Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blütenstandsschaft meist zu mehreren in den Achseln der oberen Laubblätter, rötlich, mit 0,1–0,2 mm langen rotköpfigen Stieldrüsen und krausen, unverzweigten Haaren.
    • Blüten einzeln oder zu mehreren in doldenartigem Blütenstand.
    • Blütenstiele 4–8 mm lang, mit rotköpfigen Stieldrüsen.
    • Hüllblätter (am Grund des Blütenstandes) 5–12 mm lang, ganzrandig, zerstreut behaart, ebenso lang oder länger als die Blütenstiele.
    • Kelch glockenförmig, aussen stark behaart, bis über die Mitte gespalten, 5-6 mm lang, zur Fruchtzeit deutlich verlängert (8–10 mm lang).
    • Krone fünfzählig, weiss oder hellrosa mit gelbem Schlund, mit 2–3 mm langen, vorne gerundeten Zipfeln.

    Pflanze nur wenig grösser als 2–3 cm. Erschmatt (VS), 2.5.2019 (Paul Hürlimann)

    Geschlossene Blüte (mit sichtbarer Kronröhre!) und offene Blüte. (Blumenwanderer)

    Kelch bis über die Mitte gespalten (Blumenwanderer)

    Behaarung im Blütenstand (Blumenwanderer)

    Chamoson (VS), 8.4.2021 (Blumenwanderer)

    Chamoson (VS), 8.4.2021 (Blumenwanderer)

    Chamoson (VS), 8.4.2021 (Blumenwanderer)

    Chamoson (VS), 19.3.2026 (Blumenwanderer)

    Erschmatt (VS), 9.5.2018 (Paul Hürlimann)

    Schlund eng, gelb, mit schmalen Lappen (Blumenwanderer)

    "normaler" Blütenstand (Blumenwanderer)

    Blütenstand aus nur einer Blüte bestehend (Blumenwanderer)

  • Früchte

    • Kapsel 4–6 mm lang und kugelig, halb so lang als die Kelchblätter.
    • Samen zahlreich, relativ gross (bis 2,5 mm lang).

    Kelchblätter postfloral verlängert. Erschmatt (VS), 18.6.2018 (Paul Hürlimann)

    Kapsel kugelig. Erschmatt (VS), 18.6.2018 (Paul Hürlimann)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Einjährige, krautige Pflanze, 3–15 cm hoch werdend.
    • Ohne sterile Triebe.
    • Es ist eine kleine Pfahlwurzel vorhanden.

    Chamoson (VS), 8.4.2021 (Blumenwanderer)

    Einzelne Blattrosetten schon verdorrt. Chamoson (VS), 8.4.2021 (Blumenwanderer)

    Habitus im Habitat. Leuk (VS), 8.5.2018 (Blumenwanderer)

    Leuk (VS), 8.5.2018 (Blumenwanderer)

    (Blumenwanderer)

    (Blumenwanderer)

    Stängel im unteren Teil rötlich, kraus behaart. (Blumenwanderer)

    Rotköpfige Stieldrüsen am oberen Stängel. (Blumenwanderer)

    Winzige Pflanzen sehr unscheinbar an grasiger Stelle. Chamoson (VS), 19.3.2026 (Blumenwanderer)

    Chamoson (VS), 19.3.2026 (Blumenwanderer)

    Zusammen mit Acker-Steinsame (Buglossoides arvensis) und Kelch-Steinkraut (Alyssum alyssoides) wachsend. Chamoson (VS), 19.3.2026 (Blumenwanderer)

  • Blätter

    Laubblätter in einer einzigen grundständigen Rosette, oval bis lanzettlich, im vorderen Teil gezähnt; mit einzelnen, bis 1 mm langen, mehrzelligen Haaren.

    Laubblatt mit Zähnen (Blumenwanderer)

    Hüllblatt (Blumenwanderer)

    Kelchblatt Innenseite (Blumenwanderer)

    Kelchblatt Aussenseite (Blumenwanderer)

Lebensraum

  • Kollin bis montan. Sandige oder lehmige Böden in warmen Lagen. Getreidefelder, Brachäcker, Böschungen, trockene Ruderalstellen.

    Chamoson (VS), 8.4.2021 (Blumenwanderer)

    Chamoson (VS), 8.4.2021 (Blumenwanderer)

    Rasen bildend. Chamoson (VS), 8.4.2021 (Blumenwanderer)

    Chamoson (VS), 8.4.2021 (Blumenwanderer)

    Chamoson (VS), 8.4.2021 (Blumenwanderer)

    Chamoson (VS), 8.4.2021 (Blumenwanderer)

Verbreitung

Wissenswertes

  • Das Art-Epitheton maxima (lat. die Grösste) bezieht sich nicht auf die recht klein bleibende Pflanze an sich, sondern auf ihren markanten Kelch, der innerhalb der Gattung eine Ausnahme darstellt: Während die meisten Mannsschild-Arten kleine Kelche haben, ist er bei Androsace maxima im Verhältnis zum Rest der Pflanze ungewöhnlich gross und verlägert sich nach der Blütezeit noch zusätzlich, um die Frucht zu umschliessen. Bei Hess et al. (1977) lautet der deutsche Name der Art daher “Grosskelchiger Mannsschild”.
  • Der Acker-Mannsschild (Androsace maxima) ist in der Schweiz vom Aussterben bedroht (CR gemäss Roter Liste 2016) und findet sich nur noch an wenigen Stellen im Wallis.
  • Sehr gute Fotos, u.a. auch einen Längsschnitt durch die Blüte (=Stieltellerblume), in deren Kronröhre sich von aussen unsichtbar Staubblätter und Griffel befinden, bei flora.lefnaer

Mögliche Verwechslung

Der Nordische Mannsschild (Androsace septentrionalis) hat

  • im Vergleich sehr kleine Hüllblätter. Sie sind schmal (lanzettlich) und deutlich kürzer als die Blütenstiele (2–4 mm lang).
  • einen kleineren Kelch (nur etwa 3 mm lang), welcher zur Fruchtzeit kaum verlängert ist.
  • im Verhältnis zur Pflanzengrösse sehr lange, meist ungleich lange Blütenstiele, was dem Blütenstand ein lockeres Aussehen verleiht. Sie verlängern sich zur Fruchtzeit bis zu 6 cm.
  • einen etwas anderen Lebensraum: Steppenrasen, offene kiesige Stellen.

Weiterführende Literatur

  • Hegi, G. 1927: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band V, 3 Lehmanns Verlag, S. 1810–1812
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 2. Springer Verlag, S. 930

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 27. März 2026