Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten unscheinbar, einzeln oder zu 2–3 gehäuft in den Blattachseln.
    • Blütenstiel länger als die Blüten.
    • Achsenbecher schalenförmig, gelblichgrün.
    • Unvollständig zweihäusig: Blüten meist mit rudimentären Staubbeuteln resp. Fruchtblättern.
    • Kelchblätter meist 4, gelblichgrün.
    • Kronblätter meist 4, gelblichgrün, manchmal mit rötlichbraunen Spitzen; deutlich kleiner als die Kelchblätter, die Staubblätter etwas umfassend bis ± umhüllend, bei weiblichen Blüten oft fehlend.
    • Staubblätter meist 4, direkt vor den Kronblättern stehend → damit ist die Alternanzregel nicht erfüllt. 
    • Fruchtknoten mittelständig.

    Weibliche Blüten. Caslano (TI), 13.5.2017 (wolfgang bischoff)

    Männliche Blüten. Gargano (IT), 16.4.2024 (Marc Henzi)

  • Früchte

    • Frucht kugelig, fleischig; zuerst grün, später rötlich, zur Reifezeit schwarz.
    • Frucht am Grund vom Achsenbecher eingefasst.

    Reifende, noch grüne Früchte. Caslano (TI), 27.5.2018 (wolfgang bischoff)

    Reifende, grüne und rötliche Früchte. Caslano (TI), 27.5.2018 (wolfgang bischoff)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Zweige

    • Pflanze ausdauernd.
    • Kleiner, bis rund 100 cm hoher, aufsteigend oder aufrecht wachsender, sparrig verzweigter Strauch.
    • Zweige oft in Dornen auslaufend.

    Chur (GR), 1.9.2023 (scrameri)

    Caslano (TI), 13.5.2017 (wolfgang bischoff)

  • Blätter

    • Blätter sommergrün, gegenständig oder schief gegenständig, kurz gestielt.
    • Nebenblättern linealisch; Blattstiel ca. 0,5 cm lang, ± so lang wie die Nebenblätter.
    • Blattspreite oval, verkehrt eiförmig bis breit lanzettlich, 1–3 cm lang, mit 2–4 Blattnervenpaaren, Rand stumpf gesägt.
    • Oberseite grün, etwas glänzend, Unterseite heller.
    • Blätter in der Knospenlage zur Oberseite eingerollt.

    Austreibende Blätter im Frühling. Caslano (TI), 31.3.2026 (Muriel Bendel)

  • Knospen, Zweige

    • Junge Zweige kurz behaart, später verkahlend.
    • Rinde zuerst hellgrau, später graubraun.
    • Knospen gegenständig, seltener schief gegenständig bis wechselständig; länglich eiförmig, dem Zweig ± anliegend.
    • Knospenschuppen braun, Rand bewimpert, die äusseren Knospenschuppen in der oberen Hälfte grau bis weisslich → Knospen auf den ersten Blick auffallend zweifarbig.

    Zweige graubraun, Blätter sommergrün. Caslano (TI), 17.2.2026 (Muriel Bendel)

    Zweige meist gegenständig. Caslano (TI), 17.2.2026 (Muriel Bendel)

    Zweige oft in einen Dorn auslaufend. Caslano (TI), 17.2.2026 (Muriel Bendel)

    Caslano (TI), 17.2.2026 (Muriel Bendel)

    Knospen oft auffallend zweifarbig. Caslano (TI), 17.2.2026 (Muriel Bendel)

    Knospen dem Zweig anliegend. Caslano (TI), 17.2.2026 (Muriel Bendel)

    Junge Zweige kurz behaart. Caslano (TI), 17.2.2026 (Muriel Bendel)

    Knospen manchmal schief gegenständig. Caslano (TI), 17.2.2026 (Muriel Bendel)

Lebensraum

Auf trockenen, felsigen, kalkreichen Böden in wärmeren Lagen; lichte Wälder, Gebüsche, Halbtrockenwiesen- und weiden.

Name

Der Artname saxatilis (nach Lateinisch saxum für «Fels, Stein» resp. saxatilis für «zwischen/an Felsen lebend») bezieht sich auf den Standort der Art.

Verbreitung

(Süd-)europäisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 20. Februar 2026