Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten einzeln oder zu wenigen gedrängt am Ende der Rispenäste.
    • 5 Kelchblätter breit elliptisch; stumpf oder spitzlich; ganzrandig oder vorne gezähnt; zumindest auf der Unterseite und am Rand mit dunklen Drüsen; bleibend.
    • 5 Kronblätter gelb; auf der ganzen Fläche mit hellen und dunklen Drüsen; mehr oder weniger ganzrandig und symmetrisch.
    • Staubblätter viele.
    • Fruchtknoten mit vereinzelten Drüsen; die 3 Griffel meist deutlich länger als der Fruchtknoten.

    Spillgerte (BE), 13.7.2023 (Marc Henzi)

    28.7.2017 (francoisealsaker)

    Knospend; Lenk (BE), 29.7.2025; (Muriel Bendel)

    Kelchblätter breit elliptisch; Vallée de la Brévine (NE), 1.7.2025 (Marc Henzi)

    Kronblätter auf der ganzen Fläche mit hellen und dunklen Drüsen; Grindelwald (BE), 11.7.2024 (Muriel Bendel)

    Griffel länger als Fruchtknoten; Grindelwald (BE), 11.7.2024 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Dunkelbraun werdende Kapsel mit bleibenden Griffeln

    Lenk (BE), 29.7.2025 (Muriel Bendel)

    27.7.2017 (francoisealsaker)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd
    • 20–60 cm hoch
    • Stängel aufrecht; unten verholzt; einfach oder im oberen Teil verzweigt
    • Stängel ganz 4-kantig (Achtung! Kanten variabel: manchmal im oberen Teil nur 2-kantig; manchmal Leisten kräftig und zumindest teilweise deutlich kurz geflügelt).
    • Stängel mindestens auf den Kanten mit schwarzen Drüsen.

    Kandersteg (BE), 23.7.2015 (francoisealsaker)

    28.7.2017 (francoisealsaker)

    Vallée de la Brévine (NE), 1.7.2025 (Marc Henzi)

    Stängel 4-kantig, manchmal kurz geflügelt; Vallée de la Brévine (NE), 1.7.2025 (Marc Henzi)

    Lenk (BE), 29.7.2025 (Muriel Bendel)

    Lenk (BE), 29.7.2025 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Blätter gegenständig; sitzend
    • Blattspreite breit-eiförmig bis oval; vorne stumpf
    • Blattrand schwarzdrüsig punktiert; flach
    • Blattspreite ohne oder nur mit wenigen durchscheinenden Punkten

    Blätter ohne (oder mit wenigen) durchscheinenden Punkten; Grindelwald (BE), 11.7.2024 (Muriel Bendel)

    Blattrand flach; Vallée de la Brévine (NE), 1.7.2025 (Marc Henzi)

    Blattrand schwarzdrüsig punktiert; Grindelwald (BE), 11.7.2024 (Muriel Bendel)

Lebensraum

  • eher feuchte Böden; Wiesen; Hochstaudenfluren, Gebüsche, Waldlichtungen

Verbreitung

  • Schweiz: Ausser im westlichen Mittelland fast überall verbreitet
  • Gemässigte Zonen in Europa und westlichem Asien: Verbreitungskarte auf POWO.

Variabilität / Unterarten

  • Die Art ist vielgestaltig und zeigt teilweise auch ökologisch verschiedene Vorlieben. Sie wird deshalb oft in Unterarten aufgeteilt:
  • subsp. maculatum: Stängel durchgehend 4-kantig, Kelchblätter stumpf, ganzrandig, alle ungefähr gleich gross; Blütenstand dicht
  • subsp. obtusiusculum: Stängel oben oft 2-kantig; Kelchblätter mit aufgesetzter Spitze, fein gezähnt, oft an einer Blüte ungleich gross; Blütenstand lockerer

Mögliche Verwechslung

  • Die Stängelkanten allein können in die Irre führen. Unbedingt auf eine Merkmalskombination achten: Stängelkanten, Form der Kelchblätter(!), Drüsen auf der Blattspreite.
  • Des Etangs' Johanniskraut (Hypericum ×desetangsii) (= H. maculatum × H. perforatum) hat lanzettliche Kelchblätter, die in eine feine und meist gezähnte Spitze ausgezogen sind. Zudem ist der Stängel oben oft 2-kantig.
  • Beim Echten Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist der Stängel durchgehend 2-kantig und die Kelchblätter sind lanzettlich.
  • Das Vierflügelige Johanniskraut (Hypericum tetrapterum) hat 4 etwa gleich starke Leisten, die am ganzen Stängel deutlich geflügelt sind; vor allem lang zugespitzte, lanzettliche Kelchblätter(!) und sehr zahlreiche, feine, durchscheinende Öldrüsen auf der Blattspreite.
  • Hybriden (vermutlich selten!)

Autor*in: Marc Henzi
Stand: 26. Januar 2026

Forum

Diskussionen der Community

Hypericum sp.

Ich sehe da Hypericum tetrapterum (Zahl der Staubblätter, Länge der Kronblätter) - nur die namensgebende Flügelung der Stängelkanten scheint  mir wenig ausgeprägt. Geht der Fund trotzdem als H. tetrapterum durch?
Unteres Wynental, Krautsaum am Wegrand, Jungwald, 530 m ü. M.

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