Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten kurz gestielt, radiärsymmetrisch mit 1-1½ cm im Durchmesser; einzeln in den Blattachseln erscheinend.
    • Kelchblätter 5, 3-4 mm lang, unterseits behaart.
    • Kronblätter 5, 4-5 mm lang, gelb, hinfällig.
    • Staubblätter 10.
    • Fruchtknoten 5fächerig, borstig behaart.
    • 1 Griffel, pyramidenförmiger, 5kantiger Narbenkopf.

    Elba (IT), 24.9.2026 (Muriel Bendel)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Kronblätter früh welkend, Kelchblätter ausserseits und Blütenstängel borstig behaart. Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

  • Früchte

    • Spaltfrucht; diese in 5 warzige, dornige und geflügelte Teilfrüchte zerfallend, wobei es eine grosse Variabilität gibt in der Bedornung, die auch fehlen kann.
    • Teilfrüchte 3seitig, auf der Aussenseite mit zahlreichen Dornen und Zähnen; die einzelnen, nicht öffnenden, knochigen Teilfrüchte sind mehrsamig. 

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

Generative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Einjährige, krautige, borstig behaarte Pflanze.
    • Stängel niederliegend, 10-60 cm lang, verzweigt und mit kurzen, krausen oder borstigen Haaren.
    • Es besteht eine Pfahlwurzel, der die Stängel radial entspringen.

    Fully (VS), 2.7.2026 (Paul Hürlimann)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Paul Hürlimann)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Pflanzen nicht blühend eher unauffällig. Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Pflanze manchmal auch etwas aufrecht wachsend. Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Ganze Pflanze borstig behaart. Fully (VS), 2.7.2026 (Paul Hürlimann)

  • Blätter

    • Blätter gegenständig, paarig gefiedert mit 5-8 Fiederpaaren.
    • Teilblätter schmal oval, behaart, bis 1cm lang.
    • Nebenblätter klein, 3eckig.

    Ganze Pflanze inkl. Früchte borstig behaart. Fully (VS), 2.7.2026 (Paul Hürlimann)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Mit kleinem Nebenblatt am Grunde der Rhachis. Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Nebenblatt sehr klein. Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Blattunterseite. Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Blattoberseite. Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Oberseite der Fiederblättchen spärlich behaart. (Blumenwanderer)

    Unterseite der Fiederblättchen borstig behaart, ebenso die Rhachis. (Blumenwanderer)

Lebensraum

  • Kollin bis montan. Trockene, sandige Böden in warmen Lagen. 

    Weinberge und Wegränder.

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

    Fully (VS), 2.7.2026 (Blumenwanderer)

Verbreitung

  • Ursprünglich mediterrane Pflanze.
    Heute in wärmeren Gebieten der Erde überall eingeschleppt.
  • Verbreitungskarte auf Kew: Plants of the World Online.

Wissenswertes

  • Es besteht Klettausbreitung.
  • Der Fruchtstand ähnelt einem Malteserkreuz und die einzelne Frucht der zuerst von den Römern verwendeten Defensiv-Waffe „Krähenfuss“, die auf Lateinisch “Tribulus” heisst: „Krähenfüsse dienten dazu, gegnerische Infanteristen an den Füssen und Pferde der Kavallerie an den Hufen zu verletzen, um sie somit in ihrem Vormarsch aufzuhalten und zumindest zeitweilig kampfunfähig zu machen. Dazu wurden sie vor oder bei einer Schlacht grossflächig auf dem erwarteten Aufmarschgebiet des Feindes ausgebracht. Auf den meisten Böden wie im Gras, Sand, auf Äckern und Feldern sind Krähenfüsse in der Hektik einer Schlacht nur schwer erkennbar. Sie haben in der Regel einen Durchmesser von 3 cm bis 20 cm. Ihre Spitzen sind je nach Ausführung mit Widerhaken besetzt, welche ihre Verletzungswirkung vergrössern und das Entfernen eingetretener Krähenfüsse im Feld erschweren oder gar unmöglich machen.“ (Christof Flügel: Tribuli – Römische Krähenfüsse. In: Bayerische Vorgeschichtsblätter. Nr. 75, 2010, S. 143–146)
  • Tribulus terrestris hat auch eine gewisse pharmakologische Bedeutung erlangt, da der Extrakt im Bodybuilding und Kraftsport als „Steroidersatz“ und als natürliches Anabolikum verbreitet ist, obwohl eine wissenschaftliche Bestätigung positiver Effekte auf den Muskelaufbau bislang fehlt.

Systematik & Taxonomie

Der Burzeldorn ist der einzige heimische Vertreter aus der kleinen Familie der Jochblattgewächse (Zygophyllaceae), die etwa 25 Gattungen und gut 250 Arten umfasst und mit nur einer weiteren Familie (mit der Gattung Krameria mit 18 Arten) eine eigene Ordnung bildet. Die Jochblattgewächse umfassen recht uneinheitliche Arten, die vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitet sind und überwiegend in trockenen Gebieten auftreten. 

Mögliche Verwechslung

Keine. Auf den ersten Blick sieht der Burzeldorn einem Schmetterlingsblütler ähnlich, zum Beispiel einem Tragant; seine Blüten sind allerdings radiärsymmetrisch.

Weiterführende Literatur

  • Hegi, G. 1925: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band V, 1 Lehmanns Verlag, S. 42 – 44
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 2. Springer Verlag, S. 639

Autor*in: Blumenwanderer

Stand: 8. Oktober 2026

Forum

Diskussionen der Community

Morgenstern. Im wahrsten Sinne des Wortes

Die Blüten sind nur am Morgen für wenige Stunden geöffnet und am Mittag bereits welk, die 5 gelben Kronblätter sind sternförmig ausgebreitet.

Der inoffizielle Zweit-Name "Morgenstern" bezieht sich aber selbstverständlich nicht auf die morgendliche Blütezeit, sondern auf die äusserst bewehrten Früchte. Barfuss laufen ist hier nicht angesagt: Die Spitzen auf den Früchten durchbohren nicht nur (dünne, abgelaufene) Flipflops, sondern auch einen Fahrradschlauch (letzteres weiss M.A. Fischer in den Korrekturen zur EfÖLS in Neilreichia 6: 297–325 (2011) zu berichten).

Wer auf eine 600er-Prüfung der SBG büffelt und ein Beispiel für eine Pflanzenart mit paarig gefiederten Blattspreiten sucht, die ohne Endranke, Dorn et al. auskommt: Das ist sie. 

In der Schweiz ist die Art sehr selten an warmen, ruderal geprägten Standorten zu finden; im Mittelmeergebiet an praktisch jedem Strassenrand. 

Welcher Morgenstern ist gesucht?

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