Morphologie

Generative Merkmale

  • Sporangienähre

    • Sporangienähre mit aufgesetztem Spitzchen.

    Belpberg (BE), 15.8.2019 (francoisealsaker)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Spross

    • Pflanzen ausdauernd; 60–120(–140) cm hoch.
    • Die unteren Sprossabschnitte sehen dem Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale) ähnlich, die oberen dem Ästigen Schachtelhalm (Equisetum ramosissimum).
    • Fertile und sterile Sprosse gleichzeitig erscheinend und gleich gestaltet. 
    • Sprosse etwas rau, winter- oder sommergrün, unverzweigt oder wenig verzweigt.
    • Silikathöcker auf den Rippen der Sprossinternodien waagrecht zusammenlaufend und kurze Bänder («Spangen») bildend (Lupenmerkmal).

    Belpberg (BE), 16.7.2019 (francoisealsaker)

    Belpberg (BE), 15.8.2019 (francoisealsaker)

    Belpberg (BE), 15.8.2019 (francoisealsaker)

    Belpberg (BE), 16.7.2019 (francoisealsaker)

    Kriechenwil (BE), 30.6.2024 (Muriel Bendel)

  • Blattscheiden

    • Blattscheiden länger als breit; die oberen hellgrün, die unteren sich weisslich verfärbend. 
    • Zähne schwarz mit schmalem, weissem Rand und auf dem Rücken glatt (Lupenmerkmal); nach dem Abbrechen einen schmalen, schwarzen Knorpelrand hinterlassend.
    • Zähne an der Sprossspitze manchmal zu kleinen Pagodenspitzen zusammengeschoben (wie beim Winter-Schachtelhalm Equisetum hyemale).

    Obere Blattscheiden. Belpberg (BE), 16.8.2019 (francoisealsaker)

    Blattscheiden länger als breit. Kriechenwil (BE), 30.6.2024 (Muriel Bendel)

    Obere Blattscheide, Zähne abbrechend. Kriechenwil (BE), 30.6.2024 (Muriel Bendel)

    Untere Blattscheide weisslich. Kriechenwil (BE), 30.6.2024 (Muriel Bendel)

    Untere Blattscheiden. Belpberg (BE), 16.8.2019 (francoisealsaker)

  • Zentralhöhle

    • Anteil der Zentralhöhle am Durchmesser der Sprossinternodien: (½ bis ) ⅔ bis ⅘ des Durchmessers.

    Belpberg (BE), 16.8.2019 (francoisealsaker)

Verbreitung

Europäisch, japanisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Weiterführende Literatur

Lubienski, M. 2011: Die Schachtelhalme (Equisetaceae, Pteridophyta) der Flora Deutschlands – ein aktualisierter Bestimmungsschlüssel. Jahrb. Bochumer Bot. Ver. 2: 68-86
https://www.zobodat.at/pdf/Jahrb-Bochumer-Bot-Ver_2_0068-0086.pdf 

Page, C.N. 1997: The Ferns of Britain and Ireland. Cambridge University Press, second edition

Mögliche Verwechslung

Beim Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale subsp. hyemale) 

  • lösen sich beim Strecken alle Zähne der Blattscheiden ab und hinterlassen am oberen Rand der Blattscheide einen schwarzen, knorpeligen Wulst.


Der Rauzähnige Schachtelhalm (Equisetum × trachyodon) 

  • besitzt auf seinen Blattscheidenzähnen kleine, zur Spitze gerichtete, schwarze Stacheln.

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 17. Dezember 2022

Forum

Diskussionen der Community

Bestimmung

Am Bielersee habe ich ein Equisetum gefunden, das meiner Ansicht nach E. ramosissimum ist. Da ich die Art aber zum ersten Mal live sehe, wäre ich um eine Bestätigung froh. Liege ich richtig mit meiner Bestimmung?

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Moores Schachtelhalm (Equisetum x moorei) an der Saane (BE)?

Gestern an der Saane (Gemeinde Kriechenwil BE) zwischen ganz normalem Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale) eine Gruppe von anders aussehenden Schachtelhalm-Sprossen entdeckt – aufgefallen sind v.a. die bleibenden, lang ausgezogenen, schwarzen, glatten Zähne der Blattscheiden (die beim Winter-Schachtelhalm fehlen resp. oft an der Spitze zu kleinen “Pagodenspitzen” zusammengeschoben sind). 

Auf Grund der folgenden Merkmale tippe ich auf Moores Schachtelhalm (Equisetum × moorei), die Hybride zwischen dem Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale) und dem Ästigen Schachtelhalm (Equisetum ramosissimum):

  • Blattscheiden leicht trichterförmig nach oben verbreitert, länger als breit (ohne die Zähne gemessen), etwas heller grün als der restliche Spross, nur bei den untersten Blattscheiden weisslich.
  • Zähne der Blattscheiden v.a. im oberen Teil des Sprosses bleibend; schwarz mit sehr schmalem weissem Rand, lang zugespitzt, auf der Aussenseite glatt (ohne Stachelchen).
  • Nur die untersten Blattscheiden mit einem basalen schwarzen Ring.
  • Sprosse unverzweigt, bis über 90 cm hoch.
  • Durchmesser der Sprosse (3,5–)4–4,5 mm.


Den Rauzähnigen Schachtelhalm (Equisetum × trachyodon; E. hyemale × E. variegatum) schliesse ich wegen den fehlenden, namensgebenden Zähnchen auf den Blattscheiden aus.

Der Südliche Schachtelhalm (Equisetum × meridionale; E. ramosissimum × E. variegatum) wäre kleiner (20–50 cm hoch), hätte dünnere Sprosse (ca. 3 mm dick) und die weissen Ränder der Blattscheidenzähne wären breiter. 

Es gibt aber noch weitere Hybriden (cf. Lubienski 2011; https://www.zobodat.at/pdf/Jahrb-Bochumer-Bot-Ver_2_0068-0086.pdf)... deshalb bin ich froh um einen kritischen Blick auf diese kurligen Schachtelhalm-Sprosse und ggf. um Ergänzungen/Veto. 

Herzlichen Dank :-)
Lieber Gruss, Muriel

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Schachtelhalm mit Klapperschlangen-Spitze

Die Hütchen-förmigen Sprossspitzen entstehen, wenn die Zähne der Blattscheiden abbrechen und während des Triebwachstums nach oben zusammengeschoben werden. Offizieller werden sie "pagodenförmige Kappe", "Pagodenspitze" o.ä. genannt – von Sybille habe ich hier die Klapperschlange gelernt, die mir sehr gut gefällt ;-)

Diese Form der Sprossspitzen findet sich regelmässig beim Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale), aber manchmal auch bei seinen Hybriden.

Bei diesen Pflanzen entlang einer Waldstrasse bei Grandson (VD) in der Nähe des Neuenburgersees tippe ich auf Moores Schachtelhalm (Equisetum x moorei), die Hybride mit dem Ästigen Schachtelhalm (Equisetum ramosissimum):

  • Die Pflanzen sind bis ca. 120 cm hoch.
  • Die Blattscheiden sind länger als breit, bei den diesjährigen Sprossen hellgrün, zumindest teilweise noch mit schmalen schwarzen Zähnen, sind die Zähne abgebrochen, hinterlassen sie einen schwarzen knorpeligen Rand; die unteren Blattscheiden der letztjährigen Sprosse sind in der Mitte weisslich, am Grund und am oberen Rand mit einem ± breiten schwarzen Band.
  • Die Zähne der Blattscheiden sind auf der Aussenseite glatt (keine Zähnchen vorhanden -> Equisetum x trachyodon kann ausgeschlossen werden).
  • Die Sprosse sind ca. 4–5 mm dick.
  • Die Form der Silikatauflagerungen auf den Längsrippen der Sprosse find ich schwierig zu beurteilen... am ehesten sind es horizontale "Querspangen" und keine deutlich getrennten Höcker.

Bin ich mit diesen Merkmalen bei Moores Schachtelhalm (Equisetum x moorei) richtig?
Bin wie immer sehr froh um Veto, Ergänzungen et al.
Mille merci! Lieber Gruss, Muriel

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