Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Deckblätter im Blütenstand nicht deutlich kleiner als die Laubblätter; (breit) lanzettlich, wie die Laubblätter gekerbt oder stumpf gesägt.
    • Blüten zygomorph, kurz gestielt, in Trauben angeordnet.
    • Kelch kahl oder sehr kurz und zerstreut behaart, manchmal mit wenigen Drüsen; bis zum Grund 2-lippig, beide Lippen ungeteilt und ganzrandig; Oberlippe des Kelchs auf dem Rücken mit einem aufstehenden, hohlen, nach dem Blühen vergrösserten Höcker.
    • Krone 15–18 mm lang, auf der Aussenseite dicht abstehend behaart, meist auch mit kurz gestielten oder sitzenden Drüsenhaaren; Kronröhre oberhalb des Kelchs leicht bis deutlich gebogen; Oberlippe lila, Unterlippe in der Mitte weiss mit dunklen Punkten, Krone selten rein weiss.
    • Staubblätter 4.
    • Fruchtknoten oberständig.

    Blütenknospen. Gampelen (BE), 28.7.2024 (Muriel Bendel)

    Gampelen (BE), 28.7.2024 (Muriel Bendel)

    Gampelen (BE), 28.7.2024 (Muriel Bendel)

    Faoug (VD), 30.7.2025 (Muriel Bendel)

    Lengwil (TG), 9.6.2009 (wolfgang bischoff)

    Faoug (VD), 30.7.2025 (Muriel Bendel)

    Grandson (VD), 6.6.2026 (Muriel Bendel)

    (Ursula Tinner)

    (Ursula Tinner)

    Kelchoberlippe mit einem aufstehenden Höcker; Kronröhre aufwärts gebogen. Faoug (VD), 30.7.2025 (Muriel Bendel)

    Gampelen (BE), 28.7.2024 (Muriel Bendel)

    Mergoscia (TI), 14.9.2011 (wolfgang bischoff)

    Grandson (VD), 6.6.2026 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Klausen mit 4 Teilfrüchten.
    • Oberlippe des Kelchs vor der Unterlippe abfallend.
    • Reife Teilfrüchte hellbraun, dicht warzig.

    Faoug (VD), 30.7.2025 (Muriel Bendel)

    Gampelen (BE), 28.10.2025 (Muriel Bendel)

    Gampelen (BE), 8.9.2025 (Muriel Bendel)

    Gampelen (BE), 8.9.2025 (Muriel Bendel)

    Offene Klause mit 4 Teilfrüchten. Gampelen (BE), 8.9.2025 (Muriel Bendel)

    Reife, dicht warzige Teilfrüchte. Gampelen (BE), 8.9.2025 (Muriel Bendel)

    Gampelen (BE), 8.9.2025 (Muriel Bendel)

    Leere Kelchunterlippe. Gampelen (BE), 8.9.2025 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd, 15–40 cm hoch, mit Ausläufern.
    • Stängel aufrecht, meist verzweigt, 4-kantig, grün oder rot überlaufen.

    Faoug (VD), 30.7.2025 (Muriel Bendel)

    Kempten, Wetzikon (ZH), 16.6.2018 (francoisealsaker)

    (Ursula Tinner)

    Gampelen (BE), 8.9.2025 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Blätter gegenständig, kurz gestielt, Blattstiel <0,5 cm lang.
    • Blattspreite lanzettlich, am Grund gestutzt oder schwach herzförmig, Rand gekerbt oder stumpf gesägt.

    Gampelen (BE), 8.9.2025 (Muriel Bendel)

    Faoug (VD), 30.7.2025 (Muriel Bendel)

    Blätter gegenständig, kurz gestielt. Faoug (VD), 30.7.2025 (Muriel Bendel)

    Gampelen (BE), 8.9.2025 (Muriel Bendel)

    Stängelblätter. Grandson (VD), 6.6.2026 (Muriel Bendel)

Lebensraum

Auf feuchten bis wechselfeuchten, relativ nährstoffreichen Böden; Verlandungszonen, Röhricht, Gräben, Bruchwälder.

Verbreitung

Eurasiatisch, nordamerikanisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Mögliche Verwechslung

Das Hohe Helmkraut (Scutellaria altissima) besitzt 

  • lang gestielte Laubblätter mit 
  • schmal eiförmigen, grob und stumpf gesägten Blattspreiten, 
  • die ganzrandigen Deckblätter (Tragblätter) des Blütenstandes sind deutlich kleiner als die Laubblätter.

Das Kleine Helmkraut (Scutellaria minor) und das Spiessblättrige Helmkraut (Scutellaria hastifolia) wurden in der Schweiz (noch) nicht nachgewiesen, kommen aber im angrenzenden Ausland vor. 

Das Kleine Helmkraut (Scutellaria minor) besitzt 

  • deutlich kleinere (7–8 mm lange), meist rosa Blüten, deren Kronröhren nicht gebogen sind. 

Beim Spiessblättrigen Helmkraut (Scutellaria hastifolia) sind 

  • die unteren Laubblätter pfeilförmig, 
  • die Blüten sind grösser (20–22 mm lang).

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 10. September 2025

Forum

Diskussionen der Community

Helm ab

Regen hat auch seine guten Seiten. Zumindest bei Arten, die als "Regentropfenballisten" beschrieben werden (d.h. sogenannt "ombrochor" sind), sollte es bei diesem Hudelwetter doch etwas zu beobachten geben. 

Einleuchtend ist diese Methode der Samenausbreitung beispielsweise beim Winterling (Eranthis hyemalis), bei der Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris), beim Wechselblättrigen Milzkraucht (Chrysosplenium alternifolium) und Gegenblättrigen Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium): Bei diesen Arten sind die reifen Früchte nach oben geöffnet und die aufprallenden Regentropfen schleudern die kleinen Samen effizient weg.

Eigentlich hab ich heute auf besseres Wetter gehofft, aber da es regnete, bot sich ein kurzer Abstecher zu dieser Art an, die ebenfalls als "Regentropfenballist" beschrieben wird: Wegfliegende oder -spickende Helme hab ich trotz Regen nicht gesehen, aber die Helme fallen tatsächlich bei der geringsten Berührung ab und die hellbraunen, dicht warzigen Teilfrüchte spicken richtiggehend weg. 

Wem nimmt's hier den Helm?

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Heterophyllie

Das Phänomen der Heterophyllie existiert offenbar nicht nur beim Efeu, bei der Stechpalme und einigen Wasserpflanzen, sondern auch bei der Goldnessel, wie ich kürzlich feststellen konnte. An einer schattigen, feuchten Stelle in einer Schlucht sah ich eine grössere Fläche mit wild durcheinander wachsenden Ausläufern. Dazwischen einige aufrechte Stängel mit den typischen Blüten der Goldnessel, hier wohl Lamium galeobdolon spp. montanum. Ich war zuerst gar nicht sicher, ob es sich dabei um ein und dieselbe Pflanze handelt. Aber nach eingehender Prüfung konnte ich feststellen, dass dem so war, was mich erstaunt hat.

  • An den fertilen (blühenden) Trieben waren schmale, lanzettliche Blätter zu sehen, die scharf gezähnt waren.
  • An den sterilen (kriechenden) Trieben der bodendeckenden Ausläufer fanden sich keine Blüten, jedoch waren ihre Blätter runder, herz-bis eiförmig und fast schon gekerbt.

Ergo verändert sich die Blattform je nach Funktion des Triebes.

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Stachys sp.

Ich sehe da Stachys palustris - die zahlreichen Drüsenhaare (FH: “mit einzelenen Drüsenhaaren”) auf den Kelchblättern und die Meldung von Florapp, dass die Art in meinem Quadrat seit 1993 nicht mehr gemeldet wurde, lässt mich zweifeln.
Aargau, Wynental, 550 m ü. M., nasser Krautsaum an Waldweg

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