Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten in einer dichten, endständigen Scheindolde angeordnet.
    • Blütenstand ohne Brutzwiebeln.
    • Hüllblätter den Blütenstand nicht überragend.
    • Blütenstiele kantig und mindestens 3-mal so lang wie das Perigon.
    • Perigonblätter 6, 4–6 mm lang, rosa, sehr selten weiss.
    • Staubblätter 6, die Perigonblätter nicht überragend → Staubblätter gleich lang oder kürzer als die Perigonblätter.
    • Fruchtknoten oberständig.

    Hüllblätter die noch geschlossenen Blüten vollständig umfassend. Meienried (BE), 26.6.2025 (Muriel Bendel)

    Meienried (BE), 26.6.2025 (Muriel Bendel)

    11.7.2016 (francoisealsaker)

    Staubblätter überragen die Perigonblätter nicht (Lorenz Scherler)

    Kann zur Blütezeit seinen Lebensraum mit hunderten Individuen prägen und eine wertvolle Bienenweide darstellen (Meienried BE, 24.7.22) (Lorenz Scherler)

    Stängel kantig, Hüllblätter kürzer als der Blütenstand. Meienried (BE), 17.6.2022 (Muriel Bendel)

    11.7.2016 (francoisealsaker)

    Perigonblätter sehr selten weiss. (Lorenz Scherler)

    Meienried (BE), 26.6.2025 (Muriel Bendel)

  • Früchte

    • Dreifächrige Kapseln, in jedem Fach meist mit 2 Samen.
    • Reife Samen schwarz.

    Reifende Kapsel. Meienried (BE), 26.6.2025 (Muriel Bendel)

    Meienried (BE), 17.6.2022 (Muriel Bendel)

    Offene Kapseln mit reifen, schwarzen Samen. Meienried (BE), 10.9.2019 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform

    • Pflanze ausdauernd, Geophyt.
    • 30–70 cm hoch.
    • Stängel unverzweigt, mindestens gegen oben scharfkantig.
    • Riecht auch unzerrieben intensiv nach Knoblauch.

    (Lorenz Scherler)

    Stängel kantig (Lorenz Scherler)

    11.7.2016 (francoisealsaker)

  • Blätter

    • Blätter sommergrün, ± alle grundständig, jung gefaltet.
    • Blätter lineal, bis 4 mm breit, unterseits mit markantem Kiel.

    Blatt unterseits mit markantem Kiel (Lorenz Scherler)

    Blattunterseite. Gottlieben (TG), 3.8.2018 (wolfgang bischoff)

    Blattoberseite. Gottlieben (TG), 3.8.2018 (wolfgang bischoff)

Mögliche Verwechslung

Der ähnliche und häufigere Berg-Lauch (Allium lusitanicum) kommt nicht in Feuchtgebieten vor. Seine Blätter haben keinen Kiel und die Staubblätter überragen die Perigonblätter deutlich.

Lebensraum

Der Kantige Lauch (Allium angulosum) ist recht selten und nicht sehr verbreitet. Er ist vor allem in der kollinen Stufe auf wechselfeuchten, kalkhaltigen Böden in Pfeifengraswiesen (Molinion) zu finden, steigt aber im Wallis bis auf 1600 m ü. M. empor.

Verbreitung

Europäisch-zentralasiatisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Quellen

  • Eggenberg S. et al. 2018: Flora Helvetica Exkursionsführer, Haupt, 1. Auflage
  • Lauber K. et al. 2018: Flora Helvetica, Haupt, 6. Auflage
  • Landolt E. et al. 1976: Flora der Schweiz, Birkhäuser, 2. Auflage
  • Hegi, G. 1907: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, II. Band Monocotyledones, J.F. Lehmanns

Autor*in: Lorenz Scherler, Muriel Bendel
Stand: 25. Juli 2022