Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten in anfangs halbkugeligen, später stark verlängerten, tragblattlosen Trauben.
    • Blütenstiele 3-5 mm lang.
    • 4 freistehende Kelchblätter, diese weiss berandet und bis 1,5 mm lang.
    • 4 Kronblätter, 2 davon etwas grösser, weiss, vorn gerundet, 2-3 mm lang.
    • Staubblätter 6, davon 2 kurz.
    • Griffel sehr kurz, Narbe kopfig.

    Bremgarten b. Bern, 3.5.2026 (Muriel Bendel)

    Bremgarten b. Bern, 3.5.2026 (Muriel Bendel)

    Concise (VD), 8.5.2026 (Blumenwanderer)

    Einzelblüte sehr klein. (Blumenwanderer)

    Blüte zygomorph mit zwei kleineren Kronblättern oben. (Blumenwanderer)

    Kelchblätter freistehend und weiss berandet. Bremgarten b. Bern, 3.5.2026 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Ein birnenförmiges Schötchen von 3-4 mm Länge, 1-2 mal so lang wie breit, 1samig, nicht aufspringend.
    • Fruchtstiel 2-3 mal so lang wie die Frucht.

    Bremgarten b. Bern, 3.5.2026 (Muriel Bendel)

    Junge Frucht mit glatter Oberfläche. Bremgarten b. Bern, 3.5.2026 (Muriel Bendel)

    Fruchtstiele etwas aufwärts gebogen. (Blumenwanderer)

    Junge Früchte. (Blumenwanderer)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Überwinternd-einjährige, krautige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 20-50 cm, kahl, von hell-bis blaugrüner Farbe.
    • Stängel stielrund, aufrecht oder aufsteigend, meist zu mehreren der Rosette entspringend, im oberen Teil oft verzweigt.
    • Mit spindelförmiger Pfahlwurzel.

    Bremgarten b. Bern, 19.4.2019 (Blumenwanderer)

    Bremgarten b. Bern, 19.4.2019 (Blumenwanderer)

    Bremgarten b. Bern, 19.4.2019 (Blumenwanderer)

    Bremgarten b. Bern, 19.4.2019 (Blumenwanderer)

    Bremgarten b. Bern, 19.4.2019 (Blumenwanderer)

    Aufsicht der Rosette. Concise (VD), 8.5.2026 (Blumenwanderer)

    Bremgarten b. Bern, 19.4.2019 (Blumenwanderer)

    Pflanzen abblühend unauffällig. Concise (VD), 8.5.2026 (Blumenwanderer)

    Stängel fruchtend niederliegend. Concise (VD), 8.5.2026 (Blumenwanderer)

  • Blätter

    • Grundständige Blätter in einer Rosette, gestielt, bis 10 cm lang; Spreite gezähnt bis buchtig fiederteilig.
    • Stängelblätter wechselständig, sitzend, den Stängel mit 2 spitzen Zipfeln umfassend, 2-4 cm lang, gezähnt oder ganzrandig. 

    Blatt und Stiel kahl. Bremgarten b. Bern, 3.5.2026 (Muriel Bendel)

    Stängelblatt mit 2 spitzen Zipfeln. (Blumenwanderer)

    (Blumenwanderer)

    Grundblätter. (Blumenwanderer)

    Stängelblätter. (Blumenwanderer)

    Laubblätter von unten nach oben kürzer werdend. Grundblätter stumpf. (Blumenwanderer)

Lebensraum

  • Kollin. Lockere, nährstoffreiche, lehmige Böden in warmen Lagen. Weinberge, Bahndämme, Wegränder, Schuttplätze.

    Wegrand. Bremgarten b. Bern, 3.5.2026 (Muriel Bendel)

    Ruderalfläche an Wegrand. Concise (VD), 8.5.2026 (Blumenwanderer)

    Ruderal an wärmster Lage wachsend. Bremgarten b. Bern, 19.4.2019 (Blumenwanderer)

Verbreitung

  • Ursprünglich eine mediterrane Art, ist der Wendich heute in vielen Teilen der Welt ein Neophyt. In der Schweiz ist er eingebürgert und befindet sich wahrscheinlich in Ausbreitung. Die Art ist manchmal in Saatmischungen enthalten.
  • Verbreitungskarte auf Kew: Plants of the World Online.

Wissenswertes

  • Der Gattungsname Calepina ehrt wahrscheinlich den italienischen Mönch und Lexikographen Ambrogio Calepino (1440–1510). Dieser war der Verfasser des ersten lateinischen Wörterbuchs im annähernd modernen Sinne, des „Dictionarium" (erstmals 1502 erschienen). Sein Name (Calepin) wurde im Französischen und Italienischen zeitweise sogar als Synonym für „Wörterbuch“ oder „Notizbuch“ verwendet.
  • Die weissen Kronblätter des Wendich sind sind (untypisch für einen Kreuzblütler) nicht alle gleich gross, was der Art ihr wissenschaftliches Epitheton irregularis (unregelmässig) eingebracht hat. 

Mögliche Verwechslung

Das Gemeine Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) hat

  • herzförmige, flache Schötchen.
  • radiärsymmetrische Blüten mit 4 gleich langen Kronblättern.
  • eine meist flaumige Behaarung, oft auch mit charakteristischen Sternhaaren.

Weiterführende Literatur

  • Hegi, G. 1925: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band IV,1  Lehmanns Verlag, S. 189 – 192
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 2. Springer Verlag, S. 176-177

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 10. Mai 2026