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Angepflanzt in einer Hecke. Thun (BE), 11.5.2026 (Blumenwanderer)

    Kelchblätter meist alle ungeteilt, oftmals länger als die Kronblätter. Kelchbecher kugelig, nackt. Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Belp (BE), 2.5.2025 (Muriel Bendel)

    Kelchblätter manchmal auch mit Drüsen. Köniz (BE), 22.5.2023 (Muriel Bendel)

    Belp (BE), 20.5.2024 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    Reife Hagebutte (= Scheinfrucht!) meist kugelig, oft etwas scheibenförmig zusammengedrückt, drüsenlos, orange bis rot.

    Thun (BE), 9.7.2025 (Blumenwanderer)

    Scheinfrucht ca. 1 cm gross, kugelig, oft etwas scheibenförmig zusammengedrückt, drüsenlos, frühreif, rot, wenig fleischig. Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Uetendorf (BE), 18.9.2025 (Muriel Bendel)

    Uetendorf (BE), 18.9.2025 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Bis zu 1½ m hoch werdender Strauch mit rutenförmigen, glänzend braunroten Ästen.
    • An unterirdischen Achsen neue Schösslinge treibend und so ganze Kolonien bildend.
    • Blütenzweige mit gleichartigen, am Blattgrund meist paarweise angeordneten, gekrümmten, am Grunde verbreiterten Stacheln besetzt. Diese können jedoch auch fehlen.
    • Untere Zweige und Stamm oft auch mit zahlreichen Nadelstacheln und Stachelborsten.

    Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Stacheln leicht gekrümmt, unter den Laubblättern häufig gepaart. Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Die namensgebenden zimtfarbenen Äste. Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Belp (BE), 2.5.2025 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Blattspreite unpaarig gefiedert: 5-bis 7-zählig.
    • Fiedern oval, bis 3 cm lang und etwa 2mal so lang wie breit, 1-fach gezähnt, ohne Stieldrüsen an den Zähnen, oberseits dunkelgrün bis blaugrün, unterseits graugrün, flaumig, jedoch ohne Drüsen.
    • Blattstiel flaumig behaart, zwischen den Haaren oft einige Stieldrüsen verborgen.
    • Hochblätter gross, den Blütenstiel umhüllend.
    • Nebenblätter der blütentragenden Zweige ziemlich breit, mit divergierenden Öhrchen.

    Nebenblätter der blütentragenden Zweige meist ziemlich breit, flach, mit divergierenden, am Rande drüsenlosen oder zerstreut drüsigen, unterseits behaarten Öhrchen. Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Fiedern unterseits blass graugrün, mehr oder weniger dicht anliegend behaart. Kiesen (BE), 27.5.2025 (Blumenwanderer)

    Belp (BE), 21.4.2025 (Muriel Bendel)

    Nebenblätter und Blattstiel manchmal auch mit Drüsen. Belp (BE), 19.5.2025 (Muriel Bendel)

Lebensraum

Kollin bis montan. Feuchte, tiefgründige, lehmige Böden in Auenwäldern, andererseits auch an felsigen Hängen auf trockenen, flachgründigen Böden.

Verbreitung

Wissenswertes

  • In der Schweiz vor allem den Flussläufen entlang vorkommend, soweit Auenwälder vorhanden sind. Ein Verbreitungsschwerpunkt in der Schweiz befindet sich im Kanton Bern an der Aare zwischen Thun und Bern.
  • Die Blüten von Rosa majalis verströmen einen feinen Duft. Trotz ihres deutschen Namens „Zimt-Rose“ duften sie nach klassischer Rose und nicht nach Zimt. Der Name bezieht sich stattdessen auf die zimtbraune Färbung der älteren Äste und Triebe.
  • Die Zimt-Rose wird seit etwa 1600 in europäischen Gärten kultiviert, ohne jedoch als Zierpflanze stark verbreitet zu sein. Die Art wird bis heute auch in Hecken angepflanzt. Sie ist im Gebiet häufig aus früherer Kultur verwildert und völlig eingebürgert.

Systematik & Taxonomie

Bei Hegi und Hess unter dem Namen Rosa cinnamomea beschrieben.

Mögliche Verwechslung

Die für eine Wildrose relativ früh blühende Art ist unverwechselbar, insbesondere wenn auf die unterstrichenen Merkmale geachtet wird.

Weiterführende Literatur

  • Hegi, G. 1923: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band IV, 2 Lehmanns Verlag, S. 1046 – 1048
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 2. Springer Verlag, S. 447- 448

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 3. Juni 2026