Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Blüten zu 1–3(6) am Ende der Stängel
    • Blütenstiele dicht drüsig–flaumig; zur Blütezeit 1,5–4-mal so lang wie die obersten Blätter
    • Blüten 5-zählig
    • Kelchblätter frei, länglich; Spitze stumpflich bis spitzlich, oft leicht kapuzenförmig; dicht drüsenhaarig, Nerven im oberen Drittel meist nicht sichtbar, hellgrün
    • Kronblätter weiss, 1,5–2,5-mal so lang wie Kelchblätter, Spitze gerundet bis ganz leicht ausgerandet
    • Griffel 3
    • Durchmesser Krone relativ gross (–16 mm)

    Blüten zu 1–3(6) am Ende der Stängel; La Dôle (VD), 10.7.2022 (Marc Henzi)

    Kronblätter rund 2-mal so lang wie Kelchblätter; La Dôle (VD), 21.8.2021 (Marc Henzi)

    3 Griffel; La Dôle (VD), 10.7.2022 (Marc Henzi)

    Blütenstiel und Kelchblätter dicht drüsenhaarig; La Dôle (VD), 21.8.2021 (Marc Henzi)

  • Früchte

    • Kapsel 1–1,5-mal so lang wie die Kelchblätter
    • Samen länger als 1,5 mm

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd
    • Verholzte Grundachse kriechend
    • Zahlreiche Stängel, (5)10–20 cm hoch, meist einfach, im oberen Teil aufrecht
    • Lockere Rasen bildend zusammen mit kurzen, nichtblühenden, büschelig beblätterten Trieben
    • Stängel oben drüsig-flaumig behaart

    Lockere Rasen bildend; La Dôle (VD), 21.8.2021 (Marc Henzi)

    Stängel oben drüsig behaart; La Dôle (VD), 10.7.2022 (Marc Henzi)

  • Blätter

    • Gegenständig, zuunterst in Büscheln
    • Blätter schmal nadelförmig, steif
    • Blätter wenigstens am Grund kurz bewimpert
    • Untere Blätter bis 20 mm lang

    Blätter schmal nadelförmig; La Dôle (VD), 21.8.2021 (Marc Henzi)

Lebensraum

  • Kalkfelsen und –schutt

Verbreitung

  • Schweiz: (West– und Süd–)Jura
  • Gesamtverbreitung: Frankreich, Schweiz, Italien, Balkan. Verbreitungskarte auf POWO (= Cherleria capillacea)

Mögliche Verwechslung

  • Habitus sehr ähnlich wie die Lärchenblättrige Miere (Minuartia laricifolia). Bei dieser jedochBlütenstiele und Kelch flaumig behaart, aber nicht drüsenhaarig; Nerven der Kelchblätter auch im oberen Drittel sichtbar; die Grundblätter etwas kürzer (–15 mm) und die Samen weniger als 1,5 mm lang. Kalkfliehend.

  • Bei der Frühlings–Miere (Minuartia verna) und der Krummblättrigen Miere (Minuartia recurva) sind die Kelchblätter deutlich spitz und meist nicht viel kürzer als die Kronblätter. Der Krondurchmesser ist meist kleiner (–1 cm).

Autor*in: Marc Henzi
Stand: 16. Februar 2026