Morphologie

Generative Merkmale

  • Fertile Sprosse

    • Fertile Sprosse hellbraun bis weisslich oder leicht rötlich, 8–15 mm dick, ohne Chlorophyll.
    • Im Frühling vor den sterilen Sprossen erscheinend und nach der Sporenreife absterbend.
    • Blattscheiden braun, meist etwas bauchig aufgeblasen.
    • Sporangienähre stumpf.
    • Sporen grün.

    Bremgartenwald (BE), 26.3.2023 (Muriel Bendel)

    Bremgartenwald (BE), 26.3.2023 (Muriel Bendel)

    19.4.2019 (francoisealsaker)

    19.4.2019 (francoisealsaker)

    19.4.2019 (francoisealsaker)

    Ins (BE), 29.4.2016 (Muriel Bendel)

    Fertile (hellbraune bis weissliche) Sprosse nach der Sporenreife und junge, sterile (grüne) Sprosse. Bremgartenwald (BE), 25.4.2024 (Muriel Bendel)

    Blattscheide bei fertilen Sprossen leicht aufgeblasen. Laupen (BE), 12.3.2026 (Muriel Bendel)

    Riederewald, Bern (BE), 19.4.2025 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform

    Pflanzen ausdauernd, bis 150 cm hoch.

    20.6.2018 (francoisealsaker)

    Köniz (BE), 16.6.2019 (francoisealsaker)

  • Sterile Sprosse

    • Sommergrün.
    • Sprossinternodien weisslich oder hellgrün, im Herbst vor allem unterhalb der Blattscheide braun bis schwarz werdend.
    • Aufgebrochene Sprosse mit weisslichem Gewebestrang.
    • Blattscheiden anliegend, hellgrün bis weisslich, mit 20 bis 35 dunkelbraunen, sehr schmalen, leicht abbrechenden Zähnen.
    • Seitenäste meist unverzweigt, 8- bis 10-kantig.

    19.4.2019 (francoisealsaker)

    24.4.2019 (francoisealsaker)

    24.4.2019 (francoisealsaker)

    24.4.2019 (francoisealsaker)

    Köniz (BE), 16.6.2019 (francoisealsaker)

    3.6.2019 (francoisealsaker)

    Köniz (BE), 16.6.2019 (francoisealsaker)

    Sprossinternodien unterhalb der Blattscheiden im Herbst braun bis schwarz werdend. Gurten (BE), 27.11.2022 (Muriel Bendel)

    Seitenäste an der Spitze manchmal mit Guttationstropfen. Laupen (BE), 22.5.2026 (Muriel Bendel)

    Rychebachwald (BE), 30.12.2023 (Muriel Bendel)

    Walterswil (SO), 20.2.2023 (Muriel Bendel)

  • Zentralhöhle

    Anteil der Zentralhöhle am Durchmesser der Sprossinternodien: ½ bis 2/3 des Durchmessers.

    21.6.2019 (francoisealsaker)

    3.6.2019 (francoisealsaker)

Name

Der frühere Artname eburneum (lateinisch für «elfenbeinfarbig») bezieht sich auf die nur bei dieser Schachtelhalm-Art auffallend hellen Sprossinternodien.

Verbreitung

Europäisch-nordafrikanisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Mögliche Verwechslung

Der Acher-Schachtelhalm (Equisetum arvense) bildet im Frühling ebenfalls zuerst fertile, hellbraune Sprosse, die nach der Sporenreife absterben. Seine fertilen Sprosse sind aber kleiner (meist 5–20 cm) und dünner (4–7 mm) und die Blattscheiden besitzen 6–12 dunkelbraune, meist nicht miteinander verwachsene Zähne.

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 23. Juli 2026

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„Hühnerdarm“ gibts nicht nur beim Hühnerdarm (Stellaria media aggr.)…

... sondern u.a. auch bei einigen Schachtelhalmen.
Der "Hühnerdarm" ist der weissliche, zylindrische Gewebestrang, welcher bei aufgebrochenen Sprossen zum Vorschein kommt. 

Konkret haben in der Untergattung Equisetum alle Arten einen weisslichen Gewebestrang – ausser der Schlamm-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile). Bei diesem lassen sich die Sprosse einfach brechen, ohne dass etwas Auffallendes (abgesehen von der grossen Zentralhöhle) zu sehen ist. 

Das Fehlen eines weisslichen Gewebestranges lässt sich bei der Suche nach Hybriden mit Equisetum fluviatile ausnutzen:

  • Ufer-Schachtelhalm: Equisetum × litorale (Equisetum arvense × fluviatile) und
  • Dyce-Schachtelhalm: Equisetum × dycei (Equisetum fluviatile × palustre) 

besitzen wie Equisetum fluviatile keinen weissen Gewebestrang. 

Die erste Hybride sollte auch in der Schweiz ab und an vorkommen (nicht nur in DE: https://www.floraweb.de/php/artenhome.php?name-use-id=2145) und ist vermutlich deutlich unterkartiert. Gesehen hab ich diese Hybride aber noch nie, nur unzählige Male komische, gross gewachsene Acker-Schachtelhalm Pflanzen verdächtigt...

Hat jemand den Ufer-Schachtelhalm (Equisetum × litorale) in der CH gefunden? Und hat jemand Fotos dieser Hybride?

Bin gespannt, so unglaublich selten sollte der Ufer-Schachtelhalm in der CH nicht sein…
Herzliche Grüsse, Muriel

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