Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Scheindolden (3–)5-strahlig.
    • Hüllchenblätter sitzend, breit eiförmig, vorne zugespitzt, Rand in der vorderen Hälfte fein und unregelmässig gesägt.
    • Nektardrüsen des Hüllbechers rundlich; zuerst grünlich, bald gelblich bis rot.

    Nektardrüsen rundlich, zuerst grün. Camedo (TI), 15.5.2022 (Muriel Bendel)

    (Nicolas Schwab)

    Küssnacht a.R. (SZ), 5.5.2016 (wolfgang bischoff)

    Tüscherz (BE), 15.5.2023 (Muriel Bendel)

    Ravellenfluh (SO), 19.5.2016 (Muriel Bendel)

    Vairano (TI), 06.04.2022 (Nicolas Schwab)

    Scheindolde (3–)5-strahlig. Belper Giessen (BE), 9.5.2026 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Kapseln 3-teilig, auf den Rippen mit länglichen, grünen bis roten Warzen; dazwischen kahl → Warzen nicht die gesamte Fläche der Kapsel bedeckend.

    La Neuveville (BE), 2.5.2025 (Muriel Bendel)

    Lyss (BE), 30.5.2022 (Muriel Bendel)

    Ravellenfluh (SO), 16.5.2016 (Muriel Bendel)

    Hüllchenblätter in der vorderen Hälfte fein gesägt.Camedo (TI), 15.5.2022 (Muriel Bendel)

    Kapsel auf der Rippe mit länglichen Warzen, dazwischen kahl. Tüscherz (BE), 15.5.2023 (Muriel Bendel)

    Ravellenfluh (SO), 22.5.2016 (francoisealsaker)

    Belper Giessen (BE), 25.4.2024 (Muriel Bendel)

    Hüllchenblätter breit eiförmig, vorne zugespitzt. La Neuveville (BE), 2.5.2025 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform

    • Pflanzen ausdauernd, mit unterirdischen Ausläufern, 20–30 cm hoch.
    • Stängel aufrecht, rund, unverzweigt; v.a. in der oberen Hälfte ± zerstreut behaart.

    Küssnacht a.R. (SZ), 5.5.2016 (wolfgang bischoff)

  • Blätter

    • Blätter wechselständig (spiralig), sitzend, ohne Nebenblätter.
    • Blattspreiten lanzettlich; auf der Oberseite verkahlend, auf der Unterseite ± zerstreut behaart bleibend; in der vorderen Hälfte sehr fein gesägt.

    Rand in der vorderen Hälfte sehr fein gesägt. La Neuveville (BE), 2.5.2025 (Muriel Bendel)

    Stängelblatt. Belper Giessen (BE), 9.5.2026 (Muriel Bendel)

    Blätter im Frühling behaart, später auf der Oberfläche verkahlend. Caslano (TI), 31.3.2026 (Muriel Bendel)

Lebensraum

Auf frischen bis etwas trockenen, meist kalkreichen Böden; Laubwälder, Waldränder, am Rand von Waldwegen.

Verbreitung

Europäisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 18. September 2026

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Lupentest oder einfach ein perfektes Beispiel für "papillös"

Oft ist ein konkretes Beispiel gäbiger als eine komplizierte Erklärung.
Mir geht es beim Begriff "papillös" so:
Aktuell lässt sich dieser Begriff beim blühenden Bärlauch (Allium ursinum) wunderbar live betrachten: Die Blütenstiele (nicht die Stängel) sind dicht mit kleinen Ausstülpungen (= Papillen) bedeckt (zumindest bei der in hiesigen Gefilden wachsenden Unterart subsp. ursinum). 

Und die offizielle Definition von "papillös" lautet so, 1:1 aus der Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein, Südtirol (2008):
"mit sehr kleinen, nur mit der Lupe sichtbaren Erhebungen oder Ausstülpungen (= Papillen); oft an Blatträndern". 

Falls es für die Papillen des Bärlauchs bald zu spät ist: Der Schopfige Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) besitzt dicht papillöse Gliederhülsen.

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Rothmaler - Euphorbia dulcis ohne Milchsaft?

Gemäss Rothmaler (Grundband, 22. Auflage, 2021) haben alle Wolfsmilch-Arten (Euphorbia) Milchsaft - ausser die Süsse Wolfsmilch (Euphorbia dulcis); Seite 494, Gattungsinfos.

Ich hab die Probe aufs Exempel gemacht, bei Pflanzen am Jurasüdfuss bei Oensingen - und die Pflanzen hatten sehr wohl sehr viel Milchsaft. 

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