Morphologie

Generative Merkmale

Vegetative Merkmale

Lebensraum

Auf mässig feuchten, nährstoffarmen, meist sauren Böden; meist in Nadelwäldern.

Verbreitung

Eurasiatisch-nordamerikanisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Mögliche Verwechslung

Der Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum) bildet ebenfalls lange Ausläufer, seine Sprosse sind aber nicht gegliedert, die Sporangienähren meist zu 2–3 angeordnet und die Spitzen der (jungen) Blätter laufen in ein langes, weisses Haar aus. 

Schattenformen des Tannenbärlapps (Huperzia selago) können dem Wald-Bärlapp (Lycopodium annotinum) ähnlich sehen → auf den büscheligen Wuchs, die fehlenden Ausläufer, die in den Blattachsen angeordneten Sporangien und die Brutknospen an der Sprossspitze achten.

Widertonmoose (Polytrichum) bilden lang gestielte Kapseln, die Blätter sind regelmässig und sehr fein gesägt, die Pflanzen bilden keine oberirdischen Ausläufer.

«Alpestre»-Form

Wächst der Wald-Bärlapp (Lycopodium annotinum) in den Alpen an exponierten Standorten, sind die Pflanzen gedrungener, die Sporangienähren kürzer und die Frühlings- und Sommerblätter teilweise ganzrandig und oft etwas zur Sprossspitze gebogen. 

Diese alpinen Formen gleichen dem Taxon Lycopodium annotinum subsp. alpestre (Lycopodium dubium); Tribsch (2000) geht aber davon aus, dass dieses Taxon im Alpenbogen nicht vorkommt, sondern auf waldfreie Standorte in den (sub-)arktischen Regionen beschränkt ist. 

Tribsch, A. (2000): Lycopodium annotinum subsp. alpestre – auch in den Alpen? Wulfenia, 7: 49–56
zobodat.at

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 22. Dezember 2025

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Farnpirsch im Berner Oberland

Eine Mischung aus Info Flora Missionen, Flora-Patenschaften des Kantons Bern und frisch-von-der-Leber-weg-Blüemele führte vor zwei Tagen zwischen Kandersteg, Sunnbüel und Gasterntal zu unzähligen wunderbaren Beobachtungen. 

Im Zentrum der Expedition standen die Farne: Nicht jede Schatzsuche verlief erfolgreich (Woodsia alpina beispielsweise blieb trotz Hoch- und Runterkraxeln auf Silikatblockschutthalden unauffindbar) – aber bei einigen Angaben war unsere Suche von Erfolg gekrönt. 

Der klare Star des Tages: Der Zierliche Wimperfarn (Woodsia pulchella).
Diese Art wächst im abgesuchten Gebiet nicht nur in halbschattigen Kalkfelsritzen, sondern auch auf moosigen, schattigeren Standorten.
Für die Bestimmung wichtig: Der Schleier ist in haarförmige Fransen aufgelöst; der fast bis zum Grund grüne Blattstiel besitzt über dem Grund eine kleine, knotige Verdickung (Sollbruchstelle), die kaum sichtbar, aber beim vorsichtigen Drüberstreichen spürbar ist. Und die Wedel sind mehr oder weniger dicht mit Drüsenhaaren besetzt. 

Grösste Verwechslungsgefahr: Der Verwandlungskünstler namens Zerbrechlicher Blasenfarn (Cystopteris fragilis aggr.), der manchmal deutlich anders als Woodsia pulchella ausschaut, manchmal aber auch verblüffend ähnlich. 

Unten ein paar Fotos des unauffälligen Stars, des Doppelgängers Cystopteris fragilis aggr. – und von weiteren Farnpflanzen, die den Wegrand säumten: 

  • Grünstieliger Streifenfarn (Asplenium viride): Blattspindel von A-Z grün, v.a. auf kalkreichen Böden wachsend.

  • Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris): Blattspreite breit 3-eckig, kahl; auf kalkarmen Böden wachsend.

  • Ruprechtsfarn (Gymnocarpium robertianum): Blattspreite breit 3-eckig, drüsig (am einfachsten die Blattspindel kontrollieren); auf kalkreichen Böden wachsend.

  • Berg-Blasenfarn (Cystopteris montana): Blattspreite breit 3-eckig, 3- bis 4-fach gefiedert; auf den ersten Blick an einen sehr fein gefiederten Gymnocarpium erinnernd. 

  • Gelappter Schildfarn (Polystichum aculeatum): Meist in schattigen Lagen wachsend - hier mitten in einer Geröllhalde. Blattspreite wintergrün, ledrig, nach unten allmählich verschmälert, doppelt gefiedert → innerstes, zur Blattspitze gerichtetes Fiederchen deutlich vergrössert.

  • Lanzenfarn (Polystichum lonchitis): Blattspreite einfach gefiedert, Fiedern asymmetrisch, Sori auf jeder Fieder in 2 Reihen angeordnet.

  • Bunter Schachtelhalm (Equisetum variegatum): Zähne der Blattscheiden mit einem deutlichen, breiten weissen Rand.

  • Dorniger Moosfarn (Selaginella selaginoides): Pflanzen unverzweigt, nur wenige cm hoch; Sporangien in den Blattwinkeln der oberen Sprossabschnitten: oben Mikrosporangien, unten Megasporangien (heterospor).

  • Wald-Bärlapp (Lycopodium annotinum = Spinulum annotinum): mit Ausläufern und endständigen Sporangienähren, Sprosse gegliedert ("Jahrestriebe" bildend).

  • Tannenbärlapp (Huperzia selago): Sprosse 2- bis 4-mal gabelig verzweigt, in Büscheln wachsend (ohne Ausläufer), mit Brutknospen; Sporangien alle gleich (isospor), in den Blattwinkeln der oberen Sprossabschnitte (nicht in endständigen Sporangienähren).

  • Natürlich kein echter Doppelgänger - aber manchmal kann die Schnee-Heide (Erica carnea) von Weitem aussehen wie ein locker wachsennder Huperzia selago...
    Die quirlständigen Blätter der Schnee-Heide (Erica carnea) sind sehr kurz gestielt, der Blattstiel liegt dem Stängel an. 

  • Nordischer Streifenfarn (Asplenium septentrionale): Blattspreite etwas grasartig aussehend, an der Spitze unregelmässig gabelig in 2 bis 5 sehr schmale Abschnitte geteilt; auf sauren Böden wachsend.

  • Gemeiner Tüpfelfarn (Polypodium vulgare): Blattspreite fiederschnittig, 3,5–5-mal so lang wie breit.
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Farnpirsch im Hürital (SZ/UR)

Die heutige Suche nach dem Zierlichen Wimperfarn (Woodsia pulchella) im Hürital (SZ/UR) blieb leider erfolglos (wir waren für die Überprüfung von mehr als 10 Jahre alten Fundmeldungen unterwegs) – aber es tauchten unzählige andere Farne auf, die uns für das Gekraxel mehr als belohnten. 

Konkret fanden wir diese 21 Arten (sowie evtl. den Alpen-Wurmfarn Dryopteris expansa; der Schuppige Wurmfarn Dryopteris affinis ist vielleicht mit mehreren Taxa vertreten):

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