Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüte

    • Einseitswendige, sehr lockere, oft leicht nickende Rispe; unterste Rispenäste wenige Ährchen tragend und oft schief abstehend.
    • Ährchen mit 1 fertilen, zwittrigen Blüte, die zweite Blüte zu einem Anhängsel (Elaiosom) umgebildet → Ameisenausbreitung. 
    • Ährchenstiel direkt unterhalb des Ährchens kahl.

    La Neuveville (BE), 2.5.2025 (Muriel Bendel)

    Geöffnetes Ährchen mit einem weissen, kolbenförmigen Elaiosom. Pieterlen (BE), 26.4.2021 (Muriel Bendel)

    Ährchenstiel kahl. Tüscherz (BE), 15.5.2023 (Muriel Bendel)

    Blütenstand eine lockere Rispe. Tüscherz (BE), 15.5.2023 (Muriel Bendel)

    Tüscherz (BE), 15.5.2023 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Pro Ährchen wird 1 Nüsschen (Karyopse) ausgebildet.
    • Nüsschen ca. 3 mm lang, zur Reifezeit braun; Oberfläche glatt, glänzend.

    In jedem Ährchen wird 1 Nüsschen (Karyopse) und 1 weisses Elaiosom gebildet. Caslano (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)

    Fruchtstand. Caslano (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform

    • Pflanze ausdauernd.
  • Blätter

    • Blatthäutchen sehr kurz (0,2 mm lang).
    • Gegenüber dem Blatthäutchen ein 4 mm langes, spitzes, der Blattscheide anliegendes Anhängsel (Exklusiv-Süssgras-Merkmal nur für diese Art).

    Gegenüber dem Blatthäutchen mit einem spitzen Anhängsel. Tüscherz (BE), 15.5.2023 (Muriel Bendel)

    Caslano (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)

    La Sarraz (VD), 18.4.2022 (Muriel Bendel)

    Anhängsel gegenüber dem Blatthäutchen gelegentlich kurz. Caslano (TI), 19.5.2026 (Muriel Bendel)

Lebensraum

Meist auf kalkarmen, lehmigen Böden; Laubmischwälder, Lichtungen, Böschungen

Verbreitung

Europäisch-mediterran.

Verbreitungskarte auf POWO.

Mögliche Verwechslung

Beim Nickenden Perlgras (Melica nutans)

  • besteht das Ährchen aus 2 fertilen und 1 sterilen (zu einem Elaiosom umgebildeten) Blüte,
  • gegenüber dem Blatthäutchen findet sich kein Anhängsel, 
  • der Ährchenstiel direkt unterhalb des Ährchens ist kurz behaart.

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 24. Juni 2023

Forum

Diskussionen der Community

3 für 2

Aus 3 Blüten entstehen 2 hellbraune, glänzende Früchte (kleine Nüsse) – und aus der dritten, sterilen Blüte gibts ein weisses, keulenförmiges Anhängsel (Elaiosom) für die Ameisen.
Die Blütezeit ist zumindest in den tiefen Lagen schon durch, die Früchte sind bereits reif.

Bei der ähnlichen Art aus derselben Gattung ist die Verteilung 1 zu 1: Aus der fertilen Blüte entsteht eine kleine Nuss, aus der sterilen Blüte Ameisenfutter → der Artname (wissenschaftlich, deutsch und französisch) nimmt nur auf die fertile Blüte Bezug und lässt die zweite, sterile Blüte links liegen.


Bei der Bestimmung resp. Unterscheidung schau ich aber nicht auf diese Blütendetails, sondern auf die Verzweigung des Blütenstandes (und falls das unklar sein sollte: auf die Behaarung des Ährchenstiels). Und falls es die Unterscheidung im vegetativen Zustand sein muss: Auf ein winziges, spitziges Detail beim Blatthäutchen. 

Damit wird die Auswahl klein... :-)

Von welcher Art stammt das Foto? Und welches ist die zweite Art?

zur Diskussion

Ameisen als Perlgras-Trägerinnen

Die Perlgräser (Melica) setzen bei der Ausbreitung ihrer Samen auf Ameisen. Als "Lohn" für den Transport bieten die Perlgräser kleine, weissliche, schmackhafte Häppchen an, die sog. Elaiosome.
Das Elaiosom entspricht jeweils der obersten sterilen Blüte im Ährchen. 

Infos im Wiki
Nickendes Perlgras (Melica nutans)
Einblütiges Perlgras (Melica uniflora)

zur Diskussion