Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blütenstand 15–40 cm lang, verschiedenährig.
    • Männliche Ähre endständig; schräg aufrecht, bald nickend; meist einzeln, seltener zu 2(–3) → v.a. die unteren männlichen Ähren am Grund gelegentlich mit weiblichen Blüten.
    • Weibliche Ähren 2–6, gestielt, bald hängend, ca. 10 cm lang; Ährenstiel rau oder glatt.
    • Tragblätter spitz, braun; mit grünem, bald hellbraunen Mittelstreifen.
    • Fruchtschläuche gelblichgrün, kahl, glänzend, geschnäbelt.
    • Narben 3.

    Küssnacht am Rigi (SZ), 17.5.2016 (wolfgang bischoff)

    (Lorenz Scherler)

    Männliche Ähren in der unteren Hälfte gelegentlich mit weiblichen Blüten. Könizbergwald (BE), 7.5.2026 (Muriel Bendel)

    21.9.2017 (francoisealsaker)

    Schosshaldewald Bern (BE), 1.5.2024 (Muriel Bendel)

    Weibliche Ähren. Schosshaldewald Bern (BE), 1.5.2024 (Muriel Bendel)

    Narben 3. Belper Giessen (BE), 9.5.2026 (Muriel Bendel)

    Belper Giessen (BE), 4.7.2024 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    Grünliche Fruchtschläuche mit durchscheinenden, braunen Nüsschen; Tragblätter braun, mit hellem Mittelstreifen. Bremgartenwald Bern (BE), 19.7.2026 (Muriel Bendel)

    Jäissberg (BE), 17.8.2025 (Muriel Bendel)

    Trockene Fruchtschläuche. Jäissberg (BE), 17.8.2025 (Muriel Bendel)

    Reife Nüsschen. Bremgartenwald, Bern (BE), 19.7.2026 (Muriel Bendel)

    Reife Nüsschen. Laupen (BE), 4.7.2026 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform / Stängel

    • Pflanze ausdauernd, Horste bildend, bis über 150 cm hoch.
    • Stängel  2–3 mm dick, markant 3-kantig, aber nicht schneidend scharfe Kanten.
    • Gebogene, Ähren tragende Stängel überragen die horstbildenden Blätter deutlich.

    (Lorenz Scherler)

    (Lorenz Scherler)

    Stängel markant 3-kantig, ohne schneidende Kanten (Lorenz Scherler)

    Dichte, grosse Horste bildend. Schosshaldewald Bern (BE), 1.5.2024 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Blätter bis 20 mm breit und bis 1 m lang.
    • Blätter knickrandig, an Kanten und Kielen rau bis scharf.
    • Blätter oberseits grün-glänzend, unterseits graugrün (glauk) überlaufen.

    Blattoberseite hellgrün, glänzend (Lorenz Scherler)

    Blattunterseite blaugrün (glauck) (Lorenz Scherler)

    Farbkontrast zwischen Blattoberseite (äussere Blätter) und Blattunterseite (inneres Blatt) (Lorenz Scherler)

    Blatt im Querschnitt knickrandig (Lorenz Scherler)

    Gelegentlich vorkommende Störung im Blattwuchs (Lorenz Scherler)

    Subsp. agastachys. Hub b. Krauchthal (BE), 11.8.2025 (Muriel Bendel)

    Subsp. agastachys. Süderen, Wachseldorn (BE), 29.6.2025 (Muriel Bendel)

    Vermutlich subsp. pendula. Laupen (BE), 4.7.2026 (Muriel Bendel)

Lebensraum

Die Hänge-Segge (Carex pendula) findet sich in der kollinen und montanen Stufe in feuchten Wäldern, häufig im Tannen-Buchenwald und in Hartholz-Auen. Obwohl sie feuchte Stellen bevorzugt, kann sie natürlicherweise auch unter wechselfeuchten Bedingungen gedeihen und in Gärten angepflanzt auch an trockenen Standorten Fuss fassen.

Etymologie

Lateinisch pendula: hängend.

Ethnobotanik

Die Hänge-Segge (Carex pendula) ist ein beliebtes Ziergras, welches gerne in Gärten kultiviert wird.

Verbreitung

Carex pendula (Carex pendula subsp. pendula): Submediterran-atlantisch, Verbreitungskarte auf POWO.

Carex agastachys (Carex pendula subsp. agastachys): Mitteleuropa bis Kaukasus, Verbreitungskarte auf POWO.

Quellen

  • Eggenberg S. et al. 2018: Flora Helvetica Exkursionsführer, Haupt, 1. Auflage  
  • Scherler L. 2018–22: Exkursionsnotizen mit Herbarbelegen, unveröffentlicht

Weiterführende Literatur

Meierott, L. 2019: Carex agastachys L.fil. und Carex pendula Huds. s. str. Vorbemerkungen zur Verbreitung in Bayern. Berichte der Bayerischen Botanischen Gesellschaft 89: 256–260
researchgate.net

Mögliche Verwechslung

Eine Verwechslung ist unwahrscheinlich; wenn man die Gattung der Seggen erkennt, denn gibt in der Schweiz keine grössere Seggen-Art.

Autor*in: Lorenz Scherler, Muriel Bendel
Stand: 22. Juli 2026

Forum

Diskussionen der Community

Hänge-Segge = Carex pendula + agastachys

Liebe Seggen-Leute nah und fern

Die grosse Hänge-Segge (Carex pendula) gibts in 2 "Versionen", die entweder als Unterarten (subsp. pendula und subsp. agastachys; z.B. bei Info Flora) oder als Arten (Carex pendula und Carex agastachys; z.B. auf Plants of the World Online, POWO) angesprochen werden.

Diskussion zur Unterscheidung im Nachbar-Forum:
https://forum.flora-austria.at/viewtopic.php?t=2410 

Und eine Publikation zum Thema von Meierott 2019:
https://www.researchgate.net/publication/338221442_Carex_agastachys_L_fil_und_Carex_pendula_Huds_sstr_-_Vorbemerkungen_zur_Verbreitung_in_Bayern 



Ich hab bisher nur Carex pendula subsp. agastachys gesehen mit dem typischen braunen Blatthäutchen. Zu diesem Taxon gehören raue Ährenstiele und asymmetrische Nüsschen (nicht Fruchtschläuche!). Eine mögliche Carex pendula subsp. pendula hab ich erst einmal gefunden: mit weissem Blatthäutchen, ± glattem Ährenstiel und mehr oder weniger symmetrischen Nüsschen (je nach dem wie ich sie angucke sind sie das auch...). 

Aber vielleicht bilde ich mir die Unterschiede auch ein, meine Stichprobe von einer vermuteten subsp. pendula ist mit n=1 sehr überschaubar...

Was sind eure Erfahrungen mit diesen beiden Taxa, habt ihr subsp. pendula schon gefunden?

Bin sehr gespannt und freue mich auf alle Meldungen!
herzliche Grüsse
Muriel

Als erstes eine Carex pendula subsp. agastachys mit braunem Blatthäutchen und asymmetrischen Nüsschen (grösste Breite nahe der Spitze):

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