Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten endständig, aufrecht, mit 5 an der Basis verwachsenen Kronblättern.
    • Krone hellblau, weit glockenförmig, viel breiter als lang, bis etwa auf die Hälfte geteilt.
    • Kelchzipfel lanzettlich, spitz oder stumpf, dicht und kurz behaart, etwa halb so lang wie die Krone, Buchten dazwischen stumpf, ohne Anhängsel.

    5 Staubblätter, Blütendurchmesser 1-2 cm. Oberrothorn (VS), 31.7.2020 (Paul Hürlimann)

    Zermatt (VS), 23.7.2023 (Blumenwanderer)

    Mit Achillea nana wachsend. Zermatt (VS), 24.7.2019 (Paul Hürlimann)

    Zermatt (VS), 23.7.2023 (Blumenwanderer)

    Oberrothorn (VS), 28.7.2015 (Blumenwanderer)

    Oberrothorn (VS), 28.7.2015 (Blumenwanderer)

    Mit Cerastium uniflorum wachsend. Oberrothorn (VS), 28.7.2015 (Blumenwanderer)

    Oberrothorn (VS), 28.7.2015 (Blumenwanderer)

    Schilthorn (BE), 30.7.2019 (Blumenwanderer)

    Zermatt (VS), 23.7.2023 (Blumenwanderer)

    Links mit weisser Blüte! Oberrothorn (VS), 28.7.2015 (Blumenwanderer)

  • Früchte

    Kapsel aufrecht, dicht und kurz behaart, nahe der Spitze sich mit 3 Löchern öffnend.

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Wuchshöhe 1-5 cm, in lockeren Rasen wachsend.
    • Ausdauernd, mit kriechender Grundachse und sterilen Blattrosetten.
    • Grundachse dünn, sehr ästig, weithin kriechende, Rosetten tragende Stämmchen treibend.
    • Stängel seitlich aus den Achseln der untersten Blätter entspringend, bogig aufsteigend, unten kahl, oben behaart und bis unter die Blüte beblättert.

    Oberrothorn (VS), 28.7.2015 (Blumenwanderer)

    Schilthorn (BE), 30.7.2019 (Blumenwanderer)

    Zermatt (VS), 23.7.2023 (Blumenwanderer)

    Schilthorn (BE), 30.7.2019 (Blumenwanderer)

    Zermatt (VS), 29.7.21 (Paul Hürlimann)

  • Blätter

    • Blätter etwas fleischig, ganzrandig, am Rande behaart, zugespitzt.
    • Die Rosettenblätter oval, undeutlich gestielt, die Stängelblätter breitlanzettlich, schmäler als 1 cm.

    Schilthorn (BE), 30.7.2019 (Blumenwanderer)

    Schilthorn (BE), 30.7.2019 (Blumenwanderer)

    Schilthorn (BE), 30.7.2019 (Blumenwanderer)

Lebensraum

Verbreitung

Wissenswertes

  • Campanula cenisia ist eine Westalpenpflanze (westalpiner Endemit). Das Art-Epitheton bezieht sich auf den Fundort der Erstbeschreibung (durch Carlo Allioni, 1728–1804), das Mont Cenis-Bergmassiv (italienisch Moncenisio) in den Westalpen zwischen Frankreich und Italien. Es bedeutet übersetzt etwa „vom Mont Cenis stammend“.
  • So zart sie aussieht, so hart ist die Art in Nehmen, denn sie steigt regelmässig auf 3000 m ü.M. und darüber hinaus, und im Gran Paradiso-Massiv erreicht sie als Höhenrekord 3800 m ü.M. (Lino VACCARI, 1906). Campanula cenisia ist durch ihre Kleinwüchsigkeit gut an die extremen Bedingungen der alpinen Lagen angepasst.

Mögliche Verwechslungen

  • Keine, aber von ferne etwas an eine Enzianart erinnernd. 

    Was für ein Enzian blüht denn hier auf? Rosettenblätter der Mont Cenis-Glockenblume mit der Zwerg-Schafgarbe. Oberrothhorn (VS), 31.7.2020 (Paul Hürlimann)

Weiterführende Literatur

  • Hegi, G. 1918: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band VI,1  Lehmanns Verlag, S. 362 – 363
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 3. Springer Verlag, S. 396

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 29. Januar 2026