Morphologie

Generative Merkmale

  • Blüten

    • Stängel meist 1-blütig
    • Blüten meist 2–2,5(–3) cm breit; weiss
    • Kelchblätter (fast) kahl
    • Kronblätter meist 5 (vereinzelt 6, oft einzelne Kronblätter nicht voll ausgebildet)

    Meist einblütig, weiss; Val de Moiry (VS), 3.7.2025 (Marc Henzi)

  • Früchte

    • Nüsschen kugelig, mit kurzem gebogenem Schnabel

    Val de Moiry (VS), 3.7.2025 (Marc Henzi)

    Nüsschen kugelig; Zermatt, Riffelsee (VS), 18.7.2024 (Muriel Bendel)

Vegetative Merkmale

  • Wuchsform, Stängel

    • Pflanze ausdauernd, 5–20 cm hoch
    • Stängel aufrecht; meist einfach und 1-blütig, selten verzweigt und mehrblütig
    • Stängelbasis mit Faserschopf vorjähriger Blattscheiden (dies jedoch weitgehend unterirdisch und kaum sichtbar!)
    • 0–1(–2) Stängelblätter
    • Stängel oben wollig behaart; ganz leicht gerillt

    Stängel einfach, 0–1 Stängelblatt; Val de Moiry (VS), 3.7.2025 (Marc Henzi)

    Stängel oben wollig behaart; ganz leicht gerillt; Zermatt, Riffelsee (VS), 18.7.2024 (Muriel Bendel)

  • Blätter

    • Wenige grundständige Blätter und 0–1(–2) gleichgestaltete, kleinere Stängelblätter
    • Blätter lineal lanzettlich; ganzrandig; kahl; hell graugrün; Hauptnerven mehr oder weniger parallel; am Grund mit deutlicher Blattscheide

Lebensraum

  • (meist kalkarme) alpine Rasen und Weiden

Verbreitung

  • Schweiz: In den Alpen verbreitet
  • Gesamtverbreitung: Zentrale Alpen (F, CH, I, A) und Korsika (Karte auf POWO.)

Mögliche Verwechslung

Morphologisch in der Schweiz unverwechselbar.
(Achtung bei Literatur–Angaben: Vgl. Abschnitt Systematik und Taxonomie!)

Systematik und Taxonomie

  • Die Art wurde lange Zeit zu Ranunculus pyrenaeus gezählt. Teilweise wurde sie dabei als Varietät oder Unterart (plantagineus) aufgefasst. Unterdessen ist klar, dass Ranunculus kuepferi eine eigene Art ist.
  • Dies kann zu Verwirrung führen: In einer älteren Schweizer Angabe meint Ranunculus pyrenaeus den heutigen Ranunculus kuepferi. Die Art Ranunculus pyrenaeus gibt es aber immer noch, nur ist damit die sehr ähnliche Art in den Pyrenäen gemeint. In der Schweiz kommt diese nicht vor.
  • Das Ganze wird noch verwirrlicher, wenn heute vielerorts Ranunculus kuepferi in die beiden Unterarten orientalis und kuepferi unterteilt wird. Deren Beschreibungen und die damit verbundenen Verbreitungsgebiete sind durchaus widersprüchlich.
  • Die Art-Diskussion ist sehr gut zusammengefasst in einer längeren Anmerkung in J.-M. Tison & B. de Foucault, Flora Gallica, Biotope, Mèze, 2014, p. 952

Autor*in: Marc Henzi
Stand: 15. Januar 2026