Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blütenstand eine lang gestielte, kopfige Dolde mit 10–20 Einzelblüten.
    • Blütenstiele 2–3-mal so lang wie der Kelch.
    • Krone lebhaft gelb, 7–10 mm lang.
    • Nagel 1–1½ mal so lang wie der Kelch.

    Merishausen (SH), 30.5.2018 (Wolfgang Bischoff)

    Merishausen (SH), 30.5.2018 (Wolfgang Bischoff)

    Merishausen (SH), 30.5.2018 (Wolfgang Bischoff)

    Knospend. Merishausen (SH), 18.5.2018 (Paul Hürlimann)

  • Früchte

    Hülse hängend, deutlich eingeschnürt, mit 4 stumpfen Kanten, 1½–3-cm lang.

    Reifende, deutlich eingeschnürte Hülsen. Merishausen (SH), 23.7.2018 (Wolfgang Bischoff)

    Merishausen (SH), 23.7.2018 (Wolfgang Bischoff)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Wuchshöhe 30–50 cm.
    • Stängel kaum holzig, meist aufrecht.
    • Wenig oder nicht verzweigte, krautige Staude, habituell etwas an den Schopfigen Hufeisenklee (Hippocrepis emerus) erinnernd.

    Merishausen (SH), 30.5.2018 (Wolfgang Bischoff)

    Merishausen (SH), 30.5.2018 (Wolfgang Bischoff)

    Merishausen (SH), 30.5.2018 (Wolfgang Bischoff)

    Randen (SH), 11.6.2010 (Wolfgang Bischoff)

    Merishausen (SH), 30.5.2018 (Wolfgang Bischoff)

  • Blätter

    • Blätter sehr kurz gestielt, unpaarig gefiedert mit 3–6 Fiederpaaren.
    • Fiederblätter mit aufgesetzter Spitze, kaum fleischig und mit wenig knorpeligem Rand, bis 2½ cm lang; oberseits grün, unterseits etwas glauk.
    • Die unteren Nebenblätter verwachsen, die oberen frei, ⅓–½ so lang wie die untersten Teilblätter, meist frühzeitig abfallend.

    Merishausen (SH), 30.5.2018 (Wolfgang Bischoff)

Lebensraum

Kollin und montan. Eher trockene, lockere, kalkreiche Böden in warmen, halbschattigen Lagen. Lichte Flaumeichenwälder und -gebüsche.

Verbreitung

  • Mittel-und südeuropäische Gebirgspflanze.
    Schweiz: nur im Jura vorkommend (in den Alpen nur im Churer Rheintal)
  • Verbreitungskarte auf Kew: Plants of the World Online.

Wissenswertes

  • Die Blüten der Gattung Coronilla (wie gewisse andere Gattungen der Fabaceen auch) besitzen eine typische sog. Nudelpumpeneinrichtung: Wenn die als Anflugplatz dienenden Flügel herabgedrückt werden, drücken sie seitlich auf das Schiffchen, wodurch der Pollen aus dessen Spitze gepresst wird.
  • Definition der Nudelpumpeneinrichtung gemäss Hegi (1924, Bd. IV, 3  S. 1137): “Der klebrige Pollen wird in dem bis auf einen kleinen Spalt geschlossenen Schiffchenende abgelagert und bei Insektenbesuch als band-oder nudelförmige Masse durch die meist keulig verdickte, wie ein Pumpenkolben wirkenden Staubfadenenden portionenweise hervorgepresst. Ist der Pollenvorrat erschöpft, so tritt bei weiterem Insektenbesuch das Griffelende aus dem Schiffchen hervor. Auch hier kehren wieder alle Blütenteile in die frühere Lage zurück. Der Vorgang kann sich in der gleichen Blüte bis zu achtmal wiederholen.”

Mögliche Verwechslungen

Die Scheiden-Kronwicke (Coronilla vaginalis) hat

  • nur 5 bis 10 Einzelblüten pro Dolde,
  • Blütenstiele, die nur 1–1½-mal so lang sind wie der Kelch,
  • beidseitig glauke, höchstens 1,2 cm lange Fiederblätter,
  • grosse, verwachsene Nebenblätter, die ½ bis fast so lang sind wie die untersten Teilblätter,
  • Hülsen mit 6 Kanten, von denen 4 wellig geflügelt sind,
  • eine Wuchshöhe von nur 10–30 cm.

Die Strauchwicke (Hippocrepis emerus) hat

  • nur 2–3 Einzelblüten pro Dolde,
  • Blütenstiele, die kürzer oder knapp so lang wie der Kelch sind,
  • lang genagelte Kronblätter (daher oberhalb des Kelchs mit einem «Fenster»),
  • nur wenig oder kaum eingeschnürte Hülsen,
  • eine Wuchshöhe von bis zu 1½ m.

Weiterführende Literatur

  • Hegi, G. 1924: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band IV, 3 Lehmanns Verlag, S. 1469–1470
  • Hess, H.E., et al. 1977: Flora der Schweiz, Band 2. Springer Verlag, S. 554–555

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 18. Februar 2026

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