Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Schlanker, ähriger Blütenstand. Die Blüten sehr klein, zwittrig, einzeln oder in Knäueln in den oberen Achseln der Laubblätter sitzend (mit 2 Tragblättern).
    • Achsenbecher (Hypanthium, “Kelchröhre”) krugförmig und ca. 2 mm lang, seidig behaart
    • Kelchzipfel 4, aufrecht, gelblich, aussen seidig behaart. 
    • Es sind keine Kronblätter vorhanden (!)
    • Je 4 Staubblätter in zwei Kreisen.

    Blütenknäuel: gut zu sehen die seidig behaarten Kelchröhren. Ried-Brig (VS), 9.9.2019 (Paul Hürlimann)

    Ried-Brig (VS), 6.8.2018 (Paul Hürlimann)

    Leuk (VS), 10.8.2018 (Blumenwanderer)

    Leuk (VS), 10.8.2018 (Blumenwanderer)

    Ried-Brig (VS), 6.8.2018 (Blumenwanderer)

    Leuk (VS), 10.8.2018 (Blumenwanderer)

    Ried-Brig (VS), 6.8.2018 (Blumenwanderer)

    Ried-Brig (VS), 6.8.2018 (Blumenwanderer)

    Ried-Brig (VS), 6.8.2018 (Paul Hürlimann)

  • Früchte

    • Schwarze, kahle Nüsse; zur Reifezeit vom behaarten Kelch umhüllt und deshalb scheinbar geschnäbelt.
    • Gute Fotos der Früchte mit und ohne Umhüllung bei flora.lefnaer.com

    Ried-Brig (VS), 24.10.2018 (Paul Hürlimann)

    Ried-Brig (VS), 24.10.2018 (Paul Hürlimann)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • 1jährige Pflanze mit dünner Pfahlwurzel.
    • Wuchshöhe 10–40 cm. Stängel aufrecht, oft spitzwinkelig verzweigt, mit parallelen aufrechten Ästen.

    Leuk (VS), 10.8.2018 (Blumenwanderer)

    Leuk (VS), 10.8.2018 (Blumenwanderer)

    Leuk (VS), 10.8.2018 (Blumenwanderer)

    Leuk (VS), 10.8.2018 (Blumenwanderer)

    Leuk (VS), 10.8.2018 (Blumenwanderer)

    Leuk (VS), 10.8.2018 (Blumenwanderer)

  • Blätter

    Blätter ungestielt, lanzettlich, wechselständig, bis 1,5 cm lang, kahl und etwas lederig.

    Jungpflanze. Le Landeron (NE), 5.6.2024 (Blumenwanderer)

    Le Landeron (NE), 5.6.2024 (Blumenwanderer)

Lebensraum

  • Kollin bis montan. Trockene, nährstoffreiche, kalkhaltige, tonige Böden in warmen Lagen. Getreidefelder, Brachland, Trockenwiesen.

    Ried-Brig (VS), 6.8.2018 (Blumenwanderer)

    Leuk (VS), 10.8.2018 (Blumenwanderer)

    Ried-Brig (VS), 6.8.2018 (Blumenwanderer)

Verbreitung

Wisseswertes

  • Das Artepitheton passerina bedeutet „Spatz (Vogel)“, es bezieht sich auf die (scheinbar) geschnäbelten Früchte, die entfernt einem Spatzenkopf ähneln.
  • Von Ort zu Ort und Jahr zu Jahr variiert die Populationsgrösse von Thymelaea passerina sehr stark. Die Art ist noch vor hundert Jahren in Mitteleuropa als Ackerunkraut aufgetreten, ist jedoch in den Äckern heute infolge der geänderten Bewirtschaftung (Intensivierung) sehr selten geworden und vielerorts bereits ausgestorben.
  • Die Art liebt den einjährigen Fruchtwechsel und gehört zu den Charakterarten der Getreidefruchtfelder. Heute gilt sie in der Schweiz als vom Aussterben bedroht ("CR", Rote Liste 2016).
  • Die Spatzenzunge dürfte wie viele andere Ackerunkräuter aus dem Vorderen Orient stammen, wo ein artenarmes, sekundäres Entwicklungszentrum der Gattung (mit ihren ca. 30 Arten) vermutet wird.

Mögliche Verwechslung

Solange keine Blüten vorhanden sind, besteht eine gewisse Verwechlungsgefahr mit Arten der Gattungen Linum und Thesium.

Weiterführende Literatur

Autor*in: Blumenwanderer
Stand: 24. Januar 2026