Morphologie

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform

    • Pflanze ausdauernd, ohne Überwinterungsknospen (Turionen).

    27.5.2018 (francoisealsaker)

    Lörmoos (BE), 1.6.2025 (Muriel Bendel)

    Lörmoos (BE), 21.12.2024 (Muriel Bendel)

  • Sprossglieder

    • Sprossglieder auf der Wasseroberfläche schwimmend (nicht untergetaucht).
    • Sprossglieder oval bis stumpf eiförmig, 2–3 mm lang, auf beiden Seiten flach (nicht aufgeblasen); Ober- und Unterseite grün.
    • Jedes Sprossglied nur mit 1 Wurzel.
    • Wurzel weisslich bis hellgrün, oft > 1 cm lang.

    Sprossglieder 2–3 mm lang. Forst-Längenbühl (BE), 25.8.2023 (Muriel Bendel)

    Les Ponts-de-Martel (NE), 19.6.2017 (Muriel Bendel)

    Röseliseeli, Kriechenwil (BE), 21.7.2018 (francoisealsaker)

    Wachseldorn (BE), 9.9.2025 (Muriel Bendel)

    Eingefroren im Eis... Lörmoos (BE), 21.12.2024 (Muriel Bendel)

    Lörmoos (BE), 27.3.2025 (Muriel Bendel)

    Wurzel ca. 1 cm lang. Wachseldorn (BE), 9.9.2025 (Muriel Bendel)

    1 Wurzel pro Sprossglied. Wachseldorn (BE), 9.9.2025 (Muriel Bendel)

Lebensraum

In stehenden oder langsam fliessenden Gewässern; Altarme, Buchten, Teiche.

Verbreitung

Fast weltweit verbreitet; fehlt in Südamerika; in Australien und Neuseeland neophytisch.

Verbreitungskarte auf POWO.

Weiterführende Literatur

Ceschin, S. et al. 2016: Morphological study of Lemna minuta Kunth, an alien species often mistaken for the native L. minor L. (Araceae). Aquatic Botany, 131: 51–56
http://dx.doi.org/10.1016/j.aquabot.2016.01.005

Van de Weyer, K. & Schmidt, C. 2007: Bestimmungsschlüssel für die aquatischen Makrophyten (Gefäßpflanzen, Armleuchteralgen und Moose) in Deutschland. Version 1.1, 20.05.2007
https://flora.naturkundemuseum-bw.de/BestimmungMakrophyten.pdf 

Mögliche Verwechslung

  • DieTeichlinse (Spirodela polyrhiza)

    • besitzt etwas grössere, auf der Unterseite purpurn Sprossglieder,
    •  jedem Sprossglied entspringen mehrere Wurzeln (nicht nur 1).


    Die neophytische Winzige Wasserlinse (Lemna minuta) sieht der Kleinen Wasserlinse (Lemna minor) sehr ähnlich und ist im Feld nicht immer sicher zu unterscheiden → siehe Ceschin et al. 2016 (Abschnitt «Weiterführende Literatur»); bei der Winzigen Wasserlinse (Lemna minuta)

    • sind die Sprossglieder meist kleiner (1–2 mm) und schmaler, 
    • die Wurzeln oft kürzer (< 1 cm lang).


    Bei der in der Schweiz bisher kaum nachgewiesenen, neophytischen Roten Wasserlinse (Lemna turionifera) sind 

    • die 2–3 mm langen Sprosse v.a. auf der Unterseite am Wurzelansatz oft purpurn, 
    • die Art überdauert den Winter mit 1 mm grossen Überwinterungsknospen (Turionen).


    Die Zwergwasserlinsen (Wolffia) 

    • sind winzig (ca. 0,5–1 mm) und 
    • besitzen keine Wurzeln → zwischen zwei Fingern reiben: «Sandgefühl».


    Bei der Dreifurchigen Wasserlinse (Lemna trisulca)

    • sind die Sprosse vollständig untergetaucht. 

    Die Kleine Wasserlinse (Lemna minor) zusammen mit der grösseren Teichlinse (Spirodela polyrhiza). Bonfol (JU), 29.8.2024 (Muriel Bendel)

    ... mit Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae). Lörmoos (BE), 1.6.2025 (Muriel Bendel)

    ... mit der Dreifurchigen Wasserlinse (Lemna trisulca). Bern (BE), 6.7.2025 (Muriel Bendel)

Autor*in: Muriel Bendel
Stand: 10. September 2025

Forum

Diskussionen der Community

The secret life of Spirodela polyrhiza

Im Spätherbst sind sie auf einmal weg – und im Frühling tauchen sie wie aus dem Nichts wieder auf. Dabei sind sie mehrjährig, haben keine Füsse (nur ein paar Wurzeln) und können nicht fliegen...

Ich war neugierig, wie die sog. "Turionen" (Überwinterungsknospen) bei der Teichlinse (Spirodela polyrhiza) konkret den Winter überstehen und hab deshalb ein paar Pflänzchen im Herbst in ein Glas gesperrt und auf dem Balkon stehen lassen. Selbstverständlich ohne Anspruch auf eine anständige Versuchsanordnung oder auf einen halbbatzig nachgeahmten Lebensraum.

Im Herbst bildeten die hellgrünen Sprossglieder neue, deutlich kleinere, breit ovale, dunkelgrüne bis rotbraune, wurzellose Sprossglieder (Turionen), welche sich bald von den Mutterpflanzen ablösten. 

Dann geschah eine Weile nicht viel: Die kleinen Turionen und die Sprossglieder (noch grün oder bereits braun und abgestorben) dümpelten auf der Wasseroberfläche vor sich hin. 

Am 4.1.2026 wurden die Turionen und die Sprossglieder auf der Wasseroberfläche vom Eis eingeschlossen; am 7.1.2026 fror das gesamte Wasser im Glas. Ein Teil der Pflanzen befand sich am Grund des Glases, ein Teil war wenig unterhalb der Oberfläche eingefroren. 

Die Turionen überlebten das Eis offensichtlich unbeschadet und spürten zumindest im kleinen Glas bereits Ende Februar den Frühling: Sie bildeten neue, bewurzelte Sprossglieder, die nach knapp 2 Wochen bereits so gross wie die Turionen waren.

Mittlerweile verfärben sich die kleinen Turionen gelblich und sterben ab – und die neuen Sprossglieder wachsen munter weiter. 

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Verwirrliches Waldbodenfoto

Rätsel: Heute im Wald habe ich den Boden fotografiert und dieses Bild ist rausgekommen! In was für einer magischen Waldgesellschaft bin ich da gelandet?

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