Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Gesamtblütenstand endständig, doldenartig, meist mit 5 Strahlen, diese nicht oder nur am Ende gegabelt
    • Tragblätter des Gesamtblütenstandes (Hüllblätter) oval, oft etwas gelblicher, ganz kurz gestielt
    • Tragblätter der Teilblütenstände (Hüllchenblätter) frei, meist breitelliptisch (grösste Breite ± in der Mitte), stumpf oder spitz, Rand fein gesägt, gelb (später manchmal orange)
    • Hüllbecher mit ovalen, gelben Drüsen; der unterste kurz gestielt, die oberen sitzend
    • Fruchtknoten auf der gesamten Oberfläche dicht mit Warzen bedeckt; Griffel 3, im vorderen Drittel gespalten

    Scheindolde meist mit 5 Doldenstrahlen resp. Teilblütenständen. Ste-Croix (VD), 3.6.2023 (Muriel Bendel)

    Champ-du-Moulin (NE), 4.5.2024 (Muriel Bendel)

    Hüllchenblätter breit elliptisch, grösste Breite ± in der Mitte. La Brévine (NE), 22.6.2026 (Marc Henzi)

    Drüsen der Hüllbecher gelblich, oval. Champ-du-Moulin (NE), 4.5.2024 (Muriel Bendel)

    Fruchtknoten auf der gesamten Oberfläche dicht mit Warzen bedeckt, Griffel 3. Hagneck (BE), 29.8.2026 (Muriel Bendel)

    Nektardrüsen oval, gelb, sich nicht orange bis rot verfärbend. Hagneck (BE), 29.8.2026 (Muriel Bendel)

    Hüllblätter (= Tragblätter des Gesamtblütenstandes). La Brévine (NE), 22.6.2026 (Marc Henzi)

  • Früchte

    • Kapsel kugelig, dicht mit halbkugeligen oder kurzwalzlichen Warzen besetzt, kahl
    • Samen eiförmig, braun. Sie werden nicht nur aus der Kapsel geschleudert, ihr Anhängsel (Caruncula) lockt Ameisen an, welche für die Verbreitung sorgen.

    Ste-Croix (VD), 3.6.2023 (Muriel Bendel)

    La Brévine (NE), 22.6.2026 (Marc Henzi)

    Ameise hier als Bestäuberin – wichtiger ist ihre Rolle vermutlich bei der Verbreitung der Samen; Ste-Croix (VD), 3.6.2023 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd, am Grund verholzt, 30–50 cm hoch
    • Mehrere bogig aufsteigende, unverzweigte Stängel.

    La Brévine (NE), 22.6.2026 (Marc Henzi)

    Champ-du-Moulin (NE), 4.5.2024 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Wechselständig, sitzend, ohne Nebenblätter
    • Spreite länglich-elliptisch, 2–4 cm lang, grösste Breite in oder über der Mitte, am Grund verschmälert, Spitze stumpflich, Rand sehr fein gesägt, oft bläulichgrün, kahl oder unterseits behaart (verkahlend)

    La Brévine (NE), 22.6.2026 (Marc Henzi)

    Blattunterseite; La Brévine (NE), 22.6.2026 (Marc Henzi)

Lebensraum

  • Halbtrockenrasen, (lichte Wälder)
  •  auf Kalk

Verbreitung

  • Schweiz: Jurabogen, sonst sehr zerstreut
  • Gesamtareal: Westeuropa.
    Verbreitungskarte auf POWO.

Mögliche Verwechslung

Ebenfalls rundliche Drüsen und dicht mit ± zylindrischen Warzen bedeckte Kapseln besitzen die Steife Wolfsmilch (Euphorbia stricta) und Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris):

Bei der Steifen Wolfsmilch (Euphorbia stricta)

  • sind die Hüllchenblätter im Umriss breit eiförmig (→ die grösste Breite befindet sich unterhalb der Mitte) und meist grün (nicht gelblich),
  • die Scheindolden sind lockerer und
  • meist 3- (nicht 5-) strahlig.

Die Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris)

  • wird deutlich grösser (ca. 60 bis > 130 cm hoch), 
  • die Pflanzen wachsen in anderen Lebensräumen (auf wechselfeuchten bis -nassen, nährstoffreichen Böden in Flachmooren, Riedwiesen und Hochstaudenfluren),
  • die Hüllchenblätter sind oval bis rund und ganzrandig (nicht breit elliptisch und am Rand fein gesägt),
  • die Griffel sind bis über die Mitte (nicht nur im oberen Drittel) 2-spaltig (und täuschen deshalb 6 Griffel vor).

Autor*in: Marc Henzi
Stand: 11. September 2026