Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten zu 1–6 am Ende der Stängel
    • Blütenstiele (meist drüsenlos) flaumig behaart; zur Blütezeit 1,5–4-mal so lang wie die obersten Blätter
    • Blüten 5-zählig
    • Kelchblätter frei, länglich; Spitze stumpflich bis spitzlich, oft leicht kapuzenförmig; drüsenlos flaumig behaart, durchgehend 3(–5)-nervig, hellgrün
    • Kronblätter weiss, 1,5–2-mal so lang wie Kelchblätter, am Grund keilförmig, Spitze gerundet bis ganz leicht ausgerandet
    • Griffel 3
    • Durchmesser Krone relativ gross (–16 mm)

    Blüten zu 1–6 am Ende der Stängel; Vallon de Van (VS), 15.7.2025 (Marc Henzi)

    Blütenstiele flaumig behaart; Saas-Fee (VS), 11.7.2021 (Marc Henzi)

    Kelchblätter flaumig; Vallon de Van (VS), 15.7.2025 (Marc Henzi)

    Kelchblätter stumpflich; Ferden (VS), 2.7.2021 (Muriel Bendel)

    Kronblätter bis doppelt so lang wie Kelchblätter; Zermatt (VS), 27.7.2024 (Marc Henzi)

    Zermatt (VS), 27.7.2024 (Marc Henzi)

  • Früchte

    • Kapsel 1–1,5-mal so lang wie die Kelchblätter
    • Samen kürzer als 1,5 mm

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd
    • Verholzte Grundachse kriechend
    • Zahlreiche Stängel, (5)10–25 cm hoch, meist einfach, im oberen Teil aufrecht
    • Lockere Rasen bildend zusammen mit kurzen, nichtblühenden, büschelig beblätterten Trieben
    • Stängel flaumig behaart

    Zahlreiche aufrechte Stängel; Vallon de Van (VS), 15.7.2025 (Marc Henzi)

    Blütenstiele bis 4x so lang wie oberste Blätter; Gondo (VS), 10.9.2023 (Marc Henzi)

    Mehr oder weniger lockere Rasen bildend; Zermatt (VS), 27.7.2024 (Marc Henzi)

    Ferden (VS), 2.7.2021 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Gegenständig, zuunterst in Büscheln
    • Blätter schmal nadelförmig, die meisten mehr oder weniger gebogen
    • Blätter wenigstens am Rand unten mit sehr Haaren, sonst kahl
    • Untere Blätter maximal 15 mm lang

    Blätter gegenständig; Gondo (VS), 10.9.2023 (Marc Henzi)

    Blätter meist gebogen, unten am Rand bewimpert; Gondo (VS), 10.9.2023 (Marc Henzi)

Lebensraum

  • (Meist sonnige) Hänge auf Urgestein. Schutt, Felsen, Föhrenwälder

Verbreitung

  • Schweiz: Alpen, insbesondere, aber nicht nur, im Wallis
  • Gesamtverbreitung: Spanien, Frankreich, Italien, Schweiz. Funde weiter östlich in Europa unklar. Verbreitungskarte auf POWO (= Cherleria laricifolia)

Mögliche Verwechslung

  • Habitus sehr ähnlich wie Feinblättrige Miere (Minuartia capillacea). Bei dieser jedoch Blütenstiele und Kelch dicht drüsenhaarig; Nerven der Kelchblätter im oberen Drittel nicht sichtbar; die Grundblätter oft etwas länger (–20 mm) und die Samen über 1,5 mm lang. Sie wächst auf Kalk.

  • Bei der Frühlings–Miere (Minuartia verna) und der Krummblättrigen Miere (Minuartia recurva) sind die Kelchblätter deutlich spitz und meist nicht viel kürzer als die Kronblätter. Der Krondurchmesser ist meist kleiner (–1 cm) und der Stängel oben drüsenhaarig.

Autor*in: Marc Henzi
Stand: 16. Februar 2026