Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blütenstand eine lange, allseitswendige, 30–50-blütige Traube bildend.
    • Blütenstiele viel länger als die Tragblätter, zur Blütezeit senkrecht abstehend, später fast aufrecht angedrückt, die unteren beinahe 2 cm lang.
    • Blütenhülle ein Perigon mit 6 schmal ovalen Tepalen, diese 6–10 mm lang, aber kaum 2 mm breit, sternförmig ausgebreitet, innerseits grünlich-gelb, ausserseits mit grünem Mittelstreifen.
    • Staubfäden im unteren Teil bandförmig, dann plötzlich in eine schmale Spitze verschmälert.

    Mit Bestäuber. Bex (VD), 10.6.2016 (Blumenwanderer)

    Trauben von unten nach oben aufblühend. Bex (VD), 10.6.2016 (Blumenwanderer)

    Die Art entwickelt eine reichblütige Traube. Bex (VD), 10.6.2016 (Blumenwanderer)

    Ollon (VD), 1.6.2019 (Blumenwanderer)

    29.5.2017 (Françoise Alsaker)

    Mit Bestäuber. Die Tepalen sich schon während der Anthese längs zusammenrollend. 29.5.2017 (Françoise Alsaker)

    Bex (VD), 25.5.2024 (Blumenwanderer)

    Ollon (VD), 17.5.2025 (Blumenwanderer)

    Bex (VD), 17.5.2025 (Blumenwanderer)

    Bex (VD), 17.5.2025 (Blumenwanderer)

    Knospende Pflanze. Ollon (VD), 17.5.2025 (Blumenwanderer)

    Junger Blütenspross. Cartigny (GE), 4.5.2017 (Françoise Alsaker)

    Mit fleischigen Blattspreiten und einem Blütenspross. Cartigny (GE), 4.5.2017 (Françoise Alsaker)

    Massenvorkommen in einer Kastanienselve. Bex (VD), 25.5.2024 (Blumenwanderer)

  • Früchte

    • Kugelige Kapsel, Kapselklappen vorn ausgeschnitten.
    • Samen schwarz, 3–4 mm lang.

    Im unteren Teil fruchtend. Bex (VD), 6.6.2022 (Blumenwanderer)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 30–100 cm.
    • Der Stängel ist blattlos und meist ziemlich starr aufrecht.
    • Ausdauernder Zwiebel-Geophyt. Zwiebel eiförmig, bis über 2 cm dick. Meist keine Nebenzwiebeln vorhanden.

    Bex (VD), 25.5.2024 (Blumenwanderer)

    In einer Kastanienselve wachsend. Bex (VD), 25.5.2024 (Blumenwanderer)

    Bex (VD), 25.5.2024 (Blumenwanderer)

    Bex (VD), 10.6.2016 (Blumenwanderer)

    Aus der Ferne fast wie Grasrispen aussehend. Bex (VD), 25.5.2024 (Blumenwanderer)

  • Blätter

    • Laubblätter 5–6 , grundständig, ziemlich dick und rinnig, 2–10 mm breit, kürzer als der Stängel.
    • Zur Blütezeit bereits absterbend.

    Cartigny (GE), 4.5.2017 (Françoise Alsaker)

Lebensraum

Kollin. Frische bis feuchte, humose Böden. Laubmischwälder, Buchenwälder, feuchte Wiesen.

Wissenswertes

  • Die Art gehört zu den Crop Wild Relatives: die jungen Blütensprossen können wie Spargeln verwendet und gegessen werden.
  • Die schwach duftenden Blüten sind auch nachts geöffnet.
  • Ornithogalum pyrenaicum hat wie andere Arten auch sog. Zugwurzeln (Contractile Roots), welche die Zwiebeln durch Wurzelkontraktionen tiefer in den Boden ziehen.

Verbreitung

Systematik & Taxonomie

Ornithogalum pyrenaicum wird in zwei Sippen eingeteilt, deren eine in einem alten Weinberg am Walensee vorkommen soll (Ornithogalum pyrenaicum subsp. sphaerocarpum) und weisse Blüten hat. Sie wurde aber sicher durch Reben von ihrem südosteuropäischen Verbreitungsgebiet eingeschleppt.

Mögliche Verwechslungen

Das südeuropäische Ornithogalum narbonense wird als selten eingeschleppt oder verwildert angegeben. Die Art unterscheidet sich von O. pyrenaicum durch folgende Merkmale: Blätter zur Blütezeit noch nicht abgestorben und Perigonblätter weiss.

Weiterführende Literatur

Hegi, G. 1907: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band 2, Lehmanns Verlag, S. 255

Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 1. Springer Verlag, S. 557

Hill, D.J. & Price, B. 2000: Biological Flora of the British Isles: Ornithogalum pyrenaicum L. Journal of Ecology, 88: 354–365

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 1. Januar 2026