Morphologie

Generative Merkmale

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd, mit dünnem Rhizom, 5–15(–20) cm hoch.
    • Stängel aufrecht, unverzweigt, kahl oder sehr zerstreut behaart; am Grund mit einem scheidenförmigen, häutigen, oft rötlich Niederblatt.

    Lörmoos (BE), 28.4.2017 (francoisealsaker)

    Oensingen (SO), 22.5.2016 (francoisealsaker)

    Lörmoos (BE), 30.5.2016 (Muriel Bendel)

    Blühende Pflanze mit 2 Laubblättern. Moosalp (VS), 6.7.2023 (Muriel Bendel)

    Blühende Pflanze mit 1 Laubblatt. Könizbergwald (BE), 5.5.2024 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Laubblätter bei blühenden Pflanzen meist 2 (selten 1 oder 3), bei nicht blühenden Pflanzen meist nur 1.
    • Laubblätter etwas über der Stängelmitte nahe beieinander stehend, kurz gestielt.
    • Blattspreite eiförmig, am Grund herzförmig; kahl, nur auf der Unterseite v.a. auf den Nerven zerstreut und unregelmässig behaart; parallelnervig.
    • Blattspreite in der Knospenlage zur Oberseite eingerollt.

    Stängel am Grund mit einem häutigen, oft rötlichen Niederblatt. Lörmoos (BE), 27.3.2025 (Muriel Bendel)

    Junge Blätter auf den Nerven der Unterseite behaart. Lörmoos (BE), 27.3.2025 (Muriel Bendel)

    Junge Blätter zur Oberseite eingerollt. Lörmoos (BE), 27.3.2025 (Muriel Bendel)

    Lörmoos (BE), 27.3.2025 (Muriel Bendel)

    Blattspreite eiförmig, am Grund herzförmig. Lörmoos (BE), 30.5.2016 (Muriel Bendel)

    Blattunterseite auf den Nerven mit abstehenden Haaren. Belper Giessen (BE), 21.4.2025 (Muriel Bendel)

    Binntal (VS), 5.6.2016 (Muriel Bendel)

Lebensraum

Auf feuchten Böden; in Wäldern, schattigen Gebüschen.

Verbreitung

Eurasiatisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Name

Der Gattungsname bezieht sich auf die Blütezeit im Mai (Lateinisch maius = Mai, Griechisch anthemon = Blüte), der Artname auf die Anzahl Laubblätter (bi = zwei, folium = Blatt).

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 27. März 2025

Forum

Diskussionen der Community

Gepunktet, marmoriert oder gesprenkelt: Zu welchen Arten gehören die drei Früchte resp. Samen?

Die drei Arten sind botanisch nicht näher miteinander verwandt und gehören zu drei unterschiedlichen Familien; die gepunkteten, marmorierten oder gesprenkelten Oberflächen ihrer Früchte resp. Samen sehen einander aber ein bisschen ähnlich (jedenfalls wenn ich 1,5 Augen zudrücke) :-)

Alle drei wachsen in der Schweiz; die mittlere kommt selten verwildert v.a. auf Ruderalflächen vor, die beiden anderen sind recht häufig und weit verbreitet.

Wer gehört zum Trio?

alla discussione

Lupentest oder einfach ein perfektes Beispiel für "papillös"

Oft ist ein konkretes Beispiel gäbiger als eine komplizierte Erklärung.
Mir geht es beim Begriff "papillös" so:
Aktuell lässt sich dieser Begriff beim blühenden Bärlauch (Allium ursinum) wunderbar live betrachten: Die Blütenstiele (nicht die Stängel) sind dicht mit kleinen Ausstülpungen (= Papillen) bedeckt (zumindest bei der in hiesigen Gefilden wachsenden Unterart subsp. ursinum). 

Und die offizielle Definition von "papillös" lautet so, 1:1 aus der Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein, Südtirol (2008):
"mit sehr kleinen, nur mit der Lupe sichtbaren Erhebungen oder Ausstülpungen (= Papillen); oft an Blatträndern". 

Falls es für die Papillen des Bärlauchs bald zu spät ist: Der Schopfige Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) besitzt dicht papillöse Gliederhülsen.

alla discussione